Faires Spiel am Tisch: Brauchen die Gruppenmitglieder dafür die Regelbücher?

  • Interessant.


    Das wirft die Frage auf, warum die Manipulation des SLs, wenn er einen tödlichen Zufall abwendet, nicht plausibel sein soll. Die Plausibilität ergibt sich doch Euren Antworten nach insbesondere durch die Begründung. Was, wenn der SL die Änderung des Ergebnisses begründen kann?


    Dass der SL fair sein sollte, versteht sich hoffentlich von selbst. Sonst spiel er recht schnell nur noch Solo-Abenteuer. ;-)
    Plausibilität habe ich eigentlich auch immer als selbstverständlich angesehen - sonst fällt es der Gruppe schwer mit der Welt angemessen zu interagieren.
    Handlungen müssen auch Konsequenzen haben - gute wie schlechte. Sonst fehlt die Motivation für eine Aktion.


    Also könnte man sagen:


    "Ein SL kann in Ausnahmesituationen das Zufallselement zu Gunsten der Spielerinnen und Spieler angemessen reduzieren, wenn dies die aufgebaute Plausibilität der Spielwelt nicht schädigt."


    Das entspräche auch meinem "Stil" :-)

  • Zitat von »Prometheus«
    Sicher wäre vielleicht ein Storytelling-Stil "rollenspielerischer", aber wenn mit Ausnahme des SL nur Powergamer oder Butt-Kicker am Spieltisch sitzen, dann sollte man auch nicht mit der Brechstange seinen Stil durchsetzen. Da passe ich doch lieber zugunsten des Spielspasses (auf Spielerseite) meinen SL-Stil dem Gruppenstil an.


    Sei mal nicht so dünnhäutig. Was soll denn daran diffamierend sein. Powergamer und Butt-Kicker sind Zitate aus dem von mir verlinkten Wikipedia-Artikel. Es handelt sich um wertneutrale Bezeichnungen von Spielertypen nach Robin D. Laws. Aber das steht auch so in dem Artikel:

    Quote

    Laws vergleicht diese Spielertypen nicht wertend.


    Ich selbst spiele gerne als Powergamer und Butt-Kicker in Personalunion. Ich sehe diese Bezeichnungen nicht als Diffamierung an, selbst wenn man mich so bezeichnet.


    "Ein SL kann in Ausnahmesituationen das Zufallselement zu Gunsten der Spielerinnen und Spieler angemessen reduzieren, wenn dies die aufgebaute Plausibilität der Spielwelt nicht schädigt."


    Sehr schön auf den Punkt gebracht. Genauso handhabe ich es in meiner Runde.

  • Ich möchte als SL meine Spieler unterhalten, möchte als Spieler unterhalten werden.

    Und ich will beides nicht, sondern altiv mitgestalten, bzw mitgestaltet werden

    Quote


    Und ein SL, der eine "unspannende" Geschichte erzählt,

    Ist für mich eine der neativsten Beurteilungen für einen SL, wenn der SL erzählen will soll er zur Vorlesung einladen.





    Sei mal nicht so dünnhäutig. Was soll denn daran diffamierend sein. Powergamer und Butt-Kicker sind Zitate aus dem von mir verlinkten Wikipedia-Artikel. Es handelt sich um wertneutrale Bezeichnungen von Spielertypen nach Robin D. Laws. Aber das steht auch so in dem Artikel:

    Entschuldige, diese Form von Formulierung wurde mir sehr oft abwertend, auf grosszügig tolerant tuend, über den Bauch geschrubbt und drückt deshalb wohl einen Knopf.

  • Es heist hier immer "x geht nicht" und "y darf man nicht". Dazu gibt es nur eins zu sagen: QUATSCH


    Richtig ist was der Mehrheit der Personen in einer Runde Spass macht. Egal was irgend jemand anders davon hält. Und Spieler wie SL sollten sich immer mal wieder die Frage stellen: "Passen wir zusammen" und wenn sie feststellen das dies nicht so ist ggf. auch die Gruppe verlassen. Ich bin z.B. jemand der einen mächtigen SL bevorzugt der die Welt stark prägt/kontrolliert und kann freien Szenarios nichts abgewinnen. So habe ich nicht in Runden gespiel die primär "Storytelling" und "Improvisationstheater" betreiben bzw. lehnte es ab solche Elemente in Gruppen die ich geleitet habe einzuführen/zuzulassen. Wenn die Spieler so was wollten, brauchten sie nen anderen SL, wenn eine Gruppe in der ich Mitspieler war dahin gedriftet ist habe ich sie verlassen. Einfach weil mir solche Stile keinen Spass machen und ich in meiner Freizeit nur Dinge tue DIE mir Spass machen.


    Also haut die "Rollenspieltheorie" in die Tonne, verklappt die Theoretiker in der Asse und habt SPASS! Egal mit welchem Stil. Nichts ist grausamer als die leider immer häufiger werdenden Runden in denen "korrektes Rollenspiel" wichtiger zu sein scheint als "Spass haben", wo alle mit verkniffenem Gesicht da sitzen und jeden der nicht den von ihnen praktizierten "RICHTIGEN STIL(TM)" pflegt wie nen aussätzigen behandeln


  • Das wirft die Frage auf, warum die Manipulation des SLs, wenn er einen tödlichen Zufall abwendet, nicht plausibel sein soll. Die Plausibilität ergibt sich doch Euren Antworten nach insbesondere durch die Begründung. Was, wenn der SL die Änderung des Ergebnisses begründen kann?


    Man kann alles irgendwie begründen. Dann landet man aber in der Beliebigkeit. Und es geht ja auch darum, dass die Welt für den Spielleiter plausibel bleibt.


    Quote


    "Ein SL kann in Ausnahmesituationen das Zufallselement zu Gunsten der Spielerinnen und Spieler angemessen reduzieren, wenn dies die aufgebaute Plausibilität der Spielwelt nicht schädigt."


    Der SL kann sich auch bei jeder gewürfelten 13 ausziehen und nackt auf dem Tisch tanzen, wenn das mit der Gruppe abgesprochen ist und keiner etwas dagegen hat. 8)


    Was man in dieser Diskussion klar unterscheiden muss sind zwei Dinge:
    1.) Wenn der SL (oder auch ein anderer Spieler, aber das ist hier ja nicht Thema) gegen die ausgemachten Regeln verstößt, dann spielt er falsch und handelt moralisch verwerflich. Diese Erkenntnis braucht keine Rollenspiel-Theorie, sie ist allgemeingültig.
    2.) Wie die ausgemachten Regeln genau aussehen sollen, darüber kann man verschiedener Meinung sein und darüber ist man auch verschiedener Meinung. Das ist letztendlich Geschmackssache. (Wobei einige Geschmäcker definitiv und objektiv schlechter sind als andere ;) )

  • Also haut die "Rollenspieltheorie" in die Tonne, verklappt die Theoretiker in der Asse und habt SPASS!


    Natürlich gilt - insbesondere in dem Bereich - "Jeder soll nach seiner Fasson selig werden". Und verteufeln soll man sich hier auch nicht gegenseitig. Das habe ich zumindest für meine Sicht bereits zu Beginn klargestellt.


    Rollenspiel ist ein Spiel. Man opfert Freizeit dafür. Es soll eben nicht der Ernst des Lebens sein, sondern Vergnügen. Da es ein Gruppenspiel ist, muss man dann nur noch möglichst viele Gleichgesinnte finden.


    Aber trotzdem kann man das Thema philosophisch und theoretisch betrachten. Ich denke schon, dass das für manchen interessant ist - wie man auch hier sehen kann.


    Rollenspiel ist durch die großen Bereiche "Spielleitung" und "SpielerInnen" ein ganz besonderes Spiel (abgesehen von anderen Besonderheiten). An den SL werden daher ganz andere Ansprüche gesetzt, als an einen üblichen Mitspieler. Solche Diskussionen stellen die SL Sichten dar - die teilweise nicht unterschiedlicher sein können.
    Vielleicht hilft eine der Theorien und Überlegungen neuen SLs oder "alten Hasen" das Spiel zu verbessern. Schaden kann es jedenfalls nicht (den Disclaimer oben immer vorweg geschickt).

  • Was man in dieser Diskussion klar unterscheiden muss sind zwei Dinge:
    1.) Wenn der SL (oder auch ein anderer Spieler, aber das ist hier ja nicht Thema) gegen die ausgemachten Regeln verstößt, dann spielt er falsch und handelt moralisch verwerflich. Diese Erkenntnis braucht keine Rollenspiel-Theorie, sie ist allgemeingültig.
    2.) Wie die ausgemachten Regeln genau aussehen sollen, darüber kann man verschiedener Meinung sein und darüber ist man auch verschiedener Meinung. Das ist letztendlich Geschmackssache. (Wobei einige Geschmäcker definitiv und objektiv schlechter sind als andere ;) )


    Das widerspricht dem nicht - soweit ich das ad hoc sehe.


    Ein von mir in dem Zusammenhang häufig beobachtetes Phänomen sind SLs, die - damit die Spieler Spaß haben - alles so einfach gestalten, dass man es als "geschenkt" ansehen kann. Das findet die Gruppe kurzfristig ganz toll, aber schnell wird das Spiel belanglos und uninteressant. Stattdessen hätte man - ganz in dem Sinne der hier fast als Usus vorhandenen Meinungen - mehr "Simulation", mehr scheinbare (!) Härte, passieren lassen müssen. Dann hätten Handlungen Konsequenzen und bekämen einen besonderen Wert. Und ich finde erst dann sind Erfolge auch als solche wahrnehmbar. In einem Spiel muss der Verlust/die Niederlage als Fakt vorhanden sein, damit es auch einen Sieg geben kann. Diese scheinbare (!) Härte lässt den SL manchmal recht unbeliebt sein ;-) Ich würde das für eine der größten Herausforderungen der SLs halten, gerade wenn sie anfangen. Hervorragend finde ich das Verhältnis einer Gruppe (inkl. SL hier), wenn dies allen bewusst ist und man dies, meinetwegen als "social contract", gegenseitig anerkennt. Eine Konsequenz daraus wäre auch das gemeinsame Verständnis, dass der SL nur in Ausnahmesituationen den Zufall reduziert, sofern es die aufgebaut Plausibilität nicht stört.


  • Zitat von »Prometheus«
    Sei mal nicht so dünnhäutig. Was soll denn daran diffamierend sein. Powergamer und Butt-Kicker sind Zitate aus dem von mir verlinkten Wikipedia-Artikel. Es handelt sich um wertneutrale Bezeichnungen von Spielertypen nach Robin D. Laws. Aber das steht auch so in dem Artikel:


    Entschuldige, diese Form von Formulierung wurde mir sehr oft abwertend, auf grosszügig tolerant tuend, über den Bauch geschrubbt und drückt deshalb wohl einen Knopf.


    Schwamm drüber :)
    Leider werden diese "Archetypen" immer wieder - entgegen Laws Absicht - wertend verwendet. Insbesondere dann, wenn eine Fraktion eine andere in ihrem Stil abwertend kritisieren möchte: "Powergamer sind keine Rollenspieler", "Storyteller sind Weicheier" etc. pp. Das ist einfach nur hohl. Ich kann mit allen Arten von Rollenspielern Spaß haben. Man muß sich nur auf die jeweilige Spielweise einlassen.

  • Ich würfle momentan offen, und was liegt, liegt. Das funktioniert.


    Mache ich in den meisten Fällen genauso. Da kann sich keiner der Spieler beschweren.
    Eine Ausnahme sind höchstens die sog. "verdeckten Würfe", wo ein Spieler nicht abschätzen können soll, ob ein Feind ihn entdeckt hat oder nicht. Das ist ja auch plausibel, da er nicht immer unmittelbar mit dem Ergebnis konfrontiert wird. Beim Kampf ist das anders, da merkt man sofort, ob man getroffen wurde bzw. getroffen hat. Darum würfle ich hier immer offen.

  • Scheinbar deswegen, weil es keine wirkliche Härte ist - wie von, ich glaube, allen hier festgestellt wurde.


    Ich würfel idR verdeckt, weil die Ergebnisse sonst vielleicht "zu viel" verraten. Beispielsweise ob die mittels Einsatzes eienr Fertigkeit erlangte Erkenntnis tatsächlich richtig ist, oder ob man sich vertan hat.

  • obwohl sie ein brauchbares und das einzige Werkzeug ist um den eigenen Stil zu definieren und den Spass zu quantifizieren?


    Ich nehme an du hast die <ironie> Tags vergessen :)


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    Prometheus :


    Ich kann mit einigen Unterschieden im Spielverständniss leben und meinen Spass haben. Aber mit allen nicht (siehe oben). Irgend wann wird auf "sich darauf einlassen" ein "sich verbiegen und verknoten". Das macht man im Berufsleben IMHO genug, in meiner Freizeit möchte ich darauf verzichten. z.B. ist es okay wenn ein Mitspieler oder SL etwas mehr Detail in einen Einkauf legt aber wenn er jeden Einkauf zu einer 1+ Stunden (Realzeit) Orgie im Feilschen ausdehnt und/oder (der SL) mich zwingen will Feilschen auszuspielen und zwar detailiert und ernsthaft(1) dann ist das für mich zu vielzu viel.


    (1) Ich feilsche nicht. Ich WILL nicht feilschen, ich finde das abartig und sehe keinen Grund es zu lernen. Wenn der SL das nicht akzeptieren kann, brauche ich ne andere Gruppe

  • Zitat von »Thondras«
    Ich würfel idR verdeckt, weil die Ergebnisse sonst vielleicht "zu viel" verraten.


    verstehe ich jetzt nicht?


    Mit "zuviel verraten" meint Thondras wahrscheinlich folgende Situation:


    Die Spieler versuchen in ein feindliches Lager zu schleichen. Sie führen also Proben auf Infiltration durch. Der SL würfelt nun für die Wache, die am Zaun Patrouille geht. Wenn die Spieler nun mitbekommen, dass der SL besonders hoch gewürfelt hat (und sie somit wahrscheinlich entdeckt hat), werden sie sich anders verhalten, als wenn er sie im Ungewissen tappen lässt. Sie können sich also nicht sicher sein, ob die Wache sie nicht bemerkt hat oder sie nur blufft, um sie in den Minengürtel zu locken.

  • @ JP-Thornton


    Nein, verbiegen sollte sich niemand müssen. Da hast Du natürlich recht. Das Spiel soll ja Spaß machen.
    Mit "darauf einlassen" meinte ich eher so etwas wie Verständnis aufbringen und tolerieren. Von meinem Gegenüber erwarte ich im Gegenzug natürlich genau dasselbe. Im günstigsten Fall trifft man sich irgendwo in der Mitte. So verteilt sich die Überwindung der "Stildifferenz" auf zwei Personen.