Spieler betrügen sich selbst/Eigenschaften korrekt auswürfeln usw...

  • Mich würde mal interessieren, wie Ihr in Euren Gruppen die Eigenschaften der Chars bestimmt. Auswürfeln, oder 660iger Regelung?


    Und wie macht Ihr das mit den Backgroundoptions (wenn ihr nicht Packages macht).


    Würfelt Ihr da noch irgendwas, oder kann sich das jeder frei (nach Punkten wählen? - Werden die Chars dann nicht stereotyp?)


    Hintergrund: Auch nach 20 jahren Rollenspiel erlebe ich immer wieder, dass die Leute leicht bei solchen Dingen betrügen, da kommt dann ein "ist doch nicht so wichtig diese Kleinigkeiten" parallel zu einem "wenn Du Deinen Magier nicht korrekt entwickelst (bei der Entwicklung bescheisst), darfst DU Dich nicht wundern, wenn Du nur so wenig Magiepunkte hast..."


    Kennt das noch wer? Mich regt das tierisch auf, weil ich ein Verständnis von Gleichheit bei der Charentwicklung habe! Oder bin ich da auf dem Holzweg, rege mich völlig überflüssigerweise auf und es ist nunmal so?

  • Mein Ansatz als Spielleitung ist immer die Chars mit jedem einzeln und nicht mit der ganzen Gruppe zu bauen.


    Da hab ich dann mehr Zeit mich auf den einen Char zu konzentrieren und meiner Erfahrung nach ist es so, dass fast alle Spieler kooperatiev sind, wenn ich ihnen eine Verhandlungsbasis biete. Natürlich achte ich darauf, dass die Vorteilskombination die jemand nimmt nicht zu heftig ist aber normalerweise bin ich da kompromissbereit.


    Was Die 660 regelung betrifft gibts bei mir folgendes: die Spieler können entscheiden ob sie 660 haben möchten oder lieber 600 +10w10. Natürlich muss das entschieden werden bevor verteilt wird.

  • Ich werde auch einmal meine Meinung abgeben:
    Zuerst: Ich habe die Hintergrundoptionen seit meiner ersten Gruppe hassen gelernt, weil 2 Hintergrundoptionen IMMER darauf verwendet wurden, sich einen Geldbetrag "auszusuchen". dieser Geldbetrag betrug IMMER 200 Goldmünzen, eal, ob es ein Schurke oder Krieger war. eine Folge war, dass meine Goldbelohnungen in den ersten Abenteuern geradezu lächerlich wurden. Seitdem verbiete ich Hintergrundoptionen immer, auch wenn ich mir selbst mal einen SC erstelle. Auch die anderen Hintergrundoptionen wollen mir einfach nicht gefallen.
    Bei der Ermittlung der Attributpunkte frage ich immer, ob die Spieler 660 oder 10 W10 haben wollen, aber die Entscheidung lässt sich nicht mehr widerrufen.

  • Die Hintergrundoptionen oder Talente/Makel sind so ne Sache.


    Ich schriebs ja schon, ich halte da als Sl immer ein Auge drauf und wenn ich meine, dass eine Kombination zu heftig ist (oder auch nur ein Einzelteil) muss das noch mal überarbeitete werden.


    Das gilt natürlich auch für Dinge wie wie Geldbeträge und ähnliches. Wenn man als Spieleitung meint, dass die Sache so nicht hinkommt, hat man das Recht und sogar die Pflicht, den Spieler drauf hinzuweisen und die Option im Zweifel nicht zu zulassen.


    Allerdings bin ich durchaus bereit sowas mit zu machen, wenn jemand eine sehr gute Begründung dafür hat oder einen Makel genommen hat, der heftig ist.

  • Ich lasse alles zu mit den hintergrundoptionen, klar sind dadurch die charaktere in einigen bereichen "mächtiger", aber durch die zufälligen makel kann es auch interessante schwächen geben. ausserdem erlaubt das talentesystem einem spieler berufe mit anderen facetten zu spielen.

  • Ich würde mal die gewagte Behauptung aufstellen, dass es eine deutliche Kausalität zwischen den Stufen des Rollenspiels "Anfangsphase-->Powergaming-Phase-->Charakter-Spiel-Phase" und der Anzal an "Würfen 90+" beim Charaktererschaffen gibt. Und Glück allein ist es wohl nicht.
    Ob nun das "Vergessen" eines schlechten Wurfes oder die an den Haaren herbeigezogenste "Erklärung", warum der Barbar aus der Steppe, der in Erstkontakt mit der Zivilisation tritt, "natürlich" 200 GS dabei hat. (Inklusive entrüsteten Fußauftretens allein schon ob der Frage des Meisters). Oder der ganz normale kleine Beschiß...solange die Spieler nicht begreifen, dass ich als Meister noch viel unauffälliger mogeln kann, ist die Welt im Gleichgewicht.
    Und früher oder später - so zumindets meine Erfahrung - hat auch das Wettrüsten ein Ende, weil beide Seiten einfach alles soweit runterkürzen, bis es es wieder Normalniveau erreicht. :)
    Beste Grüße,
    Erafal

  • Wenn ein Spieler meint er müsse in Stufe 1 200GS haben, wieso nicht. Der Barbar kann seinen Stamm (fetesten Kristall/Tochter des Häuptlings) beklaut/verkauft haben. Er kann eine Karawanne ausgeraubt/geplündert haben, vielleicht war die auch schon vorher verdurstet... Er kann z.B. einen Kristall besitzen von dem er nicht weiss, dass er 200 GS wert ist, aber er weiss das er wertvoll ist.
    Das ist meiner Meinung ja das schöne an den Talenten und Makeln (oder anderen Hintergrundoptionen), man kann leicht eine Hintergrundgeschichte ausmalen.


    PS: wir haben alle Phasen durch und sind definitiv in der Charakterspielphase, entscheidend bei uns war aber die Umstellung von Solopunkten auf Gruppenpunkte.

  • Seid gegrüßet,


    hm, da ich (D) vermutlich andere Hintergrundoptionen anbiete als Ihr (R) und es bei mir (D) keine Pakete gibt, löst dies bestimmt etliche Probleme automatisch.


    Da aber auch bei mir (D) Vorteile und Nachteile / Makel im Werdegang GEWÄHLT werden können, ist es umso wichtiger, daß ich alle Charaktere mit jedem Spieler einzelnd erstelle.
    Und wenn ein Spieler eine Idee für eine Hintergrundoption hat, die zu seinem Hintergrund paßt, bei mir aber noch nicht existiert, dann bin ich der letzte der da nein sagt.
    Alles was stimmig ist, das gefällt und wird erlaubt. Also auch die 200 GS für den Barbaren.


    Eigenschaften werden in drei Reihen gewürfelt und der Spieler kann sich seine Lieblingsreihe aussuchen und dann frei auf die Attribute verteilen. Ganz klar und einfach.
    Im Werdegang kann er mit je 1 Punkt dann etwas an seinen Eigenschaften ändern, aber das war es dann auch.


    @ Jayden: Das mit den Gruppenpunkten habe ich versucht und schnell wieder aufgegeben, sonst werden die aktiveren Spieler genauso schwerfällig wie die inaktiveren. :(
    Es hängt eben von der Gruppe bzw. dem einzelnen Spieler ab, ob das funktioniert.


    Gehabt Euch wohl.


    gez. DEVNUSOM-Meister

    regeltechnische Aussagen mit direktem Rolemaster-Bezug erhalten ein R, mit DEVNUSOM-Bezug ein D, alles andere ist allgemeingültiger Natur

  • Bei uns wird das Optimieren der Charaktere durch Hintergrundoptionen nicht als "betrügen" angesehen, sondern ist sogar positiv erwünscht.


    In unserer Gruppe hat jeder Spieler mehrere Charaktere zur Auswahl und wir spielen sie abwechselnd (gelegentlich auch mal mehrere gleichzeitig, oder der SC wechselt im Laufe des Abenteuers). Wir haben pro Spieler 5-8 Figuren am Start.
    Umgekehrt geben wir aber sehr wenige Erfahrungspunkte (selten mehr als 1000 pro Spielabend), so daß wir einen recht kleinen Power Creep haben. Stufe-5-Charaktere gelten bei uns als erfahrene alte Hasen und wurden oft schon jahrelang gespielt.


    Diese Spielweise führt dazu, daß innerhalb einer Gruppe häufig sehr verschiedene Stufen vorzufinden sind. Früher war das ein Problem, weil die niedrigstufigen Charaktere in Kampf- oder sonstigen "Würfelsituationen" schlicht nicht zu gebrauchen waren, teilweise auf Stufe 1 gar nichts richtig konnten. Sie standen total im Schatten der höherstufigen Charaktere und kamen gegen diese einfach nicht zum Zug, was wiederum früher dazu führte, daß die ohnehin schon höherstufigen Charaktere alle Erfahrungspunkte, Beute, Ruhm, Ehre und vor allem auch Präsenz im Abenteuer abkriegten und die niedrigstufen faktisch auch noch kleinhielten. Mit dem neuen RoleMaster hat sich das extrem gebessert: Man kann jetzt einen neuen Charakter an den Start schicken, der zwar nicht so gut ist wie die alten Hasen, aber auch nicht völlig inkompetent - der neue Charakter kann also von Anfang an voll mitmachen und wird auch für voll genommen.
    Das funktioniert aber nur, wenn der Spieler Schwerpunkte setzt und der Figur da, wo es sinnvoll ist, mit entsprechenden Fertigkeiten bzw. besonderen Fähigkeiten auf die Sprünge hilft.


    Wenn an einem Charakter irgend etwas ausgewürfelt werden muß - seien es Anfangswerte (600+10W10), Eigenschaftssteigerung, Training Package-Gegenstände, Makel, etc., dann hat sich bei uns eingebürgert, daß ein anderer Spieler als "Zeuge" hinzugezogen wird. Eigentlich kontrollieren wir das aber nicht. Unsere Spielweise hat sich so weit vom Würfelspiel entfernt, daß regeltechnisches "Schummeln" überhaupt nichts mehr bringt. Einige aktive Spielerinnen haben seit Jahren ihre Erfahrungspunkte nicht mehr aufgeschrieben und sind schlicht zu faul, ihre Charaktere zu steigern, obwohl sie schon mindestens 2 Stufen weiter wären. Trotzdem werden diese Charaktere gespielt und sind voll dabei. Uns geht es darum, die Geschichten zu erleben.

  • Ich bin da bei Erafel, weil es ja in der Konsequenz (sind die Spieler hammerhart, ist also der +30 Stärke SC-Krieger Standard, so ist das der +30 Stärke Spieler als NSC ja auch irgendwann so heftig) so ist. Verstehen kann ich solch kleine Beschiß-Sachen aber trotzdem nicht. Ich finde das schade, weil man ja eigentlich von Erwachsenen bei einer reinen Hobby-Sache erwarten können sollte, dass die sich korrekt bei so einer Sache verhalten.


    Trotzdem finde ich die unterschiedlichen Auffassungen schon interessant^^


    Frabby


    Wundert mich schon, warum spielt Ihr denn überhaupt noch RM als System, wenn es ja faktisch vom Spiel her eher egal ist?

  • Wir spielen seit zwei Jahren mit mindestens einem Onlinemitglied von dem ich nicht mal die Würfe sehe und auch bei der Charakterentwicklung muss ich nicht dabei sein. Da spielen wir lieber als uns mit den einzelnen Aufstufungen zu befassen. Die Spieler fragen mich ob die Aufstung so ok ist, wegen neuer Fertigkeiten und gut ist. Einige Spieler wollen gerne mit mir als SL den neuen Charakter machen, gerade wenn zufällige Talente im Spiel sind und da bin ich da auch sehr gerne zugegen. Nicht weil ich kontrollieren will, sondern weil ich als SL auch direkt Einfluss nehmen kann, wenn das Talent oder Makel komplett gegen den eigentlichen Charakter spricht und ich so dem Spieler Optionen anbieten kann.

  • Mich würde mal interessieren, wie Ihr in Euren Gruppen die Eigenschaften der Chars bestimmt. Auswürfeln, oder 660iger Regelung?


    660 Punkte für Temporary Stats und öffentliches Würfeln der Potential Stats.

    Quote

    Und wie macht Ihr das mit den Backgroundoptions (wenn ihr nicht Packages macht).


    Würfelt Ihr da noch irgendwas, oder kann sich das jeder frei (nach Punkten wählen? - Werden die Chars dann nicht stereotyp?)


    Öffentliches würfeln, wobei man bei bestimmten Optionen ja, i.d.R. für mehr Hintergrundoptionen, auch wählen kann. Dann entfällt der Wurf natürlich.

    Quote

    Hintergrund: Auch nach 20 jahren Rollenspiel erlebe ich immer wieder, dass die Leute leicht bei solchen Dingen betrügen, da kommt dann ein "ist doch nicht so wichtig diese Kleinigkeiten" parallel zu einem "wenn Du Deinen Magier nicht korrekt entwickelst (bei der Entwicklung bescheisst), darfst DU Dich nicht wundern, wenn Du nur so wenig Magiepunkte hast..."


    Kennt das noch wer? Mich regt das tierisch auf, weil ich ein Verständnis von Gleichheit bei der Charentwicklung habe! Oder bin ich da auf dem Holzweg, rege mich völlig überflüssigerweise auf und es ist nunmal so?


    Ja, kann ich verstehen. Wenn jemand bei uns seinen Charakter innerhalb der Regeln optimiert, dann ist das völlig OK. Aber geschummelt wird nicht.