Gefängniswelt im Layout

  • Danke für die Info, Blitzbob.


    Abgesehen vom Hinweis auf die Übersetzung ist für mich das Interessanteste an dieser Rezension die implizite Definition von "Abenteuer", die offensichtlich eine sehr viel stärkere storyline-Orientierung voraussetzt; "Gefängniswelt" ist demgegenüber tatsächlich sehr viel offener - allerdings zeigen die darin enthaltenen Mini-Abenteuer, dass man um das Planen von storylines nie ganz herum kommt, d.h. der Unterschied besteht eigentlich im Grad der Ausarbeitung derselben. Und diese unterschiedlichen Ansätze kann man dann freilich unterschiedlich bewerten.
    In den sich (in anderen Foren) seit Jahren im Kreis drehenden Diskussionen über sog. 'railroading' könnte der Ball sehr viel flacher gehalten werden, wenn deren Protagonisten sich darüber im Klaren wären, dass ihre Definitionen von "Abenteuer" einfach sehr unterschiedlich sind.

  • Die Bemerkung "Gefängniswelt ist kein Abenteuer. Nein, im Ernst, das hier ist kein Abenteuer, vielmehr haben wir es hier mit einer Mischung aus Mikrosetting und Kampagne zu tun..." finde ich auch sehr passend. Das ist ja auch eine der ganz offensichtlichen Stärken dieses "Abenteuers". Dazu kommt noch, dass sich das Ding sowohl als "Sandbox" spielen lässt, aber auch, wenn man möchte, wie am Schnürchen. Das ganze stellt auch ein gutes Modell dar, mit der beide Fraktionen gut bedient werden. Leider wird dieser goldene Mittelweg ziemlich selten beschritten.

  • Ja, die Beobachtung ist völlig richtig. Die Sandbox-Variante entfaltet sich allerdings nur dann, wenn man die enthaltenen Mini-Abenteuer - wie im Band ja auch vorgeschlagen - parallel ablaufen lässt, anstatt in der Reihenfolge ihrer Beschreibung. Genau dann muss ein Spielleiter aber sehr genau darauf achten, dass die Entwicklungen in einem der ABs nicht die Voraussetzungen eines anderen so sehr verändern, dass es nicht mehr gespielt werden kann. Das simpelste Beispiel ist eine gelingende Flucht, die den Rest der Beschreibungen obsolet werden lässt; insofern hat diese Art von Abenteuerdesign auch etwas... unökonomisches an sich - dafür bietet es allerdings ein hohes Maß an Freiheit, welches zumindest von einem erfahrenen Spielleiter auch ausgeschöpft werden kann.

  • Du pöser, pöser powermasternder railroader, Du! Geh Dich schämen! :D


    Man könnte es allerdings auch so machen: immer wenn die Gruppe in der laufenden Kampagne mal wieder zu weit jenseits des Gesetzes unterwegs war und obendrein dumm genug, sich erwischen zu lassen, landet sie mit unschöner Regelmäßigkeit wieder in Tarkwall, um ein weiteres der spannenden Abenteuer mit Big Rolf&Co. zu erleben. :thumbsup:

  • Ich merke, wir finden Lösungen ;-)


    Eine andere wäre: "Oups - wir haben was vergessen"
    Was, wenn später sich herausstellen würde, dass auf Tarkwall etwas wichtiges zurückgeblieben ist oder man aus sonstigen Gründen freiwillig (!) zurückkehrt. Ach, herrlich - so viele Möglichkeiten. Der Plant kann einen einfach nicht loslassen ;-)

  • Nachdem ich ja der Meinung bin eine Kampagne wie Gefängniswelt ist schwierig zu spielen, aus dem einfachen Grund dass die meisten Spieler keine Lust haben ihren Charakter im Gefängnis versauern zu sehen, habe ich gestern mit dem Buch eine sehr positive Erfahrung machen müssen.


    Die Spieler fragten was passiert, sollten sie den Auftrag der Regierung an die Wand fahren?


    Ich ging rüber zum Regal, holte Gefängniswelt und erklärte dass es dafür eine wundervolle Kampagne gibt. Ich zeigte das Buch und erklärte mich bereit die Kampagne, im Falle eines Versagens der Gruppe vorzubereiten.


    Es hat wunderbar funktioniert... selten habe ich eine so konzentrierte Gruppe erlebt ;-)


    Naja... nun muss das Buch doch noch im Regal auf seinen Einsatz warten...

  • ZUspät nach meinem Adventure mit einem Hightech gefängnis gilt die devise "nur tot bekommt ihr mich" bei meinen Spieler. Hätte wohl nicht anlehnung bei einem Sf roman nehmen sollen wo die Gehirne in Robotkörper gesteckt werden und diese dann auf nem Mond dann erze abbauen dürfen.

  • Wunderbar! Zur Einschüchterung und als Motivationsstütze funktioniert das also schon mal hervorragend. Das ist doch schon mal schön!


    "Aber eins kann ich Euch sagen: Wir kriegen sie alle!"



    ...früher oder später!