Wurfwaffen sind nur Exoten?

  • Ich baue gerade die Jugendränge für RoleMaster Office ein und mir fällt auf, dass es kaum normale Wurfwaffen gibt.
    Ich würde spontan Wurfspeer sagen, aber das ist eine Stangenwaffe ...
    Nun das einzig sinnvolle nicht-exotische ist immernoch das Lasso, so als Kuhhirte hat halt jeder mal ein Lasso geschwungen. Alternativ ist da noch Wurfpfeil, finde ich aber nicht passend,
    Alles andere würde ich als Jugendfertigkeit nicht erlauben.


    Oder habe ich das vielleicht falsch verstanden? Einen Dolch werfe ich mit meinem normalen Dolch-OB und bekomme einfach nur die Reichweitenmodifikation, oder muss ich den zum Werfen extra nochmal lernen?

  • Ob geworfenen Dolch, geworfene Axt, geworfener Speer usw., das muß alles separat gelernt werden. Die Waffen, bei denen bei den Waffentabellen Reichweitenmodifikatoren angegeben sind, kann man als Wurfwaffen lernen.

  • Ich finde das nirgends beschrieben, aber nur so ist es logisch, dass die Wurfwaffen nur Exoten sind.
    Also lerne ich einmal Dolch mit 1H-Klingen Kosten und einmal Dolch mit den Kosten der Wurfwaffe.
    Danke, dann werde ich das noch im Programm ändern, dass man nur bei geworfenen Waffen die Reichweitenmodifikatoren aufs PDF gedruckt bekommt.

  • Seid gegrüßet,


    was ist mit Harpune und Netz ?
    Beides verwenden Fischer und sind doch keine Exoten, oder ?
    Klar kann men eine Harpune wie einen kurzen Spieß als Stangenwaffe und ein Netz auch im Nahkampf wie ein Gladiator als Schlagwaffe nutzen, aber eigentlich ist das doch eher die ungewöhnlichere Variante ...


    gez. DEVNUSOM-Meister

    regeltechnische Aussagen mit direktem Rolemaster-Bezug erhalten ein R, mit DEVNUSOM-Bezug ein D, alles andere ist allgemeingültiger Natur

  • Netz ist eine Schlagwaffe, Harpune ist wie Wurfspeer eine Stangenwaffe,
    ohne das Wissen, dass ich das diese als Wurfwaffe lernen muss/kann, würden diese wegfallen, aber mit der neuen Erkenntnis ... werden die Corsaren jetzt als Volkswaffe sicher ein Netz bekommen und kein Lasso :D
    Oder vielleicht den Wurfdolch, so als Seemann auch passend ...
    Dem Standard-Menschen würde ich Wurfdolch als Volks-Jugenrang-Waffe geben.

  • Die Jugendfertigkeiten sind eigentlich vom Volk vorgegeben und damit nicht in der Entscheidungsgewalt des Spielers. Ein Rohirrim wird auch nicht sagen können, dass er statt Reiten (Pferd) lieber Reiten (Kriegselefant) haben möchte ... Es ist ja auch immer eine Frage der Verfügbarkeit von Waffen. Langschwerter und Langbögen sind überall verfügbar, aber das Kind kann ja nicht bestimmen, ob Papa eine schwere Armbrust hat.
    Allerdings lasse ich da schon mit mir reden, nur muss ich für mein Programm das erst einmal für jedes Volk festlegen, und dann kann der Spieler die Jugend-Waffe durch eine andere ersetzen (wenn ich das erlaube ;) ).

  • Ob geworfenen Dolch, geworfene Axt, geworfener Speer usw., das muß alles separat gelernt werden. Die Waffen, bei denen bei den Waffentabellen Reichweitenmodifikatoren angegeben sind, kann man als Wurfwaffen lernen.

    Steht das irgendwo so explizit in den Regeln? Wir haben's damals gesucht und nicht gefunden, und seither darf man bei uns den jeweils höheren OB, also wahlweise Wurfwaffen- oder Waffen-OB, einsetzen.
    Denn uns erschien logisch, daß jemand, der z.B. eine Axt oder ein Messer zum Kämpfen benutzt automatisch auch Wurftechniken damit erlernt und die Waffe mit demselben OB (und den entsprechenden Abzügen auf der Waffentabelle) werfen kann.

  • Klassische Wurfwaffen


    Wurmesser
    Wurfspeer(einige Wurfspeere doubeln als Nahkampfspeere)
    Wurfäxte
    Das waren klassische Massenwaffen in einer Kultur
    Wer mir sagt dein Römer kann nicht Pilum gelernt haben, dein Franke nicht Francisca oder der Bürger einer mittelalterlichen Stadt nicht Armbrust... klassische Waffen der Kulturen und Langbögen und Langschwerter sind NICHT überall verfügbar.

  • Steht das irgendwo so explizit in den Regeln? Wir haben's damals gesucht und nicht gefunden, und seither darf man bei uns den jeweils höheren OB, also wahlweise Wurfwaffen- oder Waffen-OB, einsetzen.
    Denn uns erschien logisch, daß jemand, der z.B. eine Axt oder ein Messer zum Kämpfen benutzt automatisch auch Wurftechniken damit erlernt und die Waffe mit demselben OB (und den entsprechenden Abzügen auf der Waffentabelle) werfen kann.


    Es steht nirgends explizit, daß man diese Waffen separat erlernen muß. Es ergibt sich aber daraus, daß man bei Rolemaster das Führen jeder Waffe einzeln erlernen muß, sogar Bastard-Schwert einhändig und zweihändig (siehe hier), und bei der Kategorie "Wurfwaffen" - zumindest in der englischen Ausgabe - als Beispiele für Wurfwaffen auch Messer und Wurfspeere als zu erlernende Waffen angegeben sind, die man sonst auch als Nahkampfwaffen erlernen kann.

  • Wer mir sagt dein Römer kann nicht Pilum gelernt haben, dein Franke nicht Francisca oder der Bürger einer mittelalterlichen Stadt nicht Armbrust... klassische Waffen der Kulturen und Langbögen und Langschwerter sind NICHT überall verfügbar.

    Schon gut, in Mittelerde gibt es keine Römer, keine Franken und die Städte bis auf einige Ausnahmen (z.B. Minas Tirith) sind einfach klein.
    Und wenn der Spieler aus Minas Tirith kommen will, klar, dann darf er logischerweise auch den Langbogen durch die Armbrust ersetzen, ich sagte ja schon, dass ich mit mir reden lasse.
    Aber da es heute noch das uralte (nicht mehr praktizierte) englische Gesetz gibt, dass jeder erwachsene Mann mit einem Langbogen einen Mann auf 100 Schritt treffen können muss, gehe ich davon aus, dass der Langbogen recht verbreitet war. Zudem war die Herstellung auch einfacher und zum Jagen brauchten die auch Bögen. Und wenn da 2 Ränge 1h-Klinge steht, dann gebe ich dem Bauern kein Pilum ;) sondern ein Langschwert oder einen Krumsäbel, aber wenn der Spieler es begründet, dann bekommt er eine andere Waffe.

  • Schon gut, in Mittelerde gibt es keine Römer, keine Franken

    Es waren Beispiele fü Volkstypische Wurfwaffen, die en masse verwendet wurden, addiere den Chakram der Sikhs dazu, das erlernte man üblicherweise in der Jugend in diesen Kulturen.
    Bei den Rohirrim dürften Wurfspeere typisch sein, benutzen nicht die Dunländer einen schweren Wurfspeer
    Übrigens es gibt keine Langschwerter in Mittelerde :|


    Quote

    Aber da es heute noch das uralte (nicht mehr praktizierte) englische Gesetz gibt, dass jeder erwachsene Mann mit einem Langbogen einen Mann auf 100 Schritt treffen können muss,

    100 m? Mit dem Langbogen?


    ROTFLOL,
    ROTFLOL,
    ROTFLOL,
    ROTFLOL,
    ROTFLOL,


    Das war s o ziemlich die maximal Kampf Reichweite in indirektem Beschuss.
    Der Langbogen ist gut gegen ungerüstete Gegner gegen Ritter oder sonstige gerüstete nimm die Armbrust(die wiederum in der Logistik Spass machte) und dem Bauer würde ich Speer und Schild geben. Nein es gab ein Gesetz das jeder Freie Bauer nach dem Kirchgang mit dem Bogen oder der Bill üben musste, eine Menge der Longbowmen(sprich leichtgerüstete Infantristen) führten nämlich die Bill

  • Rolemaster ist ein Rollenspiel, keine formale Logik in der jedes X Bogenschießen können MUSS, wenn es aus der Gegend Y kommt. Was spricht denn dagegen, dass es einen Pferdeherren gibt, der nicht gescheit reiten kann? Hauptsache, der Charakter kann es stimmig erklären. Und was die Wurfwaffen angeht, so billige ich es einem Dolch-Kämpfer auch zu, dass er das Ding auch einigermaßen werfen kann. Problem: der Dolch ist dann erstmal weg - und im Gegensatz zu spektakulären Filmszenen steckt er nicht automatisch im Rücken des tödlich getroffenen Feindes. Das selbiges für einen Bi-Händer oder Pflitzebogen nicht 1:1 gilt, ergibt sich aus dem gesunden Menschenverstand...aber abhängig vom Fantasy-Gehalt der Spielwelt...warum eigentlich nicht. ;) Ich hatte zumindest mal einen Waldläufer, der mit drei Wurfspeeren unterwegs war, die man zu einem dreibeinigen Schwenkgrill zusammensetzen konnte. :whistling:
    Beste Grüße,
    Erafal

  • Seid gegrüßet,


    meiner Meinung nach kann ein Langbogen nicht in allen Kulturen sinnvoll sein.
    Gerade Reitervölker bevorzugen eindeutig Kurzbögen oder die Kompositvariante derselben.
    Also würden berittene Ostlingvölker wie die Sagath genau wie die Rohirrim keinen Langbogen, sondern einen Kurzbogen verwenden.
    Infanterie orientierte Völker wie die Númenorer oder "wilde Haufen" wie die Dunländer nutzen natürlich bevorzugt Langbögen, wenn sie nicht gerade eine Armbrust im Gepäck haben.


    gez. DEVNUSOM-Meister

    regeltechnische Aussagen mit direktem Rolemaster-Bezug erhalten ein R, mit DEVNUSOM-Bezug ein D, alles andere ist allgemeingültiger Natur

  • DEVNUSOM , Full ACK, Rohirrim gebe ich als Default-Volkswaffe den Kombositbogen, weil der Langbogen auf dem Pferd sonst recht unpraktisch ist


    navigator : Bevor du hier weiter Unwissen verbreitest, hier ein paar Fakten:


    1. zu den Langbögen-Falschaussagen, siehe Wikipedia-Artikel
    Zitat: Angeblich galt ein Langbogenschütze nichts, wenn er nicht mit 10–12 Pfeilen in der Minute ein Ziel in 200 m Entfernung traf, wozu es jedoch einige Zeit der Ausbildung bedurfte (s. o. Zugkraft)
    Das ist natürlich nur eine Anekdote, aber bei einer Zugkraft von 100-120 Pfund schaffst du gezielt locker 100m. Als ich mal eine kurze Zeit im Bogenschieß-Verein war schafften die 80 Pfund Bögen auch 90m und die mussten nicht hoch in die Luft zielen, da flog der Pfeil recht gerade. Also sind 100m realistische Kampfreichweite (gezielt).
    2. Die Einsatzzeit des Pilums war 600 v. Chr bis 600 n. Chr
    3. Ebenso haben die Franken mit der Fransika nur bis ins 7 Jhd. n Chr gekämpft


    Ich hätte gerne eine Quelle, dass Langschwerter nicht überall verfügbar sind.

  • magistrat : Egal ob Deine Angaben nun stimmen oder nicht, bitte spar Dir eine Diskussion mit navigator. Er hat sich hier schon bzgl. historischer Fragestellungen als Troll hervorgetan und solche Diskussionen führen i.d.R. nur zu einem unproduktiven Streitgespäch, welches der eigentlichen Frage kein Stück weiterhilft. Also: Don't feed the trolls...

  • @


    1. zu den Langbögen-Falschaussagen, siehe Wikipedia-Artikel
    Zitat: Angeblich galt ein Langbogenschütze nichts, wenn er nicht mit 10–12 Pfeilen in der Minute ein Ziel in 200 m Entfernung traf, wozu es jedoch einige Zeit der Ausbildung bedurfte (s. o. Zugkraft)

    Verschone mich vor Wiki.
    A Der Effekt gegen gerüstete Gegner war recht gering, der Grund das die Englischen Könige Langbogenschützen mitnahmen war das sie sich Armbrustschützen nicht mehr leisten konnten und ein guter Teil der Bowmen wahrscheinlich die Bill benutzte
    De Longbowmen waren zum Kampf gegen die kaum gerüsteten Schotten gedacht


    B Das Ziel war eine Masse , ein Gebiet nach dem Motto einfach reinhalten soundsoviele werden schon treffen und geriet nach dem 100 jährigen Krieg in Europa vom Kriegsschauplatz

    Quote

    Das ist natürlich nur eine Anekdote, aber bei einer Zugkraft von 100-120 Pfund schaffst du gezielt locker 100m. Als ich mal eine kurze Zeit im Bogenschieß-Verein war schafften die 80 Pfund Bögen auch 90m

    Welche Bögen? Welche Pfeile? Was kam an Energie im Ziel an.

    Quote

    Ja und? Dann kam die Plumbata ein kurzer schwerer Wurfpfeil in Mode


    Quote


    Ich hätte gerne eine Quelle, dass Langschwerter nicht überall verfügbar sind.

    Das Langschwert ist eine Spätmittealterlich IIRC - Renaissance anderthalbhändige Zivilwaffe,


    Ecthelion


    Vergiss nicht hinzuzufügen, das ich bei einigen der Diskussionen angelogen und veralbert wurde

  • Komisch, dass Ihr Wurfwaffen "nur" als seltene Exoten seht.


    Wurfwaffen sind doch ein sinnvolles Feature und machen durchaus SInn (ich will nur ganz kurz auf den historischen Kontext eingehen und folgende Frage fomulieren: Haben modernere Schußwaffen nicht vieleicht die Wurfwaffen abgelöst?).


    Man sollte allerdings aufpassen, dass Wurfwaffen nicht zu heftig sind, da diese doch wenn man sie intelligent einsetzt ziemlich entscheidend sein können. Dazu kommt, dass man (so wie ich es kenne und wir es anwenden), diese nur parieren kann wenn man einen Schild (oder die adequaten Fähigkeiten hat). Dann kommt es noch darauf an, welches Initiative-System man benutzt, ob zum Beispiel Wurf/Schußwaffenattacken vor Nachkampf kommen usw. Aus diesen Gründen kann es m.M.n. auch nur so sein, dass Wurfwaffen separat entwickelt werden, da es sonst von der Balance her nicht funktioniert.