Makel: Schützlinge

  • Einer meiner Spieler hat 2 Schützlinge als Makel "gewonnen".
    Ich habe ihm zwei unfähige Koboldkinder gegeben, weil das gut als Einstieg zum nächsten Drachenland-Abenteuer 14 Wanderer unter dunklem Himmel passt.
    Aber nun will er die immer vorschicken um irgendwas zu erkunden (sie sind grad in einem Feenwald unterwegs - DL 12) ...


    Was passiert, wenn einer der Schützlinge stirbt? Wie macht ihr das?
    Ich dachte so an einen schweren Feenfluch ...

  • Wenn der Makel während des Spiels gewonnen wurde und der SC dafür keine Vorteile erhalten haben sollte, dann ist der Tod des Schützlings kein Problem. Sollte der SC aber Vorteile aus der Wahl des Makels gezogen haben, dann gibt es in meinen Augen nur zwei Möglichkeiten: Entweder den Makel entfernen und durch einen neuen/anderen Makel ersetzen oder verhindern, dass der Schützling so einfach stirbt, was allerdings auf Dauer nur schwer umzusetzen ist ohne ins Abstruse abzugleiten oder die Spieler zu gängeln.


    So wie Du es beschrieben hast verwendet der Spieler seine Schützlinge als "Minensucher" und verkehrt damit einen Nachteil in einen Vorteil. Das ist sicherlich nicht im Sinne des Erfinders. Auch NSCs haben einen eigenen Willen und sollten nicht so ohne weiteres zu Handlungen gezwungen werden können. Man könnte die beiden Koboldkinder vielleicht so tollpatschig darstellen, dass sie als "Minensucher" eher zu einer Gefahr werden, sodass der SC über kurz oder lang freiwillig auf diese Zweckentfremdung verzichtet.

  • Der Makel "Schützling" soll einem eher einen Schützling an die Hand geben den man pflegt und um den man sich kümmert. Mann hat eine besondere Beziehung zu seinem Schützling, würde ihn niemals einer Gefahr aussetzen und sollte er jemals in Gefahr schweben oder einer Gefahr ausgesetzt sein, wird man alles daran setzen ihn zu retten und zu beschützen, und ihn nicht als Mienensucher einsetzen.
    Wie man das aber schön ins Spiel einbettet weiß ich gerade auch nicht. Mir fallen da nur Klassiker ein, wie z.B. das "göttliche Zeichen" dass einen glauben lässt das Kind sei etwas besonderes...

  • Danke für die Antworten. Mir ist was gutes eingefallen.
    Wenn einer der Schützlinge stirbt, dann bekommt er einen Feenfluch was ich ihm als Makel gleicher Stärke anrechne.
    Da er zwei Schützlinge hat (höherer Makel), kann er daraus also zwei höhere Makel machen. Und die Makel suche ich dann aus.


    Insgesamt werden die Schützlinge auch nicht sinnvoll nutzbar sein.

  • Seid gegrüßet,


    @ Magistrat: Deine Lösung ist natürlich praktikabel, aber lernt der Spieler daraus ?


    Bei mir (D) habe ich auch das Problem mit einem Krieger, der als Nachteil Feenohren und vernarbte Beine genommen hat. Da er aber fast immer in kompletter Rüstung mit aufgesetztem Helm steckt, bekommen den Nachteil die meisten gar nicht mit und können daher auf den Makel mit erschwerten Selbstbeherrschungswürfen gar nicht reagieren. Das habe ich dann damit erwidert, daß sich seine Umgebung (z. B. bei Audienzen, aber auch während des Essens & Trinken in einer Kneipe) über ihn erst wundert, dann lustig macht und zuletzt ihn ignoriert.


    Ein anderer Fall war ein Priester und ein Magier, die Mechnismus-Unkenntnis gewählt haben, aber weder Schlösser öffnen, Fallen entschärfen, noch sonstige mechanische Fertigkeiten einsetzen. Lediglich bei Armbrüsten oder komplizierten Türöffnungsmechanismen (keine Schlösser, sondern verschiebbare Wände oder drehbare Hebel) konnte ich dies bisher auch als Nachteil darstellen.


    Ich habe jedenfalls daraus gelernt zukünftig wesentlich rigoroser bei der Zulassung der Nachteile zu sein, so daß damit auch Berufsfertigkeiten in Mitleidenschaft gezogen werden. :evil:


    Ansonsten stimme ich Lusio und Bard Rhys zu, daß dieser Makel des Schützlings etwas mit Verantwortung zu tun hat. Vor- und Nachteile sollten daher nie gewürfelt, sondern stets passend zum Charakter gewählt werden.


    @ Prometheus: Dir muß ich allerdings dahingehend widersprechen, daß man nicht den Wahlzeitpunkt für einen Makel hinsichtlich des Umgehens mit demselben als Maßstab verwenden sollte, denn ein Schützling ist ein Schützling, ob er nun bei der Charaktererschaffung schon "entstand" oder erst im Verlauf des Spiels zum Charakter stößt sollte für die Behandlung desselben irrelevant sein. Wer einen Schützling nicht schützt, der verhält sich wie man schon am Wortstamm ersehen kann grundlegend falsch und es sollte über die Gesinnung als auch das Verhalten des Charakters noch einmal nachgedacht werden.


    Selbst böse Charaktere wählen u. U. Schützlinge aus, die sie zwar nicht verhätscheln oder vor allen Gefahren behüten, aber trotzdem fördern und sie deren Tod nur ungern in Kauf nehmen (Stichwort: verschwendete Ressourcen).


    Von der üblichen Obachtspflicht eines Ritters gegenüber seines Knappen (genau wie vorher dem Pagen) einmal völlig abgesehen.


    Soweit von mir dazu.


    gez. DEVNUSOM-Meister

    regeltechnische Aussagen mit direktem Rolemaster-Bezug erhalten ein R, mit DEVNUSOM-Bezug ein D, alles andere ist allgemeingültiger Natur

  • Einer meiner Spieler hat 2 Schützlinge als Makel "


    Wie?


    Bei der Formulierung frage ich hat er da überhaupt noch eine Wahl gehabt?



    Quote

    Ich habe ihm zwei unfähige Koboldkinder gegeben


    Wie konntest du das tun?Das >Konzept Schützling sieht nicht im mindesten vor, das der SL da was ausgibt, das Konzept setzt vorraus das der Charsdpieler sich was entwirft.




    Quote

    Was passiert, wenn einer der Schützlinge stirbt?


    Das kommt darauf an, freikaufen oder durch anderen Nachteil ersetzen, anderer Schützling, Rache etc etc




    Ich dachte so an einen schweren Feenfluch ...



    Warum? Wurden die ihm von ner Fee aufgezwungen, dann wäre der Nachteil nicht Schützling sondern aufgezwungene Pflicht.

  • DEVNUSOM
    Da habe ich mich wahrscheinlich nicht klar genug ausgedrückt. Natürlich hast Du mit Deinem Einwand recht, allerdings hast Du mich offenbar falsch verstanden. Ein Schützling ist ein Schützling - klar. Aber ein Schützling ist nicht unsterblich. Ein Charakter kann sich soviel Mühe geben wie er will und dennoch kann auch ein Schützling sterben. Was passiert aber dann mit dem Makel?


    Meiner Meinung nach könnte der Makel ersatzlos gestrichen werden, wenn der SC den Makel als Folge des Spiels erhalten hat ohne dafür Vorteile zu bekommen. Bei der Charaktererschaffung sieht es aber anders aus, denn dort erhält ein Charakter für seine Makel auch immer Vorteile. Demnach sollte der Verlust eines solchen Makels zu einem späteren Zeitpunkt immer auch irgendwie wieder ausgeglichen werden, da der SC ja nach wie vor den durch den Makel gewonnen Vorteil besitzt. In diesem Fall würde ich einen neuen Makel bestimmen/wählen lassen. Soweit klar?


    Und das ich den beschriebenen Missbrauch der Schützlinge als grundlegend falsch erachte, habe ich doch deutlich genug geschrieben ;)

  • Seid gegrüßet,


    @ Magistrat: Deine Lösung ist natürlich praktikabel, aber lernt der Spieler daraus ?


    Was soll der Spieler daraus lernen, nicht mit Leuten zu spielen, die sich nicht fair verhalten?







    Quote

    Bei mir (D) habe ich auch das Problem mit einem Krieger, der als Nachteil Feenohren und vernarbte Beine genommen hat. Da er aber fast immer in kompletter Rüstung mit aufgesetztem Helm steckt, bekommen den Nachteil die meisten gar nicht mit und können daher auf den Makel mit erschwerten Selbstbeherrschungswürfen gar nicht reagieren


    oh der gute alte Pferdeohren hat König, Haareschneiden war problematisch. Aber wenn bei den Nachteilen, die Verdeckbarkeit nicht Einkalkliert wurde, habe ich ein Problem mit den Autoren nicht dem Spieler.


    Bei dern Azteken, durften sogar nur Krieger mit Beinnarben entsprechende Baumwollklung tragen, die sie verdeckten.


    Der Spieler handelt das entweder unkrativ ab, normale Kopfbedeckung z.b. Haube wäre viel unauffälliger ioder er behandelt den Nachteil wie in Märchen und Sage, wo der König mit Pferdeohren auch dauernd seinen Helm trug.



    Quote

    Ein anderer Fall war ein Priester und ein Magier, die Mechnismus-Unkenntnis gewählt haben, aber weder Schlösser öffnen, Fallen entschärfen, noch sonstige mechanische Fertigkeiten einsetzen.


    Nachteile sind nur Nachteile, wenn sie Nachteilig für das Charakterkonzept sind und in die Kampagne passen.


    Die Regel ist fast 20 Jahre alt, das hat mittlerweile sogar Thomas Römer möglicherweise kapiert.


    @



    Quote

    Wer einen Schützling nicht schützt, der verhält sich wie man schon am Wortstamm ersehen kann grundlegend falsch


    Definier schützt und Schützling, ihn in Zuckerwatte packen oder fordern und fördern



    Quote

    Von der üblichen Obachtspflicht eines Ritters gegenüber seines Knappen (genau wie vorher dem Pagen) einmal völlig abgesehen.


    die ihn in den Krieg und im Falle zumindest des Knappen aufs Schlachtfelfd folgten, davon abgesehen das alleine Ausbildung und Training eine gefährliche Pflicht(ebenfalls ein Nachteil, im Falle von Garderittern o.ä. zählt das extrem hardous duty) waren.

  • Ich denke auch, dass man eher an den gesunden Menschenverstand appellieren sollte. Ein Nachteil ohne nachteilige Konsequenzen ist kein Nachteil und sollte einem Charakter bei der Charaktererschaffung auch keine Vorteile geben. Das Problem ist aber auch nicht wirklich neu und taucht hier und dort immer mal wieder auf.


    Sofern der Spieler sich den Makel Schützling nicht selbst gewählt hat, sondern ihm dieser "aufgedrückt" wurde, kann man natürlich zumindest nachvollziehen, warum er die Koboldkinder so einsetzt. Würde es sich um die leiblichen Kinder des Charakters handeln (die der Spieler selbst als Schützlinge gewählt hat), sähe die Sache sicherlich anders aus.


    Auch wenn es einen Bruch mit der Geschichte darstellt, wäre es vielleicht das beste, wenn der Spieler sich einen anderen Makel wählen würde - einen, den er auch vernünftig auszuspielen bereit ist.

  • Vermutlich ist es für die Zukunft besser, die Nachteile auch aussuchen zu lassen ...
    Ich habe die Nachteile aber immer mit den Spieler abgesprochen, nach dem Würfeln. Beispiel: Ein Spieler wollte kein Eunuch sein, da habe ich nochmal gewürfelt. Aufgezwungen ist da nichts.
    Und der Schützlings-Spieler hat sich auch eine nette Geschichte ausgedacht. Er hat versehentlich beim Holzfällen die Eltern getötet und die Kinder sind dann geboren worden und haben ihn als Papa angesehen.
    Jetzt schaun ich mal, welche Schwierigkeiten die Kinder noch so bringen können. Soll ja auch nicht nerven beim Spielen.

  • wenn er sie als Minensucher einsetzt, sollten die Kinder soviel glück haben in keine Mine zu treten, aber mitten im Minenfeld in einen Dorn treten, der den Charakter zwingt selbst durch das Minenfeld zu wandern. Dann wird er automatisch die Aufgaben leichter Gestalten ;)

  • Seid gegrüßet,


    @ Prometheus: Stimmt, war ein kleines Mißverständnis, danke für die Klärung. Nun ist wieder alles schön sonnig ! ;)
    Daß Du den Umgang mit den Koboldkindern nicht gutgeheißen hast war mir auch direkt klar gewesen, mir ging es nur um den Wahlzeitpunkt des Makels. Doch nun ist gut.


    @ Magistrat: Danke für den wichtigen Hinweis, mal sehen was Dein Spieler sonst noch mit den Rotzblagen macht. :whistling:


    @ Jayden: Super Idee !


    Bis dahin.


    gez. DEVNUSOM-Meister

    regeltechnische Aussagen mit direktem Rolemaster-Bezug erhalten ein R, mit DEVNUSOM-Bezug ein D, alles andere ist allgemeingültiger Natur

  • Tja, einer meiner Spieler ist seit einiger Zeit für die Tochter seiner verstorbenen Schwester verantwortlich.
    Das war Storyrelevant und ist nirgendwo als Nachteil aufgeführt.
    Meistens kümmert er sich nicht persönlich drum, hat aber dafür gesorgt, dass die Kleine (die erst ein knappes Jahr und obendrein von schwächlicher Gesundheit ist) vernünftig untergebracht ist und lässt sich das auch was kosten.


    Vielleicht bin ich da verwöhnt, aber meine Spieler neigen generell eher dazu, Nachteile nicht als Vorteile zu missbrauchen.