Böses vertreiben / bannen

  • In D&D gab es meiner Erinnerung nach einen Zauberspruch um Böses zu (ver)bannen.
    Bei RM finde ich nur die Vertreibungslisten des Paladin. Die zielen jedoch mehr auf Untote oder Dämonen ab.
    Kennt ihr in RM einen Zauberspruch um Böses, bzw. Wesen oder Gegenstände mit böser Gesinnung vertreiben zu können?


    Asrath

  • "Das Böse" gibt es ja bei Rolemaster als Konzept nicht, deswegen macht auch ein solcher Zauber wenig Sinn.
    Diese Gesinnungsfrage als fest implementierte Eigenschaft bestimmter Wesen finde ich ohnehin überholt, auch wenn sich diese Haltung in Fantasy-Settings komischerweise immer noch hartnäckig hält...

    Ignorance is not a crime, it's just a shame.


    Warren Sapp, former DT, Tampa Bay Buccaneers

  • Wenn du das für dein Setting brauchst, pass doch einfach die Liste des Paladins oder die des Klerikers an.
    Die Zauber leicht in ihrer Funktion zu verändern sollte da nicht so das Problem sein, vor allem wenn du Untote bzw. Dämonen durch "Böse" ersetzt.
    Allerdings teile ich da Rubycons Meinung, was das Schwarz-Weiß-Denken in Fantasy-Settings betrifft.

  • Nimm die List Verbannungen ist eine Basisliste vom Priester (Seite 145 Erweiterung Leitmaie).

    Ich bin ein Blindtext. Von Geburt an. Es hat lange gedauert, bis ich begriffen habe, was es bedeutet, ein blinder Text zu sein:
    Man macht keinen Sinn. Man wirkt hier und da aus dem Zusammenhang gerissen. Oft wird man gar nicht erst gelesen. Aber bin ich deshalb ein schlechter Text? Ich bin blind! Aber ich bin gerne Text.

  • Nun gut, schwarz /weiß denken ist - hoffe ich - auch nicht meine Leidenschaft. In RM gibt es aber zumindest böse Zauberlisten, sogar für jede Magieschule an der Zahl sechs. Ich würde erwarten, dass man schon eine gewisse Gesinnung haben muss, um überhaupt Zugang zu solchen Listen zu bekommen.
    Insofern habe ich bisher schon auch die Gesinnung in RM gesehen, wenn auch nicht so exponiert, wie bei D&D.

  • Seid gegrüßet,


    wieso sind Gesinnungen unnötig ?


    Sie beschreiben doch "nur" die Weltanschauung einer Person, welche natürlich nicht starr und unveränderlich sein muß.
    Ohne das Konzept der Gesinnung halte ich z. B. die Wahl von übernatürlichen Wesen die angebetet werden für hirnrissig, insbesondere, wenn die Gebete erhört werden sollen !
    Da gehört zwar mehr als die Gesinnung hinzu, da auch Gebot und Verbote, bevorzugte Ziele, Freunde und Feinde, usw. von Bedeutung sind, aber eben auch Gesinnungen.


    Nun ja, das kann ja jeder so regeln wie er es für richtig hält.


    gez. DEVNUSOM-Meister

    regeltechnische Aussagen mit direktem Rolemaster-Bezug erhalten ein R, mit DEVNUSOM-Bezug ein D, alles andere ist allgemeingültiger Natur

  • Ich muss zugeben, dass ich die Einteilung der Listen in böse und andere eh nicht ganz nachvollziehen kann.
    Sicher einige der Listen, die als böse gelten, sind auch tatsächlich fies, aber in den meisten sehe ich auch keinen großen Nutzen. Zu dem Teile ich nicht die Auffassung, dass es nur Charakteren mit dunklerer Gesinnung gestattet sein sollte dies zu lernen, vor allem wenn man einen etwas düstereren Spielstile bevorzugt.
    Die eigentliche Gefahr in diesen Listen sollte in der langsamen Korruption liegen, wenn man über haupt davon ausgehen möchte, dass es sowas gibt.


    Grundlegend finde ich es sowieso sehr schwierig, klare Grenzen zwischen gutem Handeln, bösen Handeln und dem dazuwischen zu ziehen. Wer soll den entscheiden, was als solches zählt? Die Meinungen dazu können auch innerhalb einer Runde ziemlich weit aus einander gehen. Heiligt der Zweck die Mittel oder ist das schon böses handeln? Ist in erster Linie in die eigene Tasche zu wirtschaften böse oder gilt das als normal? Sind die Helden, die sich für jedes Gossenkind auf ein gefährliches Abenteuer einlassen wirklich Helden oder bloß Adrenalienjunkies oder Leute mit einem Helferkomplex? Ist Folter böse, auch wenn sie in einer mittelalterlichen Welt zum normalen Vorgehen in der Strafverfolgung zählt? Ist die Todesstrafe böse?


    Das mag meine eigene Auffassung sein, aber ich empfinde Gesinnungen als ein enges Korsett.

  • Schwarz & Weiss gesinnungen finde ich auch schwer zu spielen. Da es mehrere Götter in RM gibt, gibt es auch mehrere Ansichten von Gesinnungen. Ein Gott des Kampfes wird sicherlich "böse" reagieren, wenn man den Kämpfen aus dem Weg geht. Der Gott des Friedens wird es begrüßen. Wenn überhaupt wird die Gesinnung zu seinem Gott/Weltanschauung geprägt und danach kann man entscheiden ob der Charakter gut/böse gehandelt hat.
    Wenn Charaktere einen fiesen Charakterzug haben, dürfen sie bei mir auch die bösen Listen erlernen ohne gleich als Böse verachtet zu werden.
    Bei Zaubern die Böses entdecken werden aber diese Gesinnungen durch die Art der Listen entdeckt, aber da verstehe ich den Zauber eher als "Fieses" entdecken.

  • Naja, wenn du einen Kleriker des Totengottes der Apokalypse hast oder nen Animisten mit massivem Menschenhass könnte das ganz gut gehen :)


    Allerdings muss ich zugeben, dass die einzige Klasse von den drei genannten die in meiner Runde je gespielt wurde der Hexenmeister war.

  • Die Frage bei der Kategorisierung in Gut und Böse ist aus meiner Sicht, ob diese als innewohnende Eigenschaften angesehen werden oder nicht. Die - sehr amerikanische - Sicht bei D&D ist offenbar, dass Gut und Böse Dinge sind, die man "per se" hat und die, wenn man sich ihnen zuwendet (besonders dem Bösen), unwiderbringliche Folgen hat. "Das Böse" ist dann das Stigma, das man mit sich herum trägt und das für andere erkennbar ist - wenn auch durch Magie. Eine ähnliche Sicht hat man auch im Herrn der Ringe, wenn auch nicht so plakativ und verbrämt wie bei D&D. Nur in einem solchen Setting machen Gut/Böse-Spruchlisten aber Sinn. Dazu zählen auch die als böse deklarierten Zauberlisten im ZHB. Da ist Rolemaster offensichtlich nicht konsequent genug. Ich würde diese Zauberlisten eher als geschlossene Listen deklarieren, da sie in organisierten Gilden mit Sicherheit indiziert sind.

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    Warren Sapp, former DT, Tampa Bay Buccaneers

  • Leider muß ich widersprechen: gerade in RM wurde dies konsequent umgesetzt da es keinerlei Spielrelevante Folgen hat "Böse Listen" zu erlernen. Die Bösen Klassen sind insofern nichts anderes als alle anderen Klassen auch. Rolemaster bezieht sich hier lediglich auf eine plakative Umschreibung der Wirkungsweisen der Hauptlisten jener Berufe. Diese Beschreibung mag Geschmacksache sein, und dem ein oder anderen überholt erscheinen, erfüllt aber ihren Zweck. Jeder weiß, ein Magier ist ein Vollzauberer der Essenz, der sich auf elementare Spürche konzentriert hat. Also muß ein Magier des Bösen ein Vollzauberer der Essenz sein, dessen Zauber hauptsächlich elementarer Natur sind, sich aber vorwiegend mit den Aspekten der Zerstörung und Gewalt oder Beherrschung und Beschwörung beschäfftigen. Nur so als Beispiel. Jeder weiß sofort was dies für ein Beruf im regeltechnsichen Sinne ist. Dies heißt noch lange nicht das ein Charakter, welcher Magier des Bösen als Klasse gewählt hat, in irgend einer Weise Böse sein müßte. Dies ist primär eine Definition die an der Spielwelt hängt und nichts mit der regeltechnischen Repräsentation zu tun hat.
    Es wäre durchaus denkbar das zB ein Heiler in einer Welt in der das natürliche Sterben als heilig angesehen wird, als Böse angesehen würde...oder ein ganz normaler Mentalist beinahe in jeder Welt eher das Dasein eines eigenbrötlerischen Diktators oder fiesen Turmzauberers führen würde...


    Man muß hier also immer unterscheiden zwischen der plakativen Namensgebung/Beschreibung innerhalb der Regeln, der regelungsabsicht der Regeln und der Regel innerhalb einer Spielwelt. Selbst wenn hier oftmals die gleichen Begriffe verwendet werden darf man nie aus den Augen verlieren in welchem Kontext sie verwendet werden - und der damit einhergehenden möglichen Bedeutungsverschiebung.