Sozialstand?

  • Sozialstand scheint[für mich] ein sehr schwer zu fassender Begriff zu sein, sagt er nicht nur aus, welchen Stand man in der Gesellschaft hat, sondern wie die Austrahlung, das Charisma, auf die Umwelt wirkt.


    Im Regelteil, dem Crunch, schnell erklärt, zu wenig Punkte drin, heißt, keine Ahnung wie man sich wem gegenüber benehmen soll und womit man zufrieden ist(=Lebensqualität.).


    Aber beim Charakterspiel?
    Was macht man dort?


    Ihn[den Spieler] einfach als stinkenden, abgewetzten, brabbelnden, Asozialen hinstellen und es auch jedensmal betonen?


    Wie macht ihr das?

  • Ich sehe Sozialstand mehr als die Investition, die ein Charakter tätigt, um sich in einem gewissen Kreis zu bewegen. Vergiss nicht, das Imperium basiert auf Adligen.


    Auch wenn ein George Clooney mit Soz 12 kein Adliger sein mag, so besitzt er bestimmt ein großes Anwesen, auf dem er andere Adlige gleichen oder ähnlichen Standes empfangen könnte, ohne gleich die Klatschpresse in Tiraden verfallen zu lassen: "Lord Hemsley besucht Freunde im Armenviertel"
    Das heißt auch, er hat gelernt mit solchen Leuten zu verkehren und nicht gleich in hysterischem Gekreische zu versinken, wenn ein Popstar vorbeikommt. Er sagt nette Worte zu Lord Hemsleys letzter Jagd, beglückwünscht ihn gediegen zum Erwerb von Wayne Manor und lobt den viktorianischen Baustil. Alles in entsprechendem Maße und Ton natürlich.


    Otto Normalbürger kann das natürlich auch, auch wenn er nur Soz 7 hat. Otto ist nicht dumm und kann auch nett und höflich sein. Er wohnt aber in einer 2 Zimmer Wohnung und Lord Hemsley würde sich hier nur selten offiziell zeigen. Sicher ist Wayne Manor ein schönes Gebäude, aber unter seinen Freunden ist es halt "voll fett" und die Kronleuchter-Dinger sind irgendwie interessant verschnörkelt.


    Otto kann also durchaus so charismatisch sein wie George, aber man merkt schnell, er ist den Umgang in diesen Kreisen halt nicht so gewöhnt. Er ist manchmal "star-struck", wenn er George sieht.


    Soviel zur "Norm".
    Sowohl George, als auch Otto können sich im Ton vergreifen. Sowohl nach oben, als auch nach unten. Soz ist halt nur ein Indikator, kein kompletter Lebenslauf. :)


    So handhabe ich es zumindest.

  • Das hat in meinen Augen sehr viel mit Haltung, Auftreten, und dem Senden der richtigen Signale (Körpersprache, Ausdrucksweise, Formulierungen) zu tun. Ich orientiere mich da ein bisschen an der englischen Oberschicht des 18. und 19. Jahrhunderts. Man weiß, wer "dazugehört", man weiß, wo man selbst in der sozialen Hackordnung steht, man ist konditioniert, und dementsprechend ändert sich das Verhalten. Das hat nichts damit zu tun, dass ein Soz4-Charakter ein" stinkender, abgewetzter, brabbelnder, Asozialer" ist. Er muss sich nur einfach mehr anstrengen, um im sozialen Umfeld mehr zu erreichen.


    Der Soz11-Charakter mit Bürokratie-0 macht dem Sekretär ein paar Komplimente, lässt nebenbei ein paar Namen von einflussreichen Leuten und Vorgesetzen fallen, hat Verständnis für die Bedenken, die der Amtsinhaber vorträgt, und kriegt am Ende doch den Stempel auf sein Formular.


    Der Soz4-Charakter kriegt den Stempel auch, aber nur, weil er Bürokratie-2 hat und die ganzen Gesetze und Verordnungen im Kopf, er kann Präzedenzfälle zitieren und hat die notwendigen Anträge auf Erteilung des Stempels bereits ausgefüllt und unterschieben in dreifacher Ausfertigung und beglaubigt mitgebracht.

  • TNE-Lösung: Trenne Soc auf in CHA(risma) und SOC(ial Status), würfele Soc als 7. Attribut mit aus


    CHA bekommt die Fertigkeiten zugeordnet
    SOC ist der "Stand" innerhalb des 3I


    Jedes mal wenn "+1Soc" steht kann der Spieler wählen welches der beiden er hochsetzen will.


    Dadurch:


    + Trennung von Stand und Persöhnlichkeit den nicht immer ist Adel von Vorteil (1)


    + Verhindern der Frage "Ist Schütze Asch im Zivilleben nicht der Großfurzt von Kleinhinterstan?" indem als SL der Soz beschränkt wird (<= 9 etwa)


    + Erlaubt einen sozial begabten Char auch ohne Adel



    Adel kommt dann als DM ins Spiel wenn er wirklich relevant ist. Der typische Broker/Händler/Schmuggler wird auf Adel reagieren wie Han auf Lukes Spruch "Sie ist eine Prinzessin", der Flottenoffizier dagegen entweder mit "Mänchen" (will Karriere machen) oder mit "Überpenibler Vorschriftenauslegung" (hat erkannt das ohne Titel beim Major Schluss ist) usw.


    ===========================


    Charisma kann den Titel in einer klassischen Adelsgesellschaft nur in Grenzen ersetzen. "Altes Geld" vs. "Neues Geld" ist hier das Stichwort. Die richtige Schule, die richtige Militärakademie, der passende Onkel all das ist sehr wichtig. Perfektes Benehmen allein reicht nicht. Allenfalls wenn der Adel "im Abstieg" ist und "verarmter Adel heiratet reiche Erbin" aktuell wird kam man "in diese Kreise"





    (1)"Das dankbare Volk brachte seinem Freiherren von Heereman Produkte des Landes dar" wie unsere Ortszeitung in den 80ern hämisch titelte als Heeremänchen mit Tomaten eingedeckt wurde

  • Naja ich sehe das mit dem Soz mehr wie ein etiket das andere von einem haben und nicht etwas das der Chara steuert. Wobei man ja sehen muß das ein Soz A+ des Imperiums auf einer FRemden Welt nichts bringt siehe Englischer adliger vor Japanischen Samurai in Japan.

  • Quote

    Naja ich sehe das mit dem Soz mehr wie ein etiket das andere von einem haben und nicht etwas das der Chara steuert. Wobei man ja sehen muß das ein Soz A+ des Imperiums auf einer FRemden Welt nichts bringt siehe Englischer adliger vor Japanischen Samurai in Japan.


    Ich denke mal, das ist ziemlich fallabhängig - hat man auf der fremden Welt schon was vom Imperium gehört, wie steht die fremde Welt zum Imperium, etc.pp. Gegebenenfalls könnte ein imperialer Adelstitel auf einer nichtimperialen Welt sogar MEHR bringen als auf einer imperialen. Beispielsweise auf einer technisch weniger gut entwickelten Welt, die begriffen hat wie riesig und mächtig das Imperium ist und nun Angst hat, geschluckt zu werden. Da wird der offizielle Vertreter des imperialen Adels dann mit ausgesuchter Höflichkeit und wie ein rohes Ei behandelt, da man das Imperium auf keinen Fall in irgend einer Form verärgern will. Wer weiß, welche Folgen das hätte. Dagegen wird es viele, mitunter demokratische, Mitgliedswelten des Imperiums geben, auf denen man genau weiß, wie viel oder wie wenig ein Titel wert ist und den adeligen SC weit weniger vorsichtig behandelt.

  • Also sollte man sich als Betroffener ruhig wie die Axt im Walde verhalten.


    Nein, auser du setzt adel mit schlechten benehmen gleich vorbild Pinkelprinz.
    Ich meinte es eher so wie Englischer adliger der auf andere Kultur trifft. Dann kommt es drauf an kennen die anderen seinen Status und noch wichtiger erkennen sie diesen an. Deswegen mein Wahl von japan siehe Shogun dann weis du was ich meine.


    Nehmen wir mal china engländer tauchen auf mitlerere Adel was in China eigentlich repektiert wird nun sie bei hofe des kaisers und verweigern den Katau da sie das unter ihrer Würde sehen und Peng zwei Soz Systeme knallen auf einander.
    Richtig lustig Frontier Welt Wild wild west Englischer Lord trifft Pistolero ende vom Lied wer zuerst trifft lebt länger.

  • &quot;Grundregelwerk (S. 7)&quot; wrote:

    Der Platz, den ein Charakter in der Gesellschaft einnimmt.
    Charaktere mit einem hohen Sozialstatus haben einen Adelstitel im Imperium inne und werden feststellen, dass das Leben durch ihren Ruf und ihre Kontakte sehr viel einfacher ist.


    Obige Definition besagt, dass der Sozialstatus nur innerhalb einer Gesellschaft vergleichbar ist. Insofern sind interkulturelle Vergleich eigentlich nicht möglich. Natürlich kann man annehmen, dass ein imperialer Adliger auch in anderen Gesellschaften mit einer Adelsstruktur ein gewisses Ansehen genießt. In einem kommunistischen/sozialistischen System wird er sich aber vermutlich nichts auf seinen Titel einbilden können, ganz im Gegenteil. Es muss aber in beiden Fällen nicht zwangsläufig so sein.


    Sozialstatus ist also nur innerhalb einer Gesellschaft von Wert. Das muss nicht immer ein Adelstitel sein, sondern es kann auch der allgemeine Stand (Familie, Beruf, Medienpräsenz, Reichtum, Erfolg, Verbindungen etc.) sein.


    Ein hoher Sozialstatus ist auch kein Freifahrtschein für schlechtes Benehmen. Ein Adliger, der sich nicht standesgemäß verhält, wird über kurz oder lang keine Einladungen zu gesellschaftlichen Anlässen erhalten und die anderen Standesgenossen werden ihren Umgang mit ihm auf das Nötigste beschränken. Da Ruf und Kontakte aber die wichtigsten Bestandteile des Sozialstatus ausmachen, müsste dieser bei Verlust derselben konsequenterweise sinken. Abhilfe schafft da nur eine Verbesserung des Rufes durch adäquates Benehmen und die Pflege alter bzw. der Aufbau neuer Kontakte.

  • Steht nicht im Allien oder Fertigkeiten Kapitel im GRW, das der MW für Sozialstutus halbiert wird, wenn der Chara in einem System unterwegs ist, die ein anderes Sozialsystem haben? Damit hat sich das doch geklärt.

    Urkunde: Auswertung für den Test
    Wie gut kennen Sie sich mit Dungeons and Dragons aus?


    Sie haben 10 von 10 Aufgaben richtig beantwortet.
    Im Durchschnitt haben die 271 Surfer, die das Quiz gemacht haben, 6.94 richtige Antworten gegeben.


    Auch das Quiz Wie gut kennen Sie sich mit Dungeons and Dragons aus? spielen?

  • Als Imperialer Adeliger innerhalb des 3. Imperiums ist man überall "Wichtig". Ein Baron hat Sitz und Stimme im Imperialen Rat (Der Moot), Verbindungen und einen direkten Draht zu wichtigen Leuten. Das 3I ist ein FEUDALSTAAT. Baronets und Ritter sind etwas weniger Wert (Da kein Hochadel/Kein Moot-Sitz) aber immer noch Leute mit Verbindungen und ggf. Geld. Baron Blain Tukera ist auf den ersten Blick ein kleines Licht (unterste Stufe des Hochadels) aber er ist REICH und seine Frau ist Herzogin Margaret von Delphi und wenn die von "Cousin Streppi" spricht meint sie Strephon Aella Alkhalikoi den Ersten, Imperator des 3. Imperiums.


    Der selbe Adelige außerhalb des 3I ist abhängig vom Ort wo er ist (Adel und Solomanie = Schlecht, Adel und Aslan/Darrianer = Gut) und z.T. auch wer er ist (Blain Tukera und Vagr = Wer ist der Typ? Mark hault Oberlindes und Vagr = Der ist der Typ mit dem 60,000 Tonnen Kreuzer!)


    Planetare Adelige dagegen sind nur auf ihrem Planeten wichtig. Befreundete Welten werden ihnen ggf. einen gewissen Status geben (i.e Besuch von Prinz Charles in D) aber nicht mehr.

  • Äh soll ich nun so verstehen Sozialstatus -4 anzahl der Presse teams die um einen Rumschwirren? (Paparatizi Factor)


    Je nach Region und Stand: Ja! Wenn Baron-Admiral Ignatius N. Capable seinen Schwager-Cousin Baron Inbreed of MarriedMyCousin besucht dann ist das schon was. Speziell wenn der Baron-Admiral mit einem "Furball" zu besuch kommt (Und ein echter Capabel würde NIE mit was kleinerem Anreisen!) Da ist die Presse draussen. Das ist Flottenbesuch, Opernball und ggf. Adelshochzeit in einem. Man nehme sich ein Beispiel an den Zeiten von Victoria, Wilhelm II und Edward I.

  • Ok aber durch fehlsprung landet das Rettungsshuttel auf Pickel einer welt am Ars** des Universums dort heist es nur "Hä Wer ist der Operetten Kasper da?"

  • Mein Problem damit ist weiter gewachsen -.- Soweit, dass der Spieler nun nimmer reden will, wenn sie mit einem Passagier oder Auftraggeber reden sollen.


    Denkt man mal mein Problem von oben weiter, also wenn mein Spieler, der Pirat mit Soz 2 einem Höhergestellten etwas erklären will, bekäme er Mali. Macht er es in dem gleichen Sozialen Umfeld, aus dem er kommt, also einem Gleichgestellten, bekommt er laut Buch ebenso Mali.


    Ich glaube, ich teile es auf, wie weiter oben vorgeschlagen, scheint mir am besten zu sein.


    PS: Ich will kein Handwedeln einbringen, die Spieler sollen wissen, wenn sie in so eine Situation kommen, können sie sich auf die Regeln verlassen...

  • Ok aber durch fehlsprung landet das Rettungsshuttel auf Pickel einer welt am Ars** des Universums dort heist es nur "Hä Wer ist der Operetten Kasper da?"


    Das denken 90% der Menschen im 3I auch von Adeligen die sie kennen :)


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    Trennen in Socialstatus (SOC) das angibt „wo stehe ich in der Gesellschaft" und Charisma (Cha) das angibt „Wie komme ich rüber" Kirk Douglas „Roter Korsar" hatte einen Soc 5- aber Charisma 10, Kardinal Richelieu aus den 3 Musketieren SOC 13+ aber Charisma 3-


  • Trennen in Socialstatus (SOC) das angibt „wo stehe ich in der Gesellschaft" und Charisma (Cha) das angibt „Wie komme ich rüber" Kirk Douglas „Roter Korsar" hatte einen Soc 5- aber Charisma 10, Kardinal Richelieu aus den 3 Musketieren SOC 13+ aber Charisma 3-


    Wie Sozialstatus nach RAW funktioniert, da liefert die erste Folge von "Sharpe's Rifles" ein gutes Beispiel: Sharpe, einfacher Soldat mit Soz 3 oder 4 vielleicht wird durch eine Heldentat befördert, ist auf einmal Offizier. Klar, die anderen, adeligen Offiziere nehmen ihn nicht ernst. Aber selbst die einfachen Soldaten, die eine genauso erbärmliche Herkunft haben wie er (also auch Soz 2-5) geben ihm eher aufs Maul, als dass sie seinen Befehlen gehorchen. Das ist ein negativer Soz-Modifikator in Aktion.