Volk wechseln

  • Hallo zusammen.


    Ich habe eine Anfrage in meiner Spielerunde bekommen.
    Jetzt, da wir alle wissen was unsere Entscheidungen für Auswirkungen haben, will einer meiner Spieler gerne seinen momentanen Charakter
    aufgeben und stattdessen einen neuen Charakter anlegen.
    An sich stellt das kein Problem dar. Ein Charakter ist ja schnell erstellt und ein passendes Abenteuer werde ich schon finden, wie ich diesen Charakter einbinde.


    Aber dennoch habe ich so meine bedenken.
    Was ist, wenn auf einmal alle meine Spieler neue Charaktere wollen?
    Klar. In diesem Falle müsste ich es ihnen auch gestatten, damit keine ungleiche Behandlung entsteht.
    Wenn ich dem Spieler allerdings nicht erlaube seinen Charakter zu wechseln, dann könnte ich ihn als mitspieler verlieren.


    Was würdet ihr hier tun? Soll ich diesem Spieler erlauben einen neuen Charakter zu wählen oder nicht?

  • Hey Atrajus,
    ich würde das in Abhängigkeit von der Situation entscheiden. Warum will er das? Hat sein SC Dinge getan, deren Konsequenzen ihn jetzt treffen würden? Dann hätte ich etwas dagegen, denn wenn das Rollenspiel keine Konsequenzen mehr hat, verliert es seinen Reiz.
    Hat es andere Gründe (er kann sich nicht mehr mit dem SC identifizieren, der SC ist ihm zu eindimensional und er möchte gerne etwas neues ausprobieren o.Ä.) würde ich es auf jeden Fall zulassen. Wenn andere aus den selben (rollenspielerisch gut nachvollziehbaren) Gründen dann auch die Charakter wechseln, muss das ja nicht unbedingt etwas schlechtes sein. Es bringt neuen Wind in die Gruppe.

  • Er ging davon aus, dass meine Aborea-Runde nicht so lange bestand haben wird ( wir spielen nun schon weit über zwei Jahre).
    Er hatte sich schnell einen Charakter zusammen geschustert mit dem er sich nicht identifizieren kann.
    Er hat seinem Charakter eine Persönlichkeit gegeben, mit der er nicht zurecht kommt (auf lange Sicht gesehen).


    Also an sich würde ich ihn schon zulassen, dass er einen neun Charakter erstellt...
    Hmm... warum sollte ich es eigentlich nicht zulassen.
    Du hast ja recht, es bringt neuen Wind in die Gruppe und ich kann auch neue Arten an Geschichten machen :)

  • Ich würde einem Spieler niemals Vorschriften machen. Die Gefahr, dass der Spieler die Lust verliert ist wesentlich naheliegender, als negative Auswirkungen durch einen neuen SC. Effektiv wirst Du einen Spieler auch nicht an einem Wechsel hindern können. Der Spieler wird seinen alten Charakter einfach so spielen, dass er über kurz oder lang ins Gras beißt. Dann führt kein Weg an einem neuen Charakter vorbei.


    Wenn ein Spieler einen anderen Charakter spielen möchte, würde ich ihm ggf. noch ein paar Hinweise geben, was sich schnell und einfach in die laufende Kampagne/ das laufende Abenteuer einbinden lässt. Wenn er aber unter allen Umständen einen Charakter spielen möchte, der sich nicht sofort einbinden lässt, so muss er mit dem Wechsel halt einen Moment warten.


    Ist also alles halb so wild. Kein Grund sich Sorgen zu machen :)

  • Nimm du doch den Charakter aus dem Spiel und wandel ihn in einen NSC um. Sprich es mit dem Spieler ab, der Character könnte die Seite wechseln, eine Prinzessin heiraten und so ein wertvoller Kontakt werden, er hat was persönliches zu erledigen (Familie rächen etc pp) und zieht die Gruppe dann später mit rein in den Gewaltstrudel... oder sowas eben.


    Da der Spieler es ja will ist da viel möglich. Lass ihn episch sterben wenn er sich für die Gruppe opfert, so wie Gandalf in Moria...

  • Alles sehr gute Ideen.
    Ich habe mich dazu entschieden ihn auf die "böse" Seite wechseln zu lassen.
    In dem Sinne so: Alpträume aus seiner Vergangenheit brechen seinen Willen und er wechselt auf die andere Seite.
    Vielleicht lässt mir das auch die Möglichkeit ihn irgendwann wieder zu retten (womit ich schon wieder ein neues Abenteuer hätte :) )

  • Das "Problem" ist doch gar keines. Die allermeisten Spieler wollen ihren Charakter ja gar nicht wechseln, selbst, wenn das mit einem Fingerschnippen ohne Probleme ginge. Und wenn ein Spieler seinen Charakter wechseln will, weil er mit ihm keinen Spaß hat, welchen Grund gibt es denn, es ihm zu verbieten? Und wenn (wider jeden Erfahrungswert) plötzlich jeder Spieler merkt, dass er mit einem anderen Charakter mehr Spaß hätte - dann ist doch die logische Konsequenz, das jedem zu erlauben.

  • Ich würde ihn auch zur bösen Seite wechseln lassen. Vor 15 Jahren habe ich das in meiner alten DSA-Runde mit meinem Char gemacht, als ich Spielleiter wurde. In ersten von mir geleiteten Abenteuer lief er als NSC mit, den anderen hatte ich gesagt, dass wir das immer so machen, wenn ich leite. Wenn ein anderer Spieler leitet, dann würde ich ihn wieder übernehmen. Nach ca. 1 Spielstunde wurde er von einem Vampir gebissen und die Spieler mussten ein Gegenmittel besorgen.
    Als sie dann mit dem Gegenmittel zurück ins Dorf kamen hatte mein Char sich bereits von den Fesseln befreit, den Wirt und seine Schankfrauen, die auf ihne aufpassen sollte, getötet und war getürmt.


    5 Spielabende später stießen die Helden dann auf einen Bösewicht, der ihnen das Leben zur Hölle machte und sich im Familienkreis der Spieler austobte. Da er einen Handlanger vorschickte, fiel kein Verdacht auf meinen Ex-Char. Also folgten die Spieler ca. ein halbes Jahr (Echtzeit) seinen Spuren quer durch Aventurien.


    Als sie ihm dann endlich gegenübertstanden hätte ich ihre Gesichter filmen sollen. Das war für mich mit einer der Momente mit der größten Genugtuung im Rollenspiel.

  • Ich hatte auch mal (auch bei DSA) einen ähnlichen Fall. Ich hatte einen Charakter (einen echt langweiligen Nivesen), der mir schon nach kurzer Zeit keinen Spaß gemacht hat. Dann habe ich mit dem Spielleiter (und nur mit diesem) gesprochen und wir haben uns entschieden, ihn auf die böse / namenlose Seite wechseln und am Ende "hops" gehen zu lassen.
    Allerdings habe ich selbst den Charakter weitergespielt und die anderen Spieler wussten nichts von unserer "Intrige". Da der Spielleiter und ich eine Fahrgemeinschaft zur Spielrunde hatten, haben wir immer vorher grob abgesprochen, wie es weiter gehen soll. Es war schon bemerkenswert, wie lange die anderen Spieler noch versucht haben, "gute" Gründe zu finden, wieso sich mein Charakter so komisch verhielt...
    Es war auf alle Fälle echt lustig DIESEN Charakter auf DIESE Weise zu spielen. Als die anderen es schließlich gerafft hatten und mein Nivese den Weg alles Irdischen gegangen war, war er wirklich sehr cool geworden und es war fast ein wenig schade...
    Aber ich schließe mich den Worten meines Vorredners an: Die Blicke der anderen Spieler war das alles wert und der Spielleiter hat sich ein Loch in den Bauch gefreut.

  • Ich hatte auch mal (auch bei DSA) einen ähnlichen Fall. Ich hatte einen Charakter (einen echt langweiligen Nivesen), der mir schon nach kurzer Zeit keinen Spaß gemacht hat. Dann habe ich mit dem Spielleiter (und nur mit diesem) gesprochen und wir haben uns entschieden, ihn auf die böse / namenlose Seite wechseln und am Ende "hops" gehen zu lassen.
    Allerdings habe ich selbst den Charakter weitergespielt und die anderen Spieler wussten nichts von unserer "Intrige". Da der Spielleiter und ich eine Fahrgemeinschaft zur Spielrunde hatten, haben wir immer vorher grob abgesprochen, wie es weiter gehen soll. Es war schon bemerkenswert, wie lange die anderen Spieler noch versucht haben, "gute" Gründe zu finden, wieso sich mein Charakter so komisch verhielt...


    Findest du das merkwürdig? Es gibt in den meisten Gruppen die unausgesprochene Abmachung, dass man ZUSAMMEN spielt. Das führt dazu, dass man seinen eigenen Charakter oft schonmal ein bisschen verbiegt, wenn die Alternative wäre, den Charakter eines Mitspielers aus der Gruppe zu schmeißen oder umzubringen. Du hättest es wahrscheinlich gar nicht witzig gefunden, wenn die anderen Spieler einen deiner Charaktere, den du gerne weitergespielt hättest, aus dem Spiel entfernt hätten; oder? Siehste. Und das beruht eben auf Gegenseitigkeit.


    Quote


    Es war auf alle Fälle echt lustig DIESEN Charakter auf DIESE Weise zu spielen. Als die anderen es schließlich gerafft hatten und mein Nivese den Weg alles Irdischen gegangen war, war er wirklich sehr cool geworden und es war fast ein wenig schade...
    Aber ich schließe mich den Worten meines Vorredners an: Die Blicke der anderen Spieler war das alles wert und der Spielleiter hat sich ein Loch in den Bauch gefreut.


    Ja klar. Du und dein Spielleiter haben das Vertrauen der Mitspieler missbraucht, habt die Grundlagen des Zusammenspielens verletzt, und die Mitspieler sind darauf hereingefallen. Tolle Wurst.


    Ich kann nur jedem abraten, solche Stunts abzuziehen, wenn nicht von vorneherein abgesprochen ist, dass "Spielercharakter gegen Spielercharakter" Teil des Spiels ist.


    WENN es aber jedem klar ist, dass so etwas passieren kann, DANN ist es tatsächlich eine witzige Sache, die sehr zum Spielspaß beitragen kann.

  • Ich muss meinem Vorredner ganz klar widersprechen. Jeder sollte sich zu jedem Zeitpunkt bewusst sein, dass es letztendlich nur ein Spiel ist. Das Vertrauen der Spieler untereinander hat damit nichts zu tun, eher das Vertrauen der SpielerCHARAKTERE untereinander. Man spielt eben nur eine Rolle, die es in der Wirklichkeit nicht gibt. Wenn in einem Film jemand einen anderen umbringt, heißt das noch lange nicht, dass die Schauspieler sich auch nicht leiden können.

  • Ich muss meinem Vorredner ganz klar widersprechen. Jeder sollte sich zu jedem Zeitpunkt bewusst sein, dass es letztendlich nur ein Spiel ist. Das Vertrauen der Spieler untereinander hat damit nichts zu tun, eher das Vertrauen der SpielerCHARAKTERE untereinander. Man spielt eben nur eine Rolle, die es in der Wirklichkeit nicht gibt. Wenn in einem Film jemand einen anderen umbringt, heißt das noch lange nicht, dass die Schauspieler sich auch nicht leiden können.


    Wenn einer deiner Mitspieler mit seinem Charakter aus heiterem Himmel deinen Lieblings-Charakter killt (z.B. ihm im Schlaf die Kehle durchschneidet), und dabei noch lacht: "Hähä, das hast du wohl nicht kommen sehen! Sucker!", dann würde dich das doch wohl auch ein bisschen ärgern, auch wenn es nur ein Spiel ist, oder? ;)


    Und wie ich schon schrieb: So lange es jedem klar ist, dass Spieler-Charaktere sich gegenseitig angehen können, ist das voll in Ordnung und macht (mir zumindest) auch Spaß. In vielen Runden besteht aber die (meist unausgesprochene) Annahme, dass man eine AbenteurerGRUPPE spielt, die GEMEINSAM Abenteuer besteht, und sich die Konflikte zwischen den Gruppenmitgliedern auf Zwerg-gegen-Elf-Sticheleien u.ä. beschränken.


    Im Zweifelsfall kann ich jedem nur Empfehlen, dieses Thema anzusprechen, bevor es akut wird, sonst ist hinterher das Geschrei nämlich groß - ich hab das alles schon erlebt.

  • Quote

    Wenn einer deiner Mitspieler mit seinem Charakter aus heiterem Himmel deinen Lieblings-Charakter killt (z.B. ihm im Schlaf die Kehle durchschneidet), und dabei noch lacht: "Hähä, das hast du wohl nicht kommen sehen! Sucker!", dann würde dich das doch wohl auch ein bisschen ärgern, auch wenn es nur ein Spiel ist, oder? ;)

    Ging es denn nicht darum, dass der Spieler seinen EIGENEN Charakter so gespielt hat? Klar, wenn ein SC einen anderen SC tötet, das geht nicht. Aber so, wie er es beschrieben hat, stelle ich mir das auch sehr stimmungsvoll vor.

  • Ging es denn nicht darum, dass der Spieler seinen EIGENEN Charakter so gespielt hat? Klar, wenn ein SC einen anderen SC tötet, das geht nicht.


    Ja eben. Da hat der Wahlfriese seinen Charakter (mit Hilfe des SL) plötzlich "böse" gespielt - und die übrigen Gruppenmitglieder haben diesen SC nicht gleich umgebracht - weil sie, so wie du, dachten: "Das geht nicht." Und dafür ernten sie dann Hohn und Spott. (Übertrieben ausgedrückt, ich weiß. ;) )

  • Also wirklich, von Hohn und Spott war nicht die Rede.
    Es war nur zugegebenermaßen sehr amüsant, zu beobachten, wie die anderen versuchten, Erklärungen für das komische Verhalten meines Charakters zu finden. Aber das hat das Spiel wirklich interessant und mal ganz anders gemacht. Natürlich bestand nie eine ernsthafte Gefahr für einen der anderen Charakter durch den meinen. Der Spielleiter hätte sofort interveniert, wenn ich meine "Rolle" übertrieben hätte und ich bin sehr sicher, dass keiner der Anderen mit der Sache ein Problem hatte.
    Es ist ja keiner gezwungen, es nachzumachen. Bei uns hat es gepasst und hat Spaß gemacht (allen!) - was also will man mehr?

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