[Meinungen] Was haltet ihr von Fanwerk-Arbeiten?

  • Hallo Leute,
    durch die Umfrage von T.F. inspiriert, würden mich eure Ansichten zu einem anderen Thema interessieren: Fanwerk-Arbeiten.


    Wie steht ihr im Allgemeinen zu Fanwerk-Arbeiten? Legt ihr bestimmte Maßstäbe an, damit ihr sie als "akzeptabel" haltet? Müssen Kriterien des Verlages eingehalten werden oder gar literarische Standards?


    Ich finde das Thema sehr spannend. Es findet sich mittlerweile eine unüberschaubare Masse an Fanwerk-Arbeiten diverser Spielsysteme. Diese reichen von Erstlingswerken eines 12-jährigen RS-Einsteigers, mit 15 Abschnitten die nacheinander abgearbeitet werden, auf 2 DIN-A4 Seiten passen und in gefühlten fünf Minuten durchgespielt sind. Bis hin zu alteingessenen RS-Profis, die ihre Abenteuer auf fast 200 Seiten niederschreiben und ein extrem hohes sprachliches Niveau haben.


    Die Haltung ist genauso unterschiedlich wie die Niveaus und Kenntnisse. Hin und wieder las ich, dass man schon einige Jahre Erfahrung haben sollte, um überhaupt sich herantrauen darf z. B. ein Abenteuer in diesem System schreiben zu dürfen. Leider völlig demotivierend für alle Neuen und Alten. Wer nicht bestimmte Kriterien erfüllt, der darf das Podest auf dem das Spiel von den Profis gehievt wurde, nicht betreten?


    Ich bin da völlig anderer Meinung. Es ist einfach super, dass sich Anfänger, Erfahrene und Profis hinsetzen und ihre Zeit etwas widmen, was uns allen am Herzen liegt: Das Rollenspiel! Vielleicht bin ich da etwas zu weich, aber das o.g. Soloabenteuer gab es tatsächlich und es war wirklich nicht besonders gelungen, aber ich habe es gespielt und musste feststellen, dass ich -trotz fehlendem Tiefgang- zehn Minuten kurzweile hatte. Auch Spielhilfen verschiedenster Qualitäten finden sich und es verhält sich mit deren Inhalt und Umfang ebenso.


    Man muss dieses Zeug ja nicht verwenden, aber es scheint manchmal, als dürften diese "Außenseiter" sich nicht an der Entwicklung beteiligen dürfen, zumindest wenn es nach den "Etablierten" geht.


    Wie seht ihr das?


    Grüße,
    Swidger

  • Generell finde ich es super, wenn wer auch immer sich hinsetzt, einen Beitrag zum Rollenspiel leistet und dann auch den Mut besitzt, diesen zu veröffentlichen. Von Seiten des Verlages wird, von extremen Ausnahmen einmal abgesehen (zB dort, wo die Grenzen des Gesetzes verletzt werden), sicherlich niemand daran gehindert, ein Fanwerk zu erstellen. Also Feuer frei! :)


    Wenn mich allerdings jemand nach meiner persönlichen Meinung zu seinem Fanwerk befragt, dann kriegt er auch eine ehrliche Antwort. Ich stelle an mich und andere sehr hohe Ansprüche, versuche natürlich auch zu berücksichtigen, ob es sich um einen Anfänger oder einen alten Hasen handelt. Ich werde aber immer klar benennen, wenn mir etwas nicht gefällt, gebe allerdings auch immer Hinweise, wie man es aus meiner Sicht verbessern könnte. Das mag auf empfindliche Gemüter ruppig wirken, ist aber eigentlich immer netter gemeint, als es vielleicht auf den ersten Blick wirkt. Davon sollte sich niemand entmutigen lassen.


    In Sachen Fanwerken würde ich mir mehr Abenteuer oder Regionalbeschreibungen wünschen. Regeln, so gerne ich mir selbst auch welche ausdenke, finde ich meist eher überflüssig. ABOREA ist bewusst regelleicht konzipiert. Mehr Regeln machen das Spiel m.E. nicht unbedingt besser. Das soll jetzt nicht heißen, dass alle Fanregeln überflüssig oder schlecht wären. Nötig sind sie aber in aller Regel nicht.

  • Ich finde Fanwerke generell super und sie müssen auch nicht bestimmten Kriterien entsprechen. Wenn jemand sich dransetzt und etwas ausarbeitet und mit anderen teilt, ist das doch super. Ich persönlich kann nicht mit allem etwas anfangen, aber das ist ja ganz normal. Ich finde trotzdem die unterschiedlichen Herangehensweisen spannend, und aus vielem kann ich wenigstens noch eine Idee ziehen, die vielleicht mal irgendwo anders Verwendung finden kann. Also: Her mit allen Ideen! :D


    Mir geht es allerdings wie T.F., was zusätzliche Regeln angeht: Sie sind bei Aborea meistens nicht förderlich. Das System ist ja darauf aufgebaut, mit sehr wenigen Regeln auszukommen und den einzelnen Spielleitern viele Freiheiten bei der Interpretation zu lassen. Ich kann das Bedürfnis nach weiteren Regeln sehr gut verstehen, glaube aber auch, dass sie meistens nicht nötig sind. Interessanter für mich sind Schauplatzbeschreibungen, Abenteuerideen, Geschichten, Charakterhintergründe etc.

  • Hallo ihr beiden!


    Danke für eure Antworten. Ihr scheint euch in weiten Teilen einig zu sein :D
    Auch wenn ihr beide -entschuldigt- nicht repräsentativ seid, warum meint ihr, hört bzw. liest man dennoch "oft" völlig zerstörende Kritiken den Fanwerkern gegenüber, wenn doch alle das ganz toll finden?
    Habt ihr in eurer RS-Karriere oft mit Fanwerken gearbeitet und wie waren eure Erfahrungen damit? Konntet ihr aus deren Ansätze z.B. eigene Konzepte entwickeln ( Birgit welche?), die euch am Spieltisch weiter gebracht haben?


    Ich finde persönlich, dass dem Thema irgendwie zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet wird. In meiner aktiven Zeit habe ich sogar sehr viel mit Fanwerken oder Fremdideen gearbeitet und natürlich habe ich nur diejenigen genutzt, die mir persönlich auch gefielen. Es ist nicht selten, dass mehrere Fans das gleiche Thema auf unterschiedliche Arten bearbeitet haben und sehr unterschiedliche Ergebnisse erzielten. Wir haben damals sogar verschiedene Konzepte durchprobiert, bis uns eines davon zusagte und dann in die Hausregeln integriert.


    Was "Regel-Fanwerke" angeht, kommt es für mich darauf an, was dort reglementiert wird. Zusätzliche Regeln zum Thema Schleichen braucht man nicht unbedingt, aber Regeln für z. B. Alchemie sofern das Grundregelwerk diese nicht ausreichend genügend definiert und man einen Alchemisten in der Runde hat, der sich mit einer einfachen Probe nicht abgeben möchte.


    Danke und Grüße,
    Swidger

  • Naja, von "alle" kann bei zwei Leuten nun wirklich nicht die Rede sein :D


    Man kann an das Thema auf ganz verschiedene Weisen herangegen, vielleicht kommen daher auch die drastisch unterschiedlichen Meinungen:


    Eine Möglichkeit (und das ist eher meine und scheinbar auch die von T.F.):
    Man findet es generell gut, dass Leute sich mit dem Thema beschäftigen. Ich finde es großartig, wenn Leute so begeistert von Aborea (oder einem anderen Konzept) sind, dass sie eigene Ideen dazu entwickeln und sie auch teilen wollen. Dadurch entsteht Austausch, die eine Idee bringt eine andere hervor, der Schreiber kann sich durch Rückmeldung weiterentwickeln, andere kommen auf gute Ideen (oder erkennen, was sie nicht mögen) und so weiter. Die Community und damit auch die Spielwelt profitiert von diesem Austausch. Diese Sichtweise ist (weitgehend) unabhängig von der Qualität der Fanwerke. Natürlich finde ich genial ausgearbeitete Sachen besonders toll, aber ich kann mich über den 12-Jährigen mit seiner Geschichte genauso freuen.


    Die zweite Möglichkeit:
    Die andere Sichtweise zielt nicht auf die Community bzw. die Schreiber ab, sondern auf die Qualität der Texte. Wenn es um offizielle Veröffentlichungen geht, bin ich da extrem kritisch mit mir selbst und anderen. Aber dann reden wir ja auch von Leuten, die zumindest semi-professionell arbeiten (sollten). Den gleichen Anspruch habe ich nicht an die Community, denn da sind die Voraussetzungen ja ganz andere. Und genau das sehen meiner Meinung nach viele Leute anders.


    Wenn man einen Text rein von der Qualität her anschaut, gibt es natürlich oft viele Ansatzpunkte, um ihn zu "zerlegen". Aber wozu? Solange der Schreiber damit nicht berühmt werden will und sich in seinen eigenen Fähigkeiten völlig verschätzt, ist das doch nicht nötig.


    Wie viel ich selbst mit einem Text anfangen kann, ist natürlich eine andere Sache. Da gibt es schon einiges, das ich nur überfliege und schon sehe, dass es überhaupt nicht mein Stil ist oder in meinen Augen gar nicht funktionieren wird, während ich bei anderen Texten gleich Bilder im Kopf bekomme und losspielen möchte. Dass ich letztere noch toller finde, ist wohl klar :D


    Was meinst du mit der Aussage, dass dem Thema zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet wird? Findest du, es sollte Hilfen geben, wie man eigene Werke verbessert? Oder geht es dir eher um die Diskussion darum?


    Herzliche Grüße,
    Birgit

  • Ich bin ein Freund von Fanwerk, gerade und besonders zu Systemen oder Welten die von offizieller Seite kaum bis gar nicht unterstützt werden.
    Seit dem Verschwinden von MERS war zum Beispiel Mittelerde jahrelang ohne offiziellen Support. Da habe ich mich dann sehr stark nach Fanwerk umgeschaut und auch reichlich genutzt. Mit Midgard ging es mir ähnlich. Und jetzt mit Aborea auch.
    Ich betrachte die Abenteuer, Beschreibungen, NSC's und ähnliches wohlwollend. Nehme mir was ich brauche. Und bin sehr froh, über die Mühe, die sich andere Fans machen um u.a. mir zu helfen :) .
    Kritischer werde ich erst, wenn ich für Fanwerk bezahlen soll. Da schaue ich dann schon genauer hin.

    Die Magie ist stark an diesem Ort; viele Elben haben über lange Zeit daran gewirkt." Frank Rehfeld: Zwergenbann

  • Auch ich finde Fanwerk ziemlich gut, wir benutzten einige Spielhilfen und Regelerweiterungen. Leider habe ich noch keine Abenteuer gefunden, die an die Qualität der Offiziellen heranreichen. Meine Erfahrung und Kreativität reicht leider noch nicht aus um mir selbst was auszudenken. Ich würde zumindest gerne mehr lesen bevor ich aus den Hintergrundgeschichten meiner Spieler Abenteuer oder eine Kampange erzeuge. Deshalb lese ich gerne und viele Abenteuer, auch von Rolemaster

  • Ich kann mich dem Tonus hier nur anschließen, ich stehe dem Thema Fanwork auch sehr positiv gegenüber, aus mehreren Aspekten.


    Zum einen ist es toll, wenn es unter den Spielern (ich mag das Wort Fans einfach nicht so) einen Ideenaustausch gibt. Einfach eben weil. ^^ Ich persönlich finde es spannend, was andere Runden aus einer Welt machen, welche Ergänzungen sie für wichtig halten und wie sie bestimmte Informationen aus den Regelwerken interpretieren. Ganz klar, wenn etwas für die eigene Runde dabei ist, wird die Idee den geneigten Spielern auch vorgeschlagen und dann übernommen. Manchmal inspiriert Fanwork aber auch einfach nur, auch das ist eine super Sache.


    Zum anderen empfinde ich es auch als positiv, wenn ein Verlag eine positive Haltung gegenüber Fanwork zeigt - so wie hier zum Beispiel. Das gibt den Spielern einfach ein gutes Feeling. Gerade wenn im verlagseigenen Forum Fanwork respektiert bis gewünscht wird, fühlt sich mancher vielleicht nicht so sehr als reiner Konsument, von dem man nur das Beste haben will - das liebe Geld. Zugleich wird auch ein wenig Nähe geschaffen, wenn die Herausgeber eines Spiels die Community auf diese Art und Weise "mit einbeziehen", wenngleich auch nicht unbedingt im offiziellen Material. Ist vielleicht etwas blöd ausgedrückt aber ihr versteht sicher, wie ich das meine. In meinen Augen ist akzeptiertes und gewünschtes Fanwork eine Form positiver PR.


    Darf Fanwork etwas kosten?
    Jaein. Ich vertrete die Meinung, dass Fanwork etwas kosten darf, wenn es: qualitativ gut ist UND den Spielern in Form eines Heftes o.Ä. angeboten wird. Dann sollte der Preis aber auch primär die für die Herausgabe anfallenden Kosten decken, mehr nicht.


    Persönlich habe ich schon sowohl positive, als auch negative Erfahrungen mit Fanwork gemacht. Negative in dem Sinne, dass es Spieleentwickler gab, die grundlegend die Haltung vertreten haben, dass alles was nicht von ihnen kommt sch...lecht sei und die Spieler vielleicht besser beim Geldausgeben bleiben sollten. Positiv dann aber auch im krassen Gegenteil, dass ich für ein kleines System einmal ein alternatives Setting geschrieben habe und das dann auch mit ins offizielle Material übernommen und zusammen mit einigen anderen Werken anderer Spieler in einem digitalen Büchlein veröffentlicht wurde.

  • Hallo Birgit!

    Naja, von "alle" kann bei zwei Leuten nun wirklich nicht die Rede sein :D

    als es noch zwei von zwei Antworten waren, waren das doch 100%, also wart ihr alle :P


    Eine Möglichkeit (und das ist eher meine und scheinbar auch die von T.F.):
    Man findet es generell gut, dass Leute sich mit dem Thema beschäftigen. Ich finde es großartig, wenn Leute so begeistert von Aborea (oder einem anderen Konzept) sind, dass sie eigene Ideen dazu entwickeln und sie auch teilen wollen. Dadurch entsteht Austausch, die eine Idee bringt eine andere hervor, der Schreiber kann sich durch Rückmeldung weiterentwickeln, andere kommen auf gute Ideen (oder erkennen, was sie nicht mögen) und so weiter. Die Community und damit auch die Spielwelt profitiert von diesem Austausch. Diese Sichtweise ist (weitgehend) unabhängig von der Qualität der Fanwerke. Natürlich finde ich genial ausgearbeitete Sachen besonders toll, aber ich kann mich über den 12-Jährigen mit seiner Geschichte genauso freuen.

    Du sagst, es sei großartig, wenn sich Leute mit der Thematik auseinandersetzen und ihre Ideen niederschreiben und diese veröffentlichen wollen. Meinst du, dass es vielleicht noch wesentlich mehr Fanwerke geben würde, wenn sich mehr „trauen“ würden, ihre eigenen Kreationen zu veröffentlichen? Es gibt sicherlich eine enorme Dunkelziffer unveröffentlichter Fanwerke.
    Die daraus entstehenden Synergieeffekte halte ich auch für ein –wenn nicht das- größte Pro an Fanwerken. Dass man daraus ableiten könne, was einem selbst eigentlich gefällt und was nicht finde ich gut. Darüber habe ich mir noch nie bewusst
    Gedanken gemacht. Es sind also nicht nur die Fanwerke, die Gedankenanstöße liefern. *gg*.



    Die zweite Möglichkeit:
    Die andere Sichtweise zielt nicht auf die Community bzw. die Schreiber ab, sondern auf die Qualität der Texte. Wenn es um offizielle Veröffentlichungen geht, bin ich da extrem kritisch mit mir selbst und anderen. Aber dann reden wir ja auch von Leuten, die zumindest semi-professionell arbeiten (sollten). Den gleichen Anspruch habe ich nicht an die Community, denn da sind die Voraussetzungen ja ganz andere. Und genau das sehen meiner Meinung nach viele Leute anders.

    Ich bin da vielleicht etwas unkritischer, was die offiziellen Produkte angeht. Natürlich erwarte ich eine gewisse Qualität –sofern ich sie selbst bei Texten beurteilen kann- denn schließlich kostet mich das Geld. Allerdings finde ich die
    Tippfehler zum Beispiel bei Der Eine Ring schon wieder irgendwie „normal“. Mich würde ein fehlerfreies Werk vermutlich mittlerweile mehr stören. Ok, ich ärgere mich darüber genau wie jeder andere, allerdings kann ich damit relativ gut
    leben. Bin da halt anspruchslos.


    Hm… Kann mir gut vorstellen, dass es einige Kritiker in der Community gibt, die die selben Bewertungsmaßstäbe der kostenlosen, mühevoll erarbeiteten und individuellen Fanwerke wie den offiziellen Publikationen unterziehen. Ich verstehe nur nicht warum. Macht man sich daran nicht auch etwas Spaß kaputt? Leidet darunter nicht auch –wie du schon sagtest- der Austausch?


    Zudem würde mich interessieren, ob die Verlage die Fanwerke „im Auge behalten“ und somit der Community „aufs Maul schauen“, um damit zielgerichteter und marktnahe Produkte zu erstellen.


    Was meinst du mit der Aussage, dass dem Thema zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet wird? Findest du, es sollte Hilfen geben, wie man eigene Werke verbessert? Oder geht es dir eher um die Diskussion darum?

    Gute Fragen!
    Das lässt sich mit einem Satz gar nicht beantworten *Floskel wirft*


    Wenn man dem Glauben schenken darf, dass die RS-Community/Szene eher klein und fein ist, ist es doch umso beeindruckender, dass es verhältnismäßig viele Fanwerke, Plattformen und Diskussionen zu RS gibt.
    Hier und da hört man von Seiten der Verlage, dass ihre Community großartig sei, aber weshalb eigentlich? Mailkritiken zu Publikationen, Teilnahme an Umfragen oder aktive Diskussion im Verlagsforum -wird meist genannt? Klingt mehr nach einem Lob für das Feedback an offiziellen Produkten, um somit marknäher produzieren zu können.


    Sowohl als auch. Es gibt wohl häufiger die Diskussion über das „richtige Rollenspielen (erzählerisch/powergaming)“ als über die Fanwerke und Ideen dahinter und deren Beitrag zum System. Es finden sich Leitfäden darüber, wie man Karten zeichnet, wie man Geschichten schreibt, wie man Spiele leitet und und und, aber es gibt nur wenige Hilfen zum Erstellen von Fanwerken. Vielleicht ist das auch gar nicht nötig. Es handelt sich dabei ja schließlich um einen subjektiven und kreativen Prozess, den man besser nicht in Leitfäden presst? Auf der anderen Seite hätte ein Leitfaden zum Thema natürlich auch seine Vorteile. So kann man sein Fanwerk Punkt für Punkt abarbeiten und gewinnt vielleicht Vertrauen in seine eigene Vorstellung und die Community mehr Lese- und Spielmaterial. Aber im Allgemeinen wären schon Tipps und Tricks von "Profis" bestimmt nicht uninteressant.


    Grundsätzlich finde ich die Arbeit eines jeden super, genauso wie unser Hobby! Ich finde, wir sollten mehr uns und weniger die Offiziellen feiern :thumbsup:


    Vielen Dank für deine Sichtweise! Ist alles etwas verwirrend runtergeschrieben, aber ich denke es ist klar. Wenn nicht, einfach nachfragen....


    Liebe Grüße,
    Swidger

  • Hallo Torshavn!

    ch bin ein Freund von Fanwerk, gerade und besonders zu Systemen oder Welten die von offizieller Seite kaum bis gar nicht unterstützt werden.
    Seit dem Verschwinden von MERS war zum Beispiel Mittelerde jahrelang ohne offiziellen Support. Da habe ich mich dann sehr stark nach Fanwerk umgeschaut und auch reichlich genutzt. Mit Midgard ging es mir ähnlich. Und jetzt mit Aborea auch.
    Ich betrachte die Abenteuer, Beschreibungen, NSC's und ähnliches wohlwollend. Nehme mir was ich brauche. Und bin sehr froh, über die Mühe, die sich andere Fans machen um u.a. mir zu helfen :) .
    Kritischer werde ich erst, wenn ich für Fanwerk bezahlen soll. Da schaue ich dann schon genauer hin.

    Ich habe damals zu Beginn meiner RS-Anfänge (eingestiegen bin ich mit Shadowrun 2) ebenfalls das Internet nach Fanwerke gesucht und diese als Anhaltspunkte für meine Runden zu nehmen. Leider gibt es die meisten oder fast alle Seiten gar nicht mehr. Das befeuert die eigene Fantasie und dann lief es auch bei mir ganz gut von alleine.


    Dann bist du sicherlich nicht unbedingt ein Freund von dem bald kommenden „Ulisses-Wiki“, wo Autor und Verlag an den Spielhilfen verdienen? Oder kannst du dem was abgewinnen, vielleicht nutzt du es auch dann selbst?


    Danke dir.


    LG,
    Swidger

  • Hallo danieltosh7!

    Auch ich finde Fanwerk ziemlich gut, wir benutzten einige Spielhilfen und Regelerweiterungen. Leider habe ich noch keine Abenteuer gefunden, die an die Qualität der Offiziellen heranreichen. Meine Erfahrung und Kreativität reicht leider noch nicht aus um mir selbst was auszudenken. Ich würde zumindest gerne mehr lesen bevor ich aus den Hintergrundgeschichten meiner Spieler Abenteuer oder eine Kampange erzeuge. Deshalb lese ich gerne und viele Abenteuer, auch von Rolemaster

    Mangelnde Erfahrung im Allgemeinen (RS) oder Speziellem (z.B. Aborea) ist sicherlich ein Hemmnis. Meinst du, dass sich die mangelnde Erfahrung primär auf fehlende Spielerfahrung oder vielleicht auch auf mangelnde Informationen der offiziellen Quellen fußt? Wie Birgit schon geäußert hatte, fehlen dir –soweit ich das richtig verstehe- der Input von außen, um deine eigene Kreativität anzukurbeln? Klingt auch nach Perfektionismus (kein Vorwurf). Du willst es „richtig“ machen, oder? Hast du die Befürchtung, dass deine eigenen Ideen nicht gut ankommen könnten?

    Danke dir!

    Grüße,
    Swidger

  • Hallo Lynx!

    Zum einen ist es toll, wenn es unter den Spielern (ich mag das Wort Fans einfach nicht so) einen Ideenaustausch gibt. Einfach eben weil. ^^ Ich persönlich finde es spannend, was andere Runden aus einer Welt machen, welche Ergänzungen sie für wichtig halten und wie sie bestimmte Informationen aus den Regelwerken interpretieren. Ganz klar, wenn etwas für die eigene Runde dabei ist, wird die Idee den geneigten Spielern auch vorgeschlagen und dann übernommen. Manchmal inspiriert Fanwork aber auch einfach nur, auch das ist eine super Sache.

    Stimmt! Manchmal bedarf es keiner tiefgehenden Begründung, es ist halt einfach schön, wenn es einer macht. Fanwerke als Beleg für die Sichtweisen und individuellen Interessen anderer Spielgruppen zu sehen, ist eine tolle Sicht, die mir so noch nicht bewusst war. Schön.


    Zum anderen empfinde ich es auch als positiv, wenn ein Verlag eine positive Haltung gegenüber Fanwork zeigt - so wie hier zum Beispiel. Das gibt den Spielern einfach ein gutes Feeling. Gerade wenn im verlagseigenen Forum Fanwork respektiert bis gewünscht wird, fühlt sich mancher vielleicht nicht so sehr als reiner Konsument, von dem man nur das Beste haben will - das liebe Geld. Zugleich wird auch ein wenig Nähe geschaffen, wenn die Herausgeber eines Spiels die Community auf diese Art und Weise "mit einbeziehen", wenngleich auch nicht unbedingt im offiziellen Material. Ist vielleicht etwas blöd ausgedrückt aber ihr versteht sicher, wie ich das meine. In meinen Augen ist akzeptiertes und gewünschtes Fanwork eine Form positiver PR.

    Dem würde ich so zustimmen und es ist nicht blöd ausgedrückt :D . Wenn du in einem Verlag für die PR zuständig wärst, wie würdest du diesen Ansatz fördern?


    Darf Fanwork etwas kosten?
    Jaein. Ich vertrete die Meinung, dass Fanwork etwas kosten darf, wenn es: qualitativ gut ist UND den Spielern in Form eines Heftes o.Ä. angeboten wird. Dann sollte der Preis aber auch primär die für die Herausgabe anfallenden Kosten decken, mehr nicht.

    Was bedeutet für dich in diesem Zusammenhang "Qualität" und weshalb muss es physisch in Form eines Heftes vorliegen? Ein Preis auf Selbstkostenbasis? Was ist mit der Leistung der Autorin?


    Persönlich habe ich schon sowohl positive, als auch negative Erfahrungen mit Fanwork gemacht. Negative in dem Sinne, dass es Spieleentwickler gab, die grundlegend die Haltung vertreten haben, dass alles was nicht von ihnen kommt sch...lecht sei und die Spieler vielleicht besser beim Geldausgeben bleiben sollten. Positiv dann aber auch im krassen Gegenteil, dass ich für ein kleines System einmal ein alternatives Setting geschrieben habe und das dann auch mit ins offizielle Material übernommen und zusammen mit einigen anderen Werken anderer Spieler in einem digitalen Büchlein veröffentlicht wurde.

    Diese Erfahrung deckt sich mit dem, was ich eingangs mit dem Beispiel des 12-jährigen zu berichten weiß. Schade eigentlich.
    Wie lautet das System? Was hast du geschrieben? Hast du weitere offizielle Publikationen :D


    Vielen Dank für deine Sicht.


    Grüße,
    Swidger

  • Hallo Leute!


    Also bis jetzt, kam schon vieles Interessantes zum Thema zusammen. Vielen Dank nochmals an dieser Stelle. Um dem ganzen noch eins draufzusetzen, werde ich euch jetzt taggen :D Vielleicht beteiligt ihr euch daran. Bin neugierig geworden.


    Der 8-Fragen-Tag :D

    • Was ist eurer Meinung nach die größte Community?
    • Welche ist die beste Community und warum?
    • Welches System bietet die meisten und/oder die besten Fanwerke?
    • Gibt es eine Spielhilfe, die ihr –unabhängig vom System- vorstellen oder empfehlen würdet?
    • Was ist daran so besonders oder einzigartig?
    • Welche Spielhilfen würdet ihr euch konkret für Aborea, Rolemaster, DSA (eurem Wunschsystem) wünschen und was hält euch davon ab, sie selbst zu schreiben?
    • Gibt es das perfekte Fanwerk? Wenn nein, wie sieht diese denn eurer Meinung nach aus?
    • In welche Reihenfolge würdet ihr folgende Begriffe bringen: Regelerweiterungen, Charaktere/NSCs, Regionalbeschreibungen, Abenteuer, Soloabenteuer, Materialien (Waffen, Rüstungen, Artefakte usw.), Bilder/Illustrationen, Kurzgeschichten, Kartenmaterial, Hintergründe/Geschichte, alternative Beschreibungen/Möglichkeiten (vgl. Chemiezwerg unter Fanwerke)… weitere Vorschläge?

    Liebe Grüße,
    Swidger

  • Das ist jetzt rein gefühlsmäßig, aber ich würde sagen:


    1. DSA oder Shadowrun (spieler alle editionen zusammen genommen). Vielleicht auch D&D. Kann ich aber absolut nicht einschätzen...


    2. Kann ich nicht beantworten, ich kenne bisher nur euch und die SR-Community :D Naja und die ibash-Com :p Aber das zählt nur indirekt :D


    3. Das könnte ich nun googlen, aber ich nehme an D&D oder DSA...


    4. Den SR5 Leiterschirm und den ABOREA-Leiterschirm. Sind beide absolut zu empfehlen :thumbup:


    5. Es erspart eine Menge sucherei und hält den Spielfluss aufrecht. Zudem sind beide angenehm knapp - und trotzdem ausführlich genug gehalten.


    6. Puh, fällt mir gerade nichts zu ein. Aber was mich davon abhalten würde wären Faulheit und Zeitmangel. Primär Faulheit...


    7. Fanwerke sind (wie alle anderen Werke) immer subjektiv zu betrachten. Dem einen gefällts, dem anderen nicht. Insofern: Nein, es gibt kein perfektes Fanwerk.


    8. Regionalbeschreibungen, Charaktere/NSCs, Abenteuer,Bilder/Illustrationen, Kurzgeschichten, Kartenmaterial, Hintergründe/Geschichte, Materialien (Waffen, Rüstungen, Artefakte usw.), alternative Beschreibungen/Möglichkeiten, Regelerweiterungen, Soloabenteuer


    schönes WE ;)

    Einst verschlang ich fünf Kontinente. Mein Durst schluckte drei Weltmeere leer. Allein der Himmel vermag sich meiner Herrschaft zu entziehen.
    Wisset, mein Leib nennt nicht Flügel, noch Arm, noch Bein sein eigen.


    Ich bin die Midgardschlange, ich trage den Namen "Jormungand".

  • So, dann versuche ich mal Rede und Antwort zu stehen.


    Zu der PR-/Verlagssache:
    Hmmm, also wenn ich ehrlich sein sollte, dann würde ich mich da vorab erst einmal schlau machen, wie so etwas am besten bei einem Verlag gemacht wird. Schließlich muss man das Rad nicht immer neu erfinden. Meine berufliche Erfahrung reicht halt nicht bis ins Verlagswesen, sondern beschäftigt sich eher mit Kunden, die mit anderen Dingen betuddelt werden wollen. (Mehr verrate ich hier aber auch nicht. ;) )
    Ich denke aber, dass hier schon etliche richtige Wege gefahren werden. Daher überlasse ich das Feld gerne den Profis. ^^'


    Zum Fanwork:
    Also mit Qualität meine ich, dass die Ideen durchdacht sein sollten, keine gravierenden Logikfehler enthalten oder Ähnliches. Und es wäre schön, wenn es mehr als eine Stichpunktsammlung wäre. Auch fällt für mich darunter, dass die Ideen verständlich formuliert sind und die Rechtschreibung einmal kontrolliert wurde. Es müsse keine Texte von Profis sein und kleine Fehler sind auch zu verschmerzen. Oftmals hilft es, einen Unbeteiligten drüber lesen zu lassen, denn sein wir mal ehrlich, wir bewegen uns immer noch im Bereich des Fanwork und dieser sollte für jeden zugänglich sein.
    Gedruckt werden muss es ja nicht unbedingt aber für die kleinen Haptiker unter uns wäre das sicher ein tolles Goodie. Print-On-Demand-Shops sind ja leider noch nicht so etabliert hier - jedenfalls nicht da wo ich wohne. Und über den Print sind wir dann ja direkt bei den Kosten. Wenn ich Fanwork "veröffentliche", möchte ich persönlich einfach meine Ideen anderen zur Verfügung stellen und mich darüber austauschen. Sicher steht da eine gewisse Leistung hinter aber wir bewegen uns im Bereich von Hobby und Community. Daran muss und will ich mich nicht bereichern. Ansonsten würde ich kein Fanwork schreiben, sondern bei Verlagen nach Jobs fragen.


    Zu meiner Attacke auf geneigte Leser:
    Hmm, aber da steht doch mein richtiger, echter Name drunter... ^^
    Also, ich bin eine der zwei Rattenfreunde, die für das Spiel Ratten! (Projekt Kopfkino) geschrieben haben. Wer sich jetzt auf den Download stürzen möchte: Bitte bedenkt - besonders im Hinblick auf meine oben genannte Meinung zum Thema Qualität - wir hatten damals leider keinen Lektor/ Hobbylektor an der Hand, sondern primär Spaß an der Sache. Und das Ding ist mittlerweile auch so alt... naja, man kennt doch das Gefühl, wenn man einen alten Text von sich liest und da am liebsten von Grund auf drüber bügeln möchte, wahlweise auch im Boden versinken.
    Es war aber nur diese eine pdf-Pub, mit dem Setting und zwei Abenteuern. Richtig toll war aber, dass das Fanwork ein tolles Layout und Cover bekommen hat. Um nochmal auf oben anzuspielen, das war uns Lohn genug. :)


    So, und jetzt mal zu dem Fragenkatalog:
    1) Ich muss blind tippen. DSA, DnD, Shadowrun? Eines von denen? Von DSA weiß ich, dass es früher irre viele Spieler gab. Ich habe auch selber mit DSA 3 und Shadowrun (2.01D???) angefangen. Ist also schon eine Weile her. DSA spiele ich auch gar nicht mehr, SR nur im Ausnahmefall. DnD liest man auch immer wieder aber mit dem System bin ich nie so warm gewesen. Kann ich also auch nicht beurteilen.


    2) Diese hier! Meine Kontodaten gebe ich später durch. XD
    Nein, keine Ahnung. Da fehlen mir die Erfahrungswerte für. Ich hab doch keine Zeit!


    3) Siehe Punkt 2. Es kommt aber auch noch hinzu, dass ich nicht überall gleich viel nach Fanwork schaue. Bei einigen System sogar gar nicht, obwohl sie bespielt werden/wurden.


    4) Ein guter Spielleiterschirm ist irgendwie ein Must Have. Wobei ich diese niemals(!) dafür benutze, meine Sachen abzuschirmen. Wenn es aber eher in Richtung Zusatzinformationen gehen soll, dann das "Monsterbuch" von Engel.


    5 )SL-Schirm: Es steht alles Relevante drauf, für den Fall, dass das Siebhirn mal wieder zuschlägt. Im Sommer auch gut als Fächer geeignet, da etwas stabiler als der Charakterbogen. Seltener auch mal um einen nahegelegenen Spieler zu ditschen... *hust*
    Das Monsterbuch von Engel ist in meinen Augen so toll, weil es zum einen super Inputs gibt für Monster, die nicht so "alltäglich" sind, außer vielleicht in besagtem Rollenspiel. Die Ideen dahinter sind einfach spannend. Hinzu kommt, dass es in Form eines Reisejournals geschrieben ist und damit doch irgendwie lesenswerter als eine reine Ansammlung von Kreaturwerten.


    6) Ad hock kann ich das gar nicht sagen. Vieles wird in meinen Runden aber auch selbst erdacht. Vielleicht hänge ich mich aber auch zu sehr an dem Wortteil "Hilfe" auf. Hilfe brauche ich seltener aber für Flora, Fauna und Gifte bin ich immer zu haben! Oh und für Rezepte. Klingt vielleicht schräg aber ein Becher warmer, alkoholfreier, selbstgekochter "Apfelmet" macht schon was her am Spieltisch.


    Der größte Faktor der mir im Weg steht ist die Zeit. Vor allem wenn es darum geht, die Dinge auch ins Reine zu schreiben.


    Gut, wenn ich drüber nachdenke, eine Sache gäbe es noch aber das ist keine richtige Spielhilfe: Ein Charakterbogen, der etwas robuster ist und in meine ARU (ist ne Rollmappe) passt. Da tüftel ich auch immer mal wieder dran rum, bin aber noch zu keinem Ergebnis gekommen. Vor allem zu keinem, was ich auch hübsch finde.


    7) Perfektion wird völlig überbewertet.



    8.) Öhm... Bilder, Kurzgeschichten, Kartenmaterial, Materialien, Regionalbeschreibungen, Hintergründe, NPCs, Alternativbeschreibungen, Abenteuer, Regelerweiterungen, Soloabenteuer ... ?

  • The last reply was more than 365 days ago, this thread is most likely obsolete. It is recommended to create a new thread instead.

    • :)
    • :(
    • ;)
    • :P
    • ^^
    • :D
    • ;(
    • X(
    • :*
    • :|
    • 8o
    • =O
    • <X
    • ||
    • :/
    • :S
    • X/
    • 8)
    • ?(
    • :huh:
    • :rolleyes:
    • :pinch:
    • :love:
    • :wacko:
    • 8|
    • :cursing:
    • :thumbdown:
    • :thumbup:
    • :sleeping:
    • :whistling:
    • :evil:
    • :saint:
    • <3
    • :!:
    • :?:
    The maximum number of attachments: 10
    Maximum File Size: 1 MB
    Allowed extensions: bmp, gif, jpeg, jpg, pdf, png, txt, zip