Dickere Panzerungen

  • Man stelle sich vor, ein Charakter hätte eine Rüstung, die dicker, härter oder beides ist, als die RM-Angriffstabellen vorsehen. Wie würdet Ihr das abbilden?


    Ich würde in so einem Fall ja einfach Gewicht (wegen Traglast) sowie den Defensivbonus der Rüstung erhöhen. Aber wie sehen das andere?

  • Ja, nicht nur das Gewicht sollte beachtet werden, sondern besonders die aus dem Gewicht entstehende Bewegungseinschränkung oder -verbesserung. Wobei - wenn überhaupt - mehr DB nicht durch "mehr Rüstung" zustande kommst, sondern durch andere Materialien.
    "Mehr Rüstung" durch "mehr Material" sollte höchstens ggf. eine Verbesserung/Verschlechterung der Widerstandsfähigkeit (physische/magische Attacken) bewirken, also Stärkebonus bei Bruchchancen oder so. Der Eigentliche Schutz des Charakters geht durch die Rüstungsklasse einher...
    Zudem würde ich weitere Grenzen setzen. Zum Beispiel sollte bei 5 Kg mehr Metall an einer P17 das Maß mehr als voll sein. Das Verhältnis Schutz gegen Gewicht/Beweglichkeit sollte hier so langsam ins negative wandeln, auch wenn es die Zwerge besonders "heavy" mögen. Dazu gibt es im Ansatz ja schon Regeln: siehe "Treasure Companion; Kap. 7.2.3; Tabelle 7.7 Modified Armor weight", wobei es hier eher um die Kosten bei einer Veränderung des Gewichtes, ohne negative Beeinflussung der Rüstungs-Klassen-Eigenschaften geht.


    Btw.: Schon mal einen metallenen Brustharnisch angelegt? ;) Jedes Kilo mehr macht einen echt fertig!

  • Na, als wie schwer man eine Rüstung empfindet, wird wohl doch sehr von der jeweiligen Kraft des Trägers abhängen. ;)


    Und den Mythos von der Bewegungseinschränkung brauchen wir hier ja nicht erörtern, das hat mit dem "Schnitt" der Rüstung zu tun, nicht mit der Dicke oder Härte des Materials.


    Für den reinen Schutzeffekt jedenfalls muss die Dicke relevant sein. Um es per Übertreibung zu veranschaulichen: Eine Brustplatte aus 100mm dickem Stahl kann Hiebe schlicht aufhalten, die 1mm dicken Stahl glatt durchschneiden würden. Und das muss ja nun irgend wie abgebildet werden. Wie, wenn nicht durch DB?

  • Na, als wie schwer man eine Rüstung empfindet, wird wohl doch sehr von der jeweiligen Kraft des Trägers abhängen. ;)


    Dem stimme ich zu.


    Quote

    Und den Mythos von der Bewegungseinschränkung brauchen wir hier ja nicht erörtern, das hat mit dem "Schnitt" der Rüstung zu tun, nicht mit der Dicke oder Härte des Materials.


    Da bin ich anderer Meinung. Ich denke sowohl der "Schnitt" (wobei ich hier auch einbeziehen würde wie leicht beweglich z.B. Scharniere der Rüstung sind) als auch das Gewicht - was sich, bei gleichem Material, wiederum aus der Dicke ableitet - bestimmen die Bewegungseinschränkung. Denn wenn die Rüstung sehr schwer ist, dann kann man sich auch schwerfälliger bewegen, was ich als Bewegungseinschränkung (im Sinne eines Abzugs auf Bewegungsmanöver bei RM) zählen würde. Wenn ich es richtig sehe, dann waren ja gerade die mittelalterlichen Turnierrüstungen durchaus besonders dick und schwer, um besonders gut vor Verletzungen zu schützen. Bei einem Lanzenturnier war es wohl akzeptabel, dass man ggf. nur mit Hilfe auf das Pferd kam. Vielleicht sind von diesen Rüstungen auch die recht hohen Abzüge im RM-System inspiriert. M.W. waren die Rüstungen für den Kampf im Felde leichter, so dass man in diesen wohl auch Purzelbäume schlagen konnte.


    Quote

    Für den reinen Schutzeffekt jedenfalls muss die Dicke relevant sein. Um es per Übertreibung zu veranschaulichen: Eine Brustplatte aus 100mm dickem Stahl kann Hiebe schlicht aufhalten, die 1mm dicken Stahl glatt durchschneiden würden. Und das muss ja nun irgend wie abgebildet werden. Wie, wenn nicht durch DB?


    Ich denke auch, dass dies durch den DB abgebildet wird. Im Monsterbuch findet man auch einige Monster, z.B. die großen Drachen, bei denen ein hoher DB wohl nicht daher rührt, dass das Monster so blitzschnell ist, dass man es leicht verfehlt, sondern daher, dass die Rüstung (oder Haut) besonders dick bzw. stabil ist.



    Man stelle sich vor, ein Charakter hätte eine Rüstung, die dicker, härter oder beides ist, als die RM-Angriffstabellen vorsehen. Wie würdet Ihr das abbilden?


    Ich würde in so einem Fall ja einfach Gewicht (wegen Traglast) sowie den Defensivbonus der Rüstung erhöhen. Aber wie sehen das andere?


    Ich würde den DB erhöhen und Gewicht und Bewegungsabzüge erhöhen, ggf. auch ein wenig die Qu-Penalty.

  • Du meinst 5% zusätzliches Gewicht gleich +5 DB?


    Wenn ich annehme, dass ein Schwert normalerweise keine Chance haben soll, die Panzerung mit einem Hieb zu durchdringen, muss ich wohl eine Ganzkörperrüstung mit einem Gewicht von um die 50-70 Kilo veranschlagen, wenn man diverse Literatur zu Rate zieht. Also gegenüber der RoleMaster-Annahme ungefähr das Doppelte. Das wäre gemäß ithanauers Vorschlag dann ein DB von +100...

  • Oje, ich muß mal wieder in meine alte Litanei über Sinn und Unsinn der Rolemaster-Regeln ausbrechen... :P ok ich versuche mich kurz zu fassen.


    Wie andere hier schon gesagt haben: Rüstungen schränken die Bewegung weniger ein als man zunächst denkt. Das Problem ist keineswegs, daß man physisch blockiert würde - das gibt es zwar auch, aber ich fand eine Plattenrüstung nicht so schlimm wie einen (eigenen) Schild, der mir dauernd im Weg war.
    Nein, das Hauptproblem ist wohl Kraft bzw. Erschöpfung, denn neben der Waffe muß man jetzt auch noch die Armschienen herumwirbeln und das geht ganz schnell fürchterlich in die Arme. Sobald die müde werden, bekommt man sie nicht mehr richtig hoch. Dasselbe gilt sinngemäß für den Rest des Körpers - überall, wo Rüstung drauf oder dran ist, braucht man einfach viel mehr Kraft und das schlaucht ganz schön. Ist man aus der Puste, dann wird man schwach, langsam und unbeweglich.


    Am schlimmsten fand ich persönlich den (Voll-)Helm, denn erstens schränkt der das Sichtfeld so massiv ein, daß man gar nicht alle Arm- und Beinbewegungen des Gegners (oder gar anderer) mitbekommt und zweitens stört er beim Hecheln, so daß einem noch schneller die Luft ausgeht. Aber das gehört nicht unbedingt hier hin, weil Rolemaster Helme für Zwecke der Panzerklasse ja erstaunlicherweise ganz außen vor läßt.


    Rolemaster weiß nicht so genau, was es will. Einerseits gibt es da die Tabellen, die jede Rüstungsklasse einzeln aufführen und die Probleme mit der Rüstung bzw. der reduzierten Beweglichkeit so kompensieren, daß bei schwereren Rüstungen normalerweise früher Treffer erzielt werden (aber später kritische Treffer). Andererseits gibt die Rüstung als solche Abzüge auf B&M und den DB. Das ist irgendwie doppelt gemoppelt. Ich kann da kein System erkennen.


    Und völlig ignoriert wird bei RM die Tatsache, daß eine Rüstung ebenso wie ein Schild auch Vorteile im Angriff bietet. Denn wo ich einen Schlag ignorieren kann, da muß ich nicht parieren. Das heißt, ich muß weniger vorsichtig sein, komme schneller näher an den Gegner heran und kann mich außerdem darauf konzentrieren, meinerseits Treffer zu landen. In diesem Sinne sollten Rüstungen und Schilde durchaus (auch) einen OB-Bonus geben.


    Und dann gebe ich noch zu bedenken, daß jedenfalls Plattenbrustharnische in der Herstellung äußerst aufwendig und technisch anspruchsvoll sind. Es ist vielleicht gar nicht ohne Weiteres möglich, einfach noch ein paar Kg Stahl dazuzupacken.

  • Oje, ich muß mal wieder in meine alte Litanei über Sinn und Unsinn der Rolemaster-Regeln ausbrechen... :P ok ich versuche mich kurz zu fassen.
    [...]


    Da hatten wir kürzlich einen Thread, wo das besser hingepasst hätte. ;)


    Hier geht's darum, Panerzungen dicker zu machen und wie man das regeltechnisch umsetzen könnte. Hast Du dazu einen Vorschlag?

  • Hi!!


    Vielleicht mal eine Idee.
    Es hängt viel mit der Fantasy-"Welt" zusammen. Oder die Kulturen. Kann man Magie wirken, ohne Sorgen. Aber irgendwie wenn sowas eine Runde geht, hat man mit der Angst zutun. Beispiel: Wer schwört in mein Kopf herum.
    Ich glaube auch das die Priester Vorsichtig sind. Es kann für viele Anfangs hilfreich sein, aber dann kommt die Angst. Ich glaube auch das Fabelwesen wie Orks kaum mit Feldarbeit beschäftigt sein zu wollen. Nicht das sie es mögen könnten.
    Wenn es viele Rassen gibt, glaube Ich das die Gier irgendwie her raus bricht. Wenn es nur ein kleines Dorf sei?


    Schon im Mittelalter hatten die hohen Herren Angst verletzt zu werden. Und ein Streitkolben kann eine Menge zerbeulen. Ob Frieden immer eine Lösung sei.


    Zum Thema Dicke Panzerung kann es nie zu Dick sein, da geht es zum Veredeln von Stahl um Sie noch Tragbar zu machen.


    LG
    legion


  • Hier geht's darum, Panerzungen dicker zu machen und wie man das regeltechnisch umsetzen könnte. Hast Du dazu einen Vorschlag?

    Was ich eigentlich sagen wollte ist, daß diese Fragestellung im verquasten RM-System nur schwer abzubilden ist. In Einzelfällen haben wir in unserer Gruppe einfach die Tabelle verschoben, d.h. eine besonders dicke oder sonstwie tolle Lederrüstung konnte z.B. auf der P13-Tabelle (eigentlich Kettenrüstung) landen. Das funktioniert bei P20 natürlich nicht mehr, da muß man dann wirklich mit einem DB-Bonus arbeiten.


    ...oder man schlachtet eine heilige Kuh von Rolemaster und modifiziert die Kritischen Treffer.
    In unserer Gruppe geben besonders tolle Waffen z.B. mit Mithrilklinge überhaupt keinen OB-Bonus, denn davon wird der Kämpfer erstmal nicht besser; sondern sie geben bis zu +5 auf den kritischen.
    Umgekehrt könnte man bei besonders toller (Mithril) oder einfach dicker (erhöhte Abzüge/Mindestabzüge auf B&M und +10% oder mehr an Gewicht) Rüstung hingehen und den kritischen Treffer
    - um eine Stufe verschieben (E-->D, A-->A -50) oder
    - eine %-Chance geben, einen jeden kritischen Treffer um X Stufen zu verschieben oder gar ganz zu vermeiden (01-75 = unverändert, 76-90 -1 Stufe, 90-93 = -2 Stufen, 94-97 = -3 Stufen; 98-99 = -4 Stufen; 00 = gar kein Treffer; wobei Stufen "unter" 1 gar keinen kritischen Treffer bedeuten) oder
    - auf eine andere, weniger gefährliche Tabelle verschieben (Schnitt/Stich-->Kleintier; Hieb-->Brawling oder Unbalancing) oder
    - einen geringen Abzug von max. -10 auf den kritischen Trefferwurf geben.