Lyrische Werke der Völker

  • Hallo zusammen.


    Kurz vor Jahresende gibt es von meiner Seite aus noch ein paar kleine Anregungen zum Thema "Gedichte/Lyrik".


    Jedes Volk hat seine eigenen Geschichten, Gedichte und Literatur. Ich möchte in diesem Threat ein paar Gedichte Vorstellen. Vielleicht kommen ja auch noch ein paar Eurer Werke dazu :)


    Warum möchte ich das?


    Für die Spieler: Gedichte sind ein Teil der jeweiligen Kultur und es verleiht einem Charakter ein wenig Tiefe, wenn er sich ein wenig mit der Lyrik seines Volkes auseinandergesetzt hat oder im besten Fall sogar zur Belustigung etwas davon vortragen kann. Als Spielleiter würde ich z.B. für ein frei vorgetragenes und gut ausgespieltes (zum richtigen Zeitpunkt, nicht "um es mal gesagt zu haben") Gedicht sogar Extra- Erfahrungspunkte vergeben.


    Für den Spielleiter: Genau wie dem Spieler, verleiht ein an einer Tempelwand gefundenes Gedicht oder eine Geschichte in Form eines Handouts Eurer Spielwelt Tiefe. Selbst oder vor allem, wenn dies für den Plot völlig unbedeutend ist. Es ist einfach eine nette Auflockerung der Spielwelt.



    Ich habe zu diesem Zweck ein bisschen gesammelt und Exemplarisch mal 4 Gedichte zusammengetragen. Davon zwei von Rumil, dem alten Elfenliebhaber ;)


    1. Über die Waldelfen - von Rumil


    Im Frühling wandern Sie,
    singen die Neugeborenen in den Schlaf.
    Im Sommer tanzen Sie,
    über die Felder, träumen den Sommernachtstraum.
    Im Herbst wandeln Sie,
    unter den Bäumen, erfreuen sich der bunten Blätter,
    fühlen das nahende Ende des Jahres.
    Im Winter ruhen Sie,
    an sicherem Ort, erwarten voll Vorfreude den nächsten Frühling.



    2. Die Launen eines Zwerges - vom Chemiezwerg


    Wenn ein Zwerg die Äxte nimmt,
    ist er meistens recht verstimmt.
    Hat manchmal auch nur schlechtes Karma,
    kommt öfter vor und ist kein Drama.


    Genervt er durch die Lande läuft,
    und brummelnd singend etwas säuft,
    und geht, die Äxte in der Hand,
    allein durchs ruhige Hinterland.


    Flucht auf die Feinde, kanns nicht lassen:
    Trolle muss man einfach hassen:
    Groß und fett und voller Zottel,
    sprechen wie die letzten Trottel.


    Lange Hauer im Gesicht,
    die knacken schön wenn man sie bricht.
    ein Trollkopf macht sich ohne Tand,
    auch wunderbar an einer Wand.


    So zieht der Zwerg durchs Hinterland,
    so langsam voll bis untern Rand,
    begierig einen Feind zu sprechen,
    und ihm den Schädel aufzubrechen.


    Und abends, unter viel Verdruss,
    ein Troll des Zwerg´s Weg kreuzen muss.
    der Troll, nichts ahnend jagen geht,
    sieht den Zwerg etwas zu spät.


    Und eh der Troll sein Hirn benutzt,
    wird er auf Zwergenmaß gestutzt.
    Die Axt noch im Gesäße steckt,
    der Troll am Wegesrand verreckt.


    Und der Zwerg? Der ging nach Haus,
    ruht dort seine Äxte aus.
    Säuft und lacht und kanns nicht lassen,
    im Suff den Troll erneut zu hassen.


    Worauf er wieder leicht verstimmt,
    die Äxte in die Hände nimmt...



    3. Über eine Hochelfe - von Rumil


    Unerreicht und doch so nah,
    Grausam und doch wunderbar.
    So jung und doch so alt,
    so schön und doch so kalt.
    Wehe dem, der Ihren Zorn erregt
    und gesegnet, wer in Liebe mit Ihr geht.



    4. Gnome - Von meinem alten Kampfgefährten Lynnie und an einer Stelle leicht abgewandelt :whistling:


    Klein von Wuchs, doch stark und stolz;
    als Kämpfer hart, wie Eichenholz;
    als Tüftler fix, mit sicherer Hand -
    so ist manch' Gnom bei uns bekannt!


    Zwar kann man diese wack'ren Recken
    manchmal nur wirklich schwer entdecken
    ob ihrer winz'gen Körpergröße -
    doch geben sie sich keine Blöße!


    Sind wahre Streiter für das Licht;
    enttäuschen die Gefährten nicht -
    und wiegt der Feind auch dreißig Tonnen,
    wird dennoch fesch der Kampf begonnen.


    Vereint mit andrer Völker Streiter
    ficht man dann bis zum Siege weiter
    und lässt stolz jenen Ruf erschallen:
    "Für Gnomeregan's der Tüftler heil'ge Hallen!"


    Mit Lachen, hell und unvergesslich -
    mit Geist, so reich und unermesslich -
    mit Mut, so groß und ohne Ende -
    reicht uns das Gnomenvolk die Hände.


    Ich hoffe, Euch gefällt was Ihr gelesen habt. Ich würde mich über weitere Werke Eurerseits freuen :thumbup:


    Einen guten Rutsch und frohes neues Jahr,


    gut Loot und sichere Wege


    Euer Chemiezwerg

    Einst verschlang ich fünf Kontinente. Mein Durst schluckte drei Weltmeere leer. Allein der Himmel vermag sich meiner Herrschaft zu entziehen.
    Wisset, mein Leib nennt nicht Flügel, noch Arm, noch Bein sein eigen.


    Ich bin die Midgardschlange, ich trage den Namen "Jormungand".

  • Eine schöne kleine sammlung die hoffentlich ergänzt wird.
    Beim gedicht über die Gnome musste ich grinsen, schließlich liest man nicht oft ein Lobgedicht auf dieses Volk.
    Dem Gedicht der Zwerge merkt man an, an welches Rollenspiel es ursprünglich angelehnt war ist aber trotzdem gut und unterhaltsam.
    Und danke dafür das du meine beiden Fassungen ausgebessert hast, Zwergenliebhaber. ;)
    Aber gut es war mein erster ausflug in den bereich Poesie, vielleicht sollte beim Prosa schreiben bleiben.

  • Hier noch ein Gedicht über Zwerge:




    Es fand sich einst Zwerg in einer Schenke ein,
    er hatte Durst, wie konnte es anders sein.
    So ging er zum Tresen und orderte Bier,
    doch der Wirt blaffte nur: Was willst du hier!
    Der Zwerg war darüber überhaupt nicht entzückt.
    ICH WILL WAS ZU TRINKEN, bellte er zurück.


    ****


    Kaum hatte das gesprochen, wurde ein Krug an seinem Schädel zerbrochen.
    Neben der Schenke erwachte er nun,
    nicht mehr nur durstig, auch voller Wut.
    Was tat der Zwerg nun in diesem Moment?
    Er geht zu Freunden, die er gut kennt.
    Zusammen nun kehrten sie nun ein, in Schenke des Wirts,
    wie kann es anders sein.


    ****


    Zu seinem Leid soll er später klagen,
    denn ruiniert wart nun sein Laden,
    als die Zwerge endlich gingen und
    dabei fröhliche Lieder singen.

  • Das folgende Gedicht entstand während unserer Onlinespielrunde und war als Gedicht zur Teilnahme bei einem Gedichtewettbewerb gedacht ( der natürlich gewonnen wurde ;)



    Ausgangscharakter ist ein elfischer Priester der Othil



    Oh Othil



    Du Mutter aller Mütter


    Schützerin der Gläubigen


    unsere Schutzheiligen


    hebst schützend deine Arme über uns


    du täglich dein Lebenslied für uns sumst


    Hälst die verrotenden Mächte des Naeroth in Schach


    Hälst die AUgen auf uns wach



    Deiner Güte verdanken wir,


    dass unsere Kinder gedeihen.


    Naeroth dem Kinderschlächter und Tier,


    wirst du keine Macht verleihen



    Leben nur Leben,


    wirst du für uns weben


    Bringerin des Lichts


    Vernichterin des Nichts


    Mutter aller Mütter




    Oh Othil

  • Unterm kalten Himmel liegen sie,

    auf brenendem Boden schlafen sie,

    jeder der sie sieht bedauert sie.


    ***


    Jeder der sie sieht , bedauert sie.

    Ihre Flamme gilt als erlochen,

    noch bevor sie war entflammt.


    ***


    Doch im Steine schlafen sie derweil,

    wenn ihre Zeit naht.


    ***


    Unter dem milchigem Schimmer in der Nacht regen sie sich,

    Unter dem grünen Feuer erwachen sie endlich,

    zum Tanz der Flammen entsteigen sie ihrem Steinernen Bett.

    Und wenn der Morgen graut, erklingt ihr Gesang.




    - Die Drachen der Feuerinsel des Nordens

  • Ich mag Drachen auch -- zu sehr um sie zum "kleinen" Ungetüm irgend eines Nebenplots zu degradieren. Das hätten diese Geschöpfe einfach nicht verdient. Und da ich nicht nur die erste Kampagne meiner Gruppe schon festgelegt habe, sondern die zweite auch gleich hinterher...

  • Nicht Abenteuer, Kampagne. Grob geschätzt habe ich bei regelmäßigem Spielen noch genug Stoff für die nächten anderthalb Jahre. Es würde also noch eine ganze Weile dauern, bis ein angemessener Platz für Drachen da wäre. Aber ich glaube wir werden grade hier zu sehr OT. ;)

  • In dunkler Festung lebt sie,

    wandelt auf den Fluren umher,

    in dunklen Gedanken gehüllt ist ihr Geist.

    Die Königin mit dunkler Krone,

    Wann kommt der Held welcher das Volk von ihr erlöst!


    ***


    Einst eine junge Prinzessin aus Fernem Land,

    dunkel ist ihr Haar, grün ihre Augen,

    schön ist ihr Gesicht so dass ein jeder sie begehrt.

    Ihr Vaters Wille es war, einem König soll sie zur Frau gegeben.


    ***


    So zog sie in die Burg ihres Gemahl und wurd mit ihm vermählt,

    doch in jener, ihrer Hochzeitsnacht betrog sie ihr Gemahl, mit der jungen Magd.

    Voller Zorn wandte sie sich von ihm ab und floh in die Nacht.

    Hinaus zu den Hexen, welche ihr Rache verhießen.


    ***


    Zu einer der ihren machten die Hexen sie nun,

    schnell und meisterlich gewann sie große Macht.

    Macht über Geister,

    Macht Seelen,

    Macht über Herzen,

    Macht über Tote.


    ***


    Tückisch und schnell Schlich ihr Verderben, Heinen in des Königs Heim so dass ein jeder erlag.

    Die Diener.

    Die Wachen.

    Der König!


    ***


    Zuletzt kehrte sie zurück.

    Zurück in die Burg, aus welcher sie floh.

    Die Leiche des Königs zu ihren Füßen, bestieg sie den Thron.


    ***


    Tapfere Mannen traten ihr entgegen,

    doch keiner konnte sich ihrer macht erwehren.

    Ein jeder kämpfte Tapfer,

    doch vergebens und am Ende waren alle ihrer Macht erlegen.


    ***


    Lange nun betrauert das Volk, jene tapferen Seelen welche ausgezogen,

    um für sie ihre Leben zugeben.



    - Die dunkle Königin

  • Zu Trommel und Gesang ziehen sie durch das Land!

    Von fern hören sie das Volk, doch sie erschrecken nicht.

    Wer mag das sein wer im Frieden mit Musik durch die Lande zieht?


    ***


    Trommeln und Gesang kommen näher!

    Nun gesellen Laute und Flöte zum Gesang und der Trommel.

    Laden die Leute zum Tanz ein.


    ***


    Ein Wagen kommt in Sicht, fährt ins Dorf hinein.

    Nun strömen die Leute herbei und manch einer beginnt zu tanzen.

    Manch einer lauscht nur der Musik, welche ihn an weit entfernte Orte trägt.

    Die fahrenden Musiker sind es und geben ihre Kunst zum besten!


    ***


    Wo kommen sie her?

    Wo gehen sie hin?


    ***


    Hart ist ihr leben, gering ihr Lohn.

    Häufig verachtet, geben sie ihr Wanderleben dennoch nicht auf.


    ***


    Wo kommen sie her?

    Wo gehen sie hin?


    ***


    Von Ort zu Ort

    Von Stadt zu Stadt.

    Wo immer Leute sich sammeln, sie nicht fern.

    Wo immer Leute sind geben sie ihre Kunst zum besten.


    ***


    Wo kommen sie her?

    Wo gehen sie hin?


    ***


    Ist es wirklich von Bedeutung?

    Ist es nicht eines nur wichtig?

    Was ist man bereit ihnen zu geben.


    - Die fahrenden Musiker

  • Lyrik scheint dir zu liegen :) Fehlt noch ne passende Melodie :D

    Einst verschlang ich fünf Kontinente. Mein Durst schluckte drei Weltmeere leer. Allein der Himmel vermag sich meiner Herrschaft zu entziehen.
    Wisset, mein Leib nennt nicht Flügel, noch Arm, noch Bein sein eigen.


    Ich bin die Midgardschlange, ich trage den Namen "Jormungand".

  • Das Leben der Barden und fahrenden Sänger ist eine gute Idee für ein Gedicht Rumil89 .:)

    Aber die Umsetzung finde ich holprig und sprachlich nicht überzeugend. Das ein und andere Mal läßt du auch einfach Worte aus.

    Die Magie ist stark an diesem Ort; viele Elben haben über lange Zeit daran gewirkt." Frank Rehfeld: Zwergenbann

  • So, ein Gedicht einer Magierin über... Welch Wunder die Magie. Kurz und knapp:


    Magie


    So herrlich schön in Farb und Ton

    kann des Formens Kräfte sein,

    dass mancher glaubt es wäre falsch

    und Unglaub ungemein.


    Die Fähigkeit der Essenz

    durch manch Manöver einlenkt,

    wird den Frieden in Ihn bringen

    denn Magie ist mit uns eins.

  • Das neueste Machwerk ist wieder den Elfen gewidmet. Zu lesen diesmal unter https://zwergenkessel.wordpress.com/2017/04/18/fuers-ambiente-tanz-der-elfen/

    Ich bin an der Stelle einfach mal so frech und poste mal Eigenwerbung *flöt*

    Dort lass ich demnächst alles raus, was nichts mit ABOREA zu tun hat (oder nur am Rande)^^

    Einst verschlang ich fünf Kontinente. Mein Durst schluckte drei Weltmeere leer. Allein der Himmel vermag sich meiner Herrschaft zu entziehen.
    Wisset, mein Leib nennt nicht Flügel, noch Arm, noch Bein sein eigen.


    Ich bin die Midgardschlange, ich trage den Namen "Jormungand".

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  • Torshavn sollte nicht so sein. Ihc guck nochmal...

    Ist aktuallisiert. sollte jetzt passen.

    Einst verschlang ich fünf Kontinente. Mein Durst schluckte drei Weltmeere leer. Allein der Himmel vermag sich meiner Herrschaft zu entziehen.
    Wisset, mein Leib nennt nicht Flügel, noch Arm, noch Bein sein eigen.


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