[NPC] Willger der Feenritter

  • Ich habe wieder zu einem potenziellen NPC was geschrieben. Wie schon Letaja kann jeder der Lust hat diesen in seinen Spielerunden einsetzten wenn er will.




    Willger der Feenritter



    Auf den Straßen und abseits der Straßen, von Palea, findet man viele mit unter interessante Personen. Händlern und Streuner, Soldaten und Söldner, jeder Menge Banditen und fahrende Ritter. Natürlich sind das längst nicht alle denen man begegnen kann. Gaukler gibt es auch und zwar in großer Zahl. Doch die fahrenden Ritter sind ein Schlag für sich. Viele sind in der Regel die Nachgeborenen welche sich keine Hoffnung auf ein Erbe machen können. Für gewöhnlich suchen sie das Abenteuer und die Schlacht oder versuchen sich als Minnesänger.


    Ritter Willger war zu Beginn, einer jener Ritter welche das Abenteuer suchten umso Ruhm und Ehre, zu erlangen. Als dritter Sohn eines Adeligen von Prege geboren, verließ er nach seinem Ritterschlag seine Geburtsstadt. Er zog durch ganz Trion, nahm an Turnieren teil, kämpfte gegen Banditen und bewarb sich, wenn auch vergebens, um eine Anstellung beim Hof des Königs. Im Grunde also, ein ganz normaler Ritter und vielleicht, wäre er es auch geblieben, hätte er nicht von einer Unternehmung gehört, die sein Leben verändern sollte.


    Eines Abends, saß er zusammen, mit drei weiteren Rittern zusammen und hörte von diesen, das der Drache Goldkralle, welcher bis dahin die Kronberge unsicher gemacht hatte, sich nun langsam nach Norde bewege. Der König von Trion hatte, davon Erfahren und eine Belohnung all jenen versprochen, welche den Dachen erlegten. Nun suchten, jene Ritter nach Mitstreitern für jene Unternehmung. Bevorzugt solche, welche kämpfen konnten. Jemanden, der ihnen diese Expedition finanzierte, hatten sie bereits. Also waren alles was ihnen noch fehlte, Leute.


    Die mögliche Aussicht, ein Drachentöter zu werden, hatte auf Willger eine Wirkung, der er sich nicht entziehen konnte. Ohne groß zu überlegen willigte er ein. Abgemacht war, die Belohnung des Königs unter allen Beteiligten aufzuteilen. Am Ende gehörten der Unternehmung, neben Willger noch weitere zwanzig fahrende Ritter an und jeder von ihnen Brachte, seine Waffen und Rüstungen mit. Unter ihnen, war auch ein frisch gesalbter Mann namens Rederik. Er war der wohl schlechteste Kämpfer von ihnen, doch hatte er eine silberne Zunge.


    So zogen sie also aus. Durch ihren Finanzier, hatten sie sich neben ihren eigenen Ausrüstung, auch noch weiter ausstatten können, dem entsprechend Prächtig trat der Tross auf. Überall wo sie hin kamen, schlug ihnen Bewunderung entgegen. Es schien als wäre die Vernichtung des Drachen keine Schwierigkeit und mit der Zeit, hielten sich alle für die größten Krieger von Palea. Willger selbst, sagt er müsse heute noch darüber lachen, wie er einmal annehmen konnte, den grünen Drachen, mit einem Knüppel zu besiegen.


    Als sie schließlich, in einem Dorf nahe der Stadt Cray, im Königreich Xhara, Halt machten, begegnete Willger der schönen Wahrsagerin Siralda. Während seine Gefährten abends ins Gasthaus gingen und tranken, suchte der Ritter sie auf. Da sie seiner ursprünglichen Bitte, nicht nachkommen wollte, legte sie für ihn stattdessen ihre Karten, um aus ihnen die Zukunft zu lesen. Als sie diese schließlich gelegt hatte, fragte der Ritter: Nun? Wie groß wird mein Anteil am Ruhm sein?
    Siralda Blickte mit ernstem Gesicht auf.


    Von welchem Anteil sprecht ihr? Der Ritter wurde wütend.


    Ich spreche, von dem Ruhm, der mich erwartet nach dem wir Goldkralle getötet haben! Siralda lehnte sich zurück. Doch dann, durchbohrte sie ihn mit ihrem Blick.


    Euer Leben wird euch und einem anderen Ritter bleiben. Die neunzehn anderen, werden sterben. Und dieser Ritter, wird sich fast alles nehmen, während ihr euch für jeden Dank, glücklich schätzen könnt. Das war der Punkt wo Willger aufsprang und ging. Sollte die Wahrsagerin ihre Schauer Geschichten doch einem anderen erzählen.


    Am nächsten Morgen zogen sie weiter. Goldkralle entgegen. Schließlich stellten die Ritter ihn zwischen den Städten Exin und Zyrn. Der Kampf war grauenhaft. Zwanzig Ritter kämpften mit wilder Entschlossenheit. Rederik war zwei Tage zuvor, Krank geworden und im nächsten Dorf zurückgelassen worden. Willger Kämpfte an der Seite seiner Kammeraden so gut es eben ging, bis die Krallen der rechten forder Klaue ihn trafen und er schwer verwundet zu Boden ging. Die Narbe welche zurück blieb, verläuft quer über den Oberkörper und schmerzt bei jedem aufziehenden Gewitter.


    Am Boden liegend, konnte Willger nur zu sehen, wie der Odem des Drachens viele der anderen verbrannte. Es grenzte an ein Wunder das er ihm Kampf nicht tot getrampelt wurde. Doch schließlich, stieß der letzte, ein alter Ritter mit Namen Geleber, dem Drachen sein Langschwert ins linke Auge. Die Wunde tötete den Drachen nicht sofort. Goldkralle schlug noch einem wie wild um sich, tötete dabei Geleber und brach, nachdem er ein kurzes Stück vorwärts gekommen war zusammen. Noch während der Raserei des Drachens verlor Willger das Bewusst sein und wachte erst Tage später wieder auf. Die Verletzung zwang ihn, über einen Monat in jenem Dorf zu bleiben. Als er dann schließlich aufbrach, gaben ihn die Dorfbewohner, neben ihrem Dank einen der Fangzähne des Drachen mit.


    Es sollte der einzige Lohn bleiben, welchen er für dieses Abenteuer erhielt. Denn als er nach Trion zurückkehrte, musste er erfahren, das Rederik allen Ruhm für sich beanspruchte. So schnell wie es ohne Pferd ging, begab sich nach Lovanio um den König zu sprechen. Tatsächlich erhielt er auch eine Audienz und was dort geschah, wurde von Augenzeugen oft genug weiter erzählt. Willger, erzählte dem König was geschehen war. Um zu beweisen das er wirklich gegen den Drachen gekämpft hatte, zeigte er die Narben, welche der Drache hinterlassen hatte und berichtete auch, das Rederik gar nicht am Kampf teilgenommen hatte. Selbiger, welcher ebenfalls zu geben war, wiedersprach Heftig. Der Ton wurde zwischen den beiden so hart, das nicht viel fehlte und die Schwerter wären gezogen.


    Doch bevor es soweit kam, hob der König die Hand.


    Genug. Es gebührt sich für zwei Gesalbte Ritter, einen derartigen Ton, anschlagen. Und ich meine sehr wohl in der Lage zu sein, zu erkennen, wenn mir jemand ein Märchen erzählt. Willger sah mit offenem Mund der König an und trat auf ihn zu.


    Euer Gnaden... Doch der König beruhigte ihn. Bleibt ruhig, Willger. Ich zweifle nicht daran, das ihr gegen die Bestie gekämpft habt. Doch könnt ihr eure Behauptung, das Ritter Rederik gelogen hat beweisen? Willger biss die Zähne zusammen, während Rederik süffisant lächelte.
    Nein, euer Hoheit. Der König nickte. Nach einer Pause sprach der König dann: Ohne Zweifel ist auch, das euch eine Belohnung für eure Tapferkeit im Kampf zu steht.


    Als er das hörte, dachte Willger einen Moment nach. Doch schüttelte er den Kopf und antwortete, tiefbewegt und mit bebender Stimme: Vergibt mir euer Hoheit, doch die Ehre verbietet es mir, Almosen anzunehmen. Von wem auch immer ich sie erhalte.


    Mit diesen Worten verbeugte er sich vor dem König und verließ den Thronsaal, eine Sprachlose Menschenmenge und einen betroffenen König zurücklassend.



    Fortsetzung im nächsten Post...

  • Willger verließ, tief verbittert, noch am selben Tag die Hauptstadt. Dabei dachte er, an die Prophezeiung der Wahrsagerin. Ihm war klar, dass Siralda die Wahrheit gesagt hatte. Doch was nutzte ihm das noch? Bis auf einen Schild und sein Schwert war ihm nichts mehr von seiner Rüstung geblieben. Sein Pferd war dem Drachen zum opfergefallen und mittlerweile, wirkte er mehr wie ein einfacher Söldner, als wie ein Ritter. In der nächsten Zeit, zog er über die Dörfer, ohne ein festes Ziel zu haben.


    In dieser Zeit kam es zu einer Begegnung, die Willger, nie vergessen würde. Eines Nachts, saß er am Feuer, als er plötzlich ein einzelnes Pferd auf der Straße hörte. Willger griff zum Schwert und schlich zur Straße. Dort sah er einen einzelnen Reiter ganz in schwarz mit einer, gegen die Schulter gelehnten Sense, auf einem schwarzen Pferd. Willger stockte der Atem, als das Pferd auf seiner höhe Halt machte und sich die Öffnung, der schwarzen Kapuze in seine Richtung wandte. Darunter kam ein graues Gesicht mit unzähligen Falten und weißem Bart zum Vorschein. Aus den dunklen Augenhöhlen, funkelten zwei eisblaue Punkte.


    Willger, fragte nicht wer er war. Er ahnte es. Es war der Tot höchst selbst und sich zu verstecken, war Sinnlos. Willger trat aus dem Gebüsch, wenn es schon sein Ende war, dann wollte er es aufrecht stehend erwarten. Doch der Tot machte keine Anstalten, ihn mit seiner Sense niederzustrecken. Stattdessen legte er den Kopf leicht schief sah Willger verwundert an.


    Hmm... ihr scheint mich sehen zu können, Willger. Der Ritter erstarrte. Weniger das der Tot seinen Namen kannte, als vielmehr das dieser überhaupt zu ihm sprach, mit einer rauen heiseren Stimme.


    Ist... es denn so ungewöhnlich, das... jene dessen Leben endet euch sehen können? Der Tot sah ihn nur verblüfft an.


    Dessen Leben endet? Ich glaube hier liegt ein Missverständnis vor. Ich bin nicht hier um euch zu holen. Willger öffnete den Mund und kniff die Augen zusammen. Und... was wollt ihr dann? Der Tot zuckte mit den Achseln.


    Ich bin nur auf der Durchreise. Allerdings, habe ich mich schon seit Ewigkeiten, mit niemanden mehr unterhalten, der kein Zauberer war. Darum ging es dem Tot also? Um ein Gespräch? Willger verstand die Welt nicht mehr. Für einen Moment, fühlte er sich wie vor den Kopfgeschlagen. Doch er fing sich schnell wieder und bemerkte das ihm vom Tot keine Gefahr drohte.


    Nun, wenn ihr euch unterhalten wollt, dann kommt mit an mein Feuer und wärmt euch. Mit diesen Worten wies er in die Richtung aus der er gerade gekommen war. Der Tot nahm die Einladung freudig an und ein paar Augenblicke später, saß Willger mit dem leibhaftigen Tot, neben sich am Feuer.


    Es zeigte sich, das der Tot an sich gar kein übler Zeitgenosse war. Und zudem ein guter Zuhörer, als Willger ihm seine ganze Geschichte erzählte. Und bezüglich Rederik hatte er eine Frage.


    Warum habt ihr zugelassen das Redrik mit seinem Betrug durch kommt? Hättet ihr ihn nicht auf seiner Rückreise holen können? Der Tot sah Willger erschrocken an, beruhigte sich aber und schüttelte den Kopf während er wieder ins Feuer sah.


    Das ist typisch für euch sterbliche. Auch die Zauberer denken immer, ich würde die Leute willkürlich holen oder hätte Einfluss auf ihre Lebensspanne. Willger sah ihn nun neugierig an.

    Habt ihr den darauf keine Macht?
    Der Tot sah ihn wieder an.


    Nein. Ich habe auf die Lebensdauer eines Geschöpfes keinen Einfluss. Ich bin nur derjenige der die Verbindung der Gestorbenen zu dieser Welt trennt. Willger verstand nicht sofort, doch er nickte, als ihm eine Idee kam.


    Im Grunde seid ihr der Bauer der das Getreide erntet, wenn es reif ist. Entsprechend viel dank erhaltet ihr, nämlich gar keinen. In manchen Fällen, werdet ihr sogar als Krähe verschrien. Der Tot lachte nur leise, was einen merkwürdigen Klang hatte. Tatsächlich lief es dem Ritter kalt den Rücken herunter als er ihn hörte.


    Eine sehr einfache Formulierung, aber es umreist grob meine Aufgabe. Endlich jemand, der meine Aufgabe zumindest ansatzweise versteht, anstatt den Friedhof vorlauter Gräbern nicht mehr zu sehen. Das ist nämlich eine Marotte der Zauberer... Und so begann der Tot sich über die Zauberer auszulassen und Willger musste immer wieder grinsen. Offenbar, schien der Tot so manche unangenehme Erfahrung mit diesen gesammelt zu haben.


    Als die Nacht weiter fortschritt, sah Willger auf die Sense vom Tot und stellte fest das sie nicht wirklich Scharf aussah.


    Schärft ihr eure Sense eigentlich nie? Der Tot schüttelte nur den Kopf.


    Hab keinen Schleifstein. Willger erinnerte sich das er Zwei hatte, also holte er einen von ihnen heraus und reicht ihn dem Tot. Hier. Nehmt ihn. Doch der Wiegelte ab.


    Nein danke. Das Ding wird sowieso immer wieder stumpf. Doch Willger ließ nicht locker. Am Ende gab der Tot nach und nahm das Geschenk mit höflichem nicken entgegen. Eine Weile saßen sie noch neben einander und sprachen über dieses und jenes. Doch irgendwann erhob sich der Tot.


    Ich muss jetzt wieder los. Habt vielen Dank, für das Gespräch. Mit diesen Worten reichte der Tot ihm die Hand und Willger nahm sie, nachdem er sich selbst erhoben hatte. Die Hand, war so kalt wie das Grab selbst, doch der Ritter bewahrte Ruhe, er wusste das ihm nichts passieren würde.


    Lebt wohl, alter Gevatter. Der Tot stieg auf sein Pferd und lächelte.


    Lebt wohl, Ritter Willger. Er nahm die Zügel in die linke Hand, wollte gerade weiterziehen als er sich noch einmal an Willger wandte.


    Wisst ihr was? Fast alle mit denen ich je gesprochen habe, haben mir eine Frage gestellt, die ihr nicht gestellt habt. Willger sah zu ihm auf und sah ihn überrascht an. Und welche wäre das? Der Tot beugte sich leicht vor. Wie lange habe ich noch zu leben. Willger lachte leise. Lustig, das scheinbar alle Leute das wissen wollen. Der Tot war überrascht. Wollt ihr das den nicht wissen? Der Ritter schüttelte nur den Kopf, was den Tot zum lächeln brachte. Dann, mit einem letzten nicken, brachte er sein Pferd in Bewegung und ritt im Schritttempo seines Weges.



    Fortsetzung im nächsten Post...

  • Als Willger am Morgen darauf aufwachte, glaubte er zuerst, geträumt zu haben. Doch als er merkte, das an der Stelle wo der tot gesessen hatte der Boden gefroren war, wusste er das es kein Traum gewesen war, nicht zuletzt dadurch, dass ein zweiter Schleifstein fehlte. So zog er also weiter, niemand wusste, ob er sich noch in Trion befand oder an einem anderen Ort in Palea. Dann schließlich, kam er eines Abends an eine Lichtung und machte dort Rast, als er plötzlich eine leise Stimme weinen hörte. Er suchte nach der Person, welche er hörte. Doch er fand niemanden. Als er gerade aufgeben wollte, sah er einen leeren Baumstamm aus welchem das weinen kam. Was konnte so klein sein um dort hinein zu passen, fragte er sich als er sich hinunter beugte.


    Geh weg., kam es aus dem Baumstamm.


    Warum soll ich weck gehen. Wer bist du? Er erhielt zunächst keine Antwort, doch als er horchte, meinte er ein wimmern zu hören.


    Geh weg. Verschwinde! Die Stimme war sehr hoch, was Willger darauf schließen ließ, das es ein Kind war, aber welches Kind war so klein das sie in diesen leeren Baumstamm passte?


    Komm heraus. Ich tue dir nichts. Doch die Stimme begann wieder zu Schreien.


    GEH WEG! Verschwinde!


    Willger verlor die Geduld. Er war fast den ganzen Tag gewandert und war nun müde. Der Ritter war nicht in der Laune für Spielchen.


    Komm jetzt raus oder schlage deinen Baumstamm in Stücke! Mit einem Mal wurde es Still. Doch dann kam, aus einem Loch an der anderen Seite des Baumstammes, ein kleines Geschöpf heraus und kauerte sich auf dem Baumstamm zusammen. Es sah aus wie ein Mensch, war jedoch gerade mal so groß wie seine Hand und hatte zarte, Durchsichtige Flügel, am Rücken. Willger hatte von solchen Geschöpfen gehört, nur nicht daran geglaubt das es sie wirklich gab.


    Ihr seid eine Fee. Das kleine Geschöpf welches die kleinen Arme Über sich geworfen hatte, sah zu ihm auf. Dann nickte sie sehr zögernd.


    Bitte... bitte tu mir nichts. Willger setzte sich auf den Boden vor ihr und sah sie überrascht an.


    Warum sollte ich dir etwas tun? Die Fee richtete sich etwas auf und sah ihn mit nassen Augen an.


    Weil... Weil er sie alle mitgenommen hat. Einen nachdem anderen. Die Fee begann wieder zu weinen.


    Willger sah das kleine Wesen einen Moment fragend an. Doch dann wurde ihm klar, das wohl jemand die anderen Feen entführt hatte. Der Ritter musste in diesem Moment an die vielen Geschichten über Feen denken welche ihm seine Amme erzählt hatte. Sicher die Geschichten mit den heldenhaften Rittern, hatten ihm besser gefallen, doch konnte er sich an die über die Feen genauso gut erinnern. Angeblich waren Feen magische Geschöpfe und auch sehr schwer zu fangen. Wie konnte jemand fast alle entführen?


    Wer hat alle anderen Gefangen genommen? Die Fee, sah ihn wimmernd an.


    Du... Du kennst ihn nicht? Du kennst den Zauberer nicht? Willger schüttelte den Kopf. Nach und nach erzählte die Fee ihm von einem Zauberer der einige Tagesreisen entfernt in einem Turm lebte. Was er dort tat, wusste das kleine Geschöpf nicht, doch was auch immer es war, es verdarb alles in seiner Umgebung.


    Und... es breitet sich aus. Die Blumen verdorren, die Bäume sind verstummt und die Einhörner sind geflohen.


    Willger schwieg eine ganze Weile. Sprechende Bäume und Einhörner, vor noch nicht allzu langer Zeit hätte er all diese Dinge noch als Amen Märchen abgetan, doch hätte er nie erwartet einmal dem Tot leibhaftig zu begegnen. Und wenn das was das kleine Geschöpf ihm erzählte, der Wahrheit entsprach, war dieser Zauberer eine Gefahr für alle. Der Ritter hob seinen Blick und sah die Fee ernst an.


    Wo lebt dieser Zauberer? Sag mir wo er ist und ich setzte seinem Treiben ein Ende. Die Fee wischte sich ein paar Tränen weck und sah ihn dann mit großen Augen an. Wirklich? Willger nickte. Für einen Moment wurden die Augen der Fee Größer, doch dann kamen Zweifel und sie kauerte sich wieder zusammen.


    Aber... aber wie du das denn machen? Du bist vielleicht ein Krieger, aber er ist ein Zauberer. Nun sah Willger das kleine Geschöpf durchdringend an.


    Ich bin kein Krieger, kleine Maid. Sondern ein Ritter. Einen Moment herrschte schweigen, noch immer zweifelte das Kleine Wesen doch als Willger den Eid der Ritter rezitierte und ihr bei den Göttern schwor, ihre Freunde aus der Hand des Zauberers zu befreien, war das kleine Geschöpf überzeugt. Am nächsten Morgen machten sich beide auf den Weg, zum Turm des Zauberers.


    Auf dem Weg dorthin durchquerten sie ein Dorf in welchem just in diesem Moment, eine vermeintliche Hexe verbrannt werden sollte. Willger, als er das sah trat zum Dorfvorsteher. Dieser war wenig erfreut über die Störung und nicht wenige welche der Besprechung zu hörten, verspürten das Verlangen, auch Willger einen Kopf kürzer zu machen. Als sie jedoch hörten, wie er auf den Zauberer zu sprechen kam, wurden alle ganz still. Sie fürchteten den Zauberer und das was er tat. Willger erkannte das und ihm wurde klar, das nicht nur die Feen unter der Verderbnis dieses Mannes litten. Nach etwas Überzeugungsarbeit, gelang es dem Ritter die Hinrichtung der vermeintlichen Hexe, bei der es sich überraschenderweise um Siralda handelte, zu verhindern, was er damit begründete das er ihre Magie brauchen würde um den Zaubrer zu besiegen. Umso mehr weil, die Fee welche ihn begleitete immer schwächer wurde, je näher sie dem Turm kamen. Am nächsten Tag wollte der Ritter den Wald um den Turm betreten.


    In der Nacht zuvor jedoch suchte er erneut Siralda auf und bat sie ihre Karten zu legen. Er stellte nur eine Frage: Kann ich den Zauberer, mit dem was ich bei mir führe und den mir zu Verfügung stehenden Kräften besiegen? Die Seherin bejahte. Das genügte ihm. Er wollte nicht wissen, ob er den Zauberer besiegen würde oder ob er es überlebte. Beides war für ihn nicht wichtig, schließlich ging es ihm nur darum ob er überhaupt in der Lage war ihn zu besiegen.

  • Am nächsten Morgen brachen, der Ritter und die Wahrsagerin auf zum Turm auf. Die Fee war auf dem Weg zum Turm immer schwächer geworden, so das Willger sie an einem Baum im Dorf absetzte der noch keine Spuren von verderben zeigte. Als sie schließlich den Wald betraten, schien es als wenn sie von allen Seiten her beobachtet wurden. Einige mal wären sie beinahe von Illusionen getäuscht worden. Doch es stellte sich heraus, das Siralda mehr konnte, als nur die Zukunft vorhersagen. Wenn sie auch ihre Magie nicht im Kampf einsetzen konnte, so war sie dennoch einer der Gründe weshalb es beide bis zum Turm schafften. Kurz bevor sie ihn betraten, sah Willger zur Seite und sah den Tot auf seinem Pferd sitzend. Doch wegen wem er gekommen war wusste der Ritter nicht.


    So drangen der Ritter und die Wahrsagerin, in den Turm ein und mussten einigen Fallen ausweichen, welche Gäste wie sie wohl abhalten sollten. Schließlich stellte Willger den Zauberer in dessen Studierzimmer. Der Raum war voller Käfige in welchem sich die Feen befanden. Entweder waren sie bereits tot oder so entkräftet das sie sich nicht mehr rühren konnten. Willger bekam keine Zeit sich darüber Gedanken zu machen denn der Zauberer griff ihn und Siralda sofort an. Der Kampf begann und den Großteil der Zeit hatte es den Eindruck als wenn Willger ihm nicht gewachsen war. Doch dann gelang dem Ritter sein Schwert, in die Brust seines Gegners zu stoßen. Dieser lachte aber nur, ehe die Klinge zu Rost zerfiel.


    Einfältiger Narr! Glaubt ihr etwa, geschmiedete Waffen könnten mir etwas anhaben? Mit diesen Worten, packte er den Ritter an der Kehle und drückte ihm die Luft ab. Siralda konnte Willger nicht helfen. Sie war in einem Käfig aus Magie gefangen und musste alle ihre Kräfte aufbieten um sich selbst zu schützen. Willger spürte wie der Zauberer seine Lebenskraft aus dem Körper sog und ihm wurde klar, dass er schnell handeln musste. So griff er nach der einzigen Waffe, die ihm geblieben war: Dem Fangzahn des Drachen Goldkralle und stieß sie dem Zauberer in den Bauch. Sein Gegner zuckte zusammen und erstarrte, ehe er ihn los ließ. Dann sah er nach unten und anschließend ungläubig zu Willger.


    Ein Drachenfangzahn? Dieser nickte, taumelte zurück und brachzusammen, mit dem Bewusstsein ringend. In diesem Moment, erfüllte ein schauerliches Lachen den Raum.


    Geführt von dem, dem ich die Hand reichte! HAHAHAHA!!! *Der Zauberer drehte sich um. Hinter ihm stand, mit breitem Grinsen im Gesicht, der Tot. Die Schadenfreunde war nicht zu übersehen.


    Darauf habe ich mich schon lange gefreut! Der Zauberer sank auf die Knie, hob die linke Hand, hielt sich mit der rechten die Wunde und flehte um Gnade, doch der Tot schärfte genüsslich seine Sense nach, ehe er diese zum Streich erhob.


    Zeit ist um! Mit diesen Worten, löste er die Seele des Zauberers vom Körper und Willger verlor das bewusst sein. Als er wieder zu sich kam, lag er in einem Bett und es war Nacht. Er wusste nicht wo er war, bis auf einmal ein kleines leuchtendes Wesen auf ihn zu flog und versuchte ihn zu umarmen.


    Du hast sie gerettet! Du hast sie alle gerettet! Es war die Fee und Willger befand sich wieder in dem Dorf in welchem er sie zurückgelassen hatte. Bevor er jedoch etwas sagen konnte, kam noch weitere Feen dazu und mit einem Mal war es Tag hell in dem kleinen Raum. Die kleinen Wesen hörten nicht auf sich bei ihm zu bedanken und durch ihr Licht und ihre Stimmen, wachten manche Dorfbewohner auf und sahen nach, was los war. Unter diesen war auch Siralda. Als sie den Raum betraten, bemerkten die Feen sie zunächst nicht, so sahen die Dorfleute die kleinen Geschöpfe und so gelangte Willger zu seinem Beinamen der Feenritter.


    Freilich, als die Feen die Menschen bemerkten, flogen sie davon und Willger hinderte sie nicht daran. Er selbst und Siralda blieben noch eine Weile in dem Dorf. Zumindest so lange bis der Ortsansässige Schmied, Willger ein neues Schwert geschmiedet hatte, als Dank dafür das er die Dorfleute von dem Zauberer befreit hatte. Am Tag seines Aufbruchs, soll vor ihm ein weißer Hirsch auf getaucht sein. Ein Zeichen dafür, das Willger in der Gunst der Götter steht. So sagen jedenfalls die einfachen Leute.


    Seit dieser Zeit, ziehen Willger und Siralda gemeinsam durch das Land. Die großen Städte meiden sie, doch trifft man sie dafür in den Dörfern und wo ihr Ritter ist, sollen die Feen nicht weit sein. Ob das nun war ist oder nicht, weiß niemand so genau und Willger selbst hüllt sich diesbezüglich in Schweigen. Doch wird gesagt, das er und Siralda in den Sommernächten zusammen mit den Feen getanzt haben. Die Geschichten, welche schon von ihm und Siralda erzählt werden, sind zahlreich. Angeblich sollen sie ein Einhorn vor Jägern gerettet haben, mit einem Riesen soll er Freundschaft geschlossen haben, nach dem er diesen im Kampf gegen Trolle beigestanden hatte und immerzu soll er den kleinen Leute gegen tyrannische Adelige beistehen. Ob das alles wahr ist, sei dahin gestellt, doch tatsächlich, scheint Willger die Sehnsucht nach Ruhm aufgegeben und dafür sein eigenes Glück zu haben.




    *Beim Lachen vom Tot muss ich immer wieder an das dreckige Lachen von meinem Spielleiter denken. ;)