[Kurzgeschichte] Arturus Hohenstein – Kurze Vorgeschichte

  • Geschrieben von Naburin und definitiv viel zu gut, um nur an meiner Pinnwand zu versauern ;)

    Deswegen hier als Repost für alle.



    Es war ein schöner Morgen, als Arturus unterwegs war zur Kampfschule und
    zu einem Treffen mit Dorian Grimmbald, seinem vorgesetzten Offizier und
    Ausbilder. Frohen Gemutes ging er durch die Straßen in fester Erwartung
    heute noch zum Unteroffizier der trionischen Armee ernannt zu werden
    und schon bald in die höheren Kreise der Ritterschaft und Offiziere der
    Armee aufzusteigen. Eines Tages wahrscheinlich sogar zum Feldherrn.
    Zweifel daran waren nutzlos, schließlich sind seine Eltern reiche
    Kaufleute aus Padova und finanzieren zur Sicherheit der Stadt und ihrer
    eigenen, einen Großteil der Schule. Er ging im Allgemeinen auch gerne
    dort hin, dort konnte er seine Talente zum Kampf ausleben, die er schon
    als Bursche an den Tag gelegt hat. Ihm ist es auch nie schwer gefallen,
    als Kind und Jugendlicher neue Freunde zu finden und zum Teil sogar sie
    dazu zu bringen ihm zu helfen. Doch daran hatte er keinen Spaß. Bestimmt
    wäre aus ihm aus ein ansehnlicher Kaufmann geworden, doch auch das lag
    ihm nicht im Sinn.


    Arturus wollte immer schon der sein, der die holde Maid beschützt, seine
    Truppe anführt und die gefährlichen Trolle aus den Bergen oder andere
    Scheusale besiegt. Und wenn neben seinem „unbestreitbar vorhandenen
    Talentes“ auch das Geld seiner Eltern ihm den Weg ebnet: Warum nicht.
    Ein wenig des Reichtums zu genießen ist doch nicht verkehrt. Und so kam
    er mit seinem blank polierten Bastardschwert und seiner glänzenden
    Plattenrüstung an der Schule an und nur ganz leichte Nervosität regte
    sich in ihm.


    Meister Grimmbald war kein einfacher Mann, ein stattlicher Krieger,
    mutig, stark, schlau und er hat immer sein Talent gefördert, aber auch
    gefordert. Auf dem Kampfplatz ebenso wie in ermüdend langen
    Unterrichtsstunden über Kriegstaktik. Er hat ihm viel beigebracht und
    ihn weiter nach vorn verholfen, jedoch in letzter Zeit hat er sich ihm
    gegenüber kaum mehr anders verhalten als gegenüber den anderen
    Anwärtern. Außerdem ist er seinem Vater in letzter Zeit aus dem Weg
    gegangen oder hat auffällig leise mit ihm gesprochen. Aber was solls,
    wahrscheinlich planen sie nur eine Überraschung zu meiner Ernennung…


    … „Und du glaubst allen Ernstes hier in so kurzer Zeit einen Durchmarsch


    zum Offizier hinzulegen. Das wir dir Pferd, Titel und Truppe einfach so
    hinterher werfen nur weil deine Familie Geld hat. Pah!


    Du bist ein guter Krieger Arturus, du könntest mal ein brillanter
    Stratege werden und hast das Herz am rechten Fleck. Eines Tages wirst du
    ein wahrer Ritter des Königs sein, doch dieser Tag ist nicht heute!
    Noch bist du zu jung, zu närrisch, zu eingebildet. Du musst dich noch
    gedulden.“


    „Waaas? Wie kannst du es wagen so mit mir zu reden? Dieser Titel steht
    mir zu, ich bin würdig für ihn! Ansonsten werde ich meiner Vater davon
    berichten und diese Schule erhält von uns keinen Muena mehr!“



    „JETZT REICHTS! Genug. Pack deine Sachen und verschwinde. Die Wache von
    Padova mag ja bestechlich sein, aber ich und diese Schule sind es nicht.
    Außerdem sind das leere Drohungen, ich kenne deinen Vater und du
    täuschst dich wenn du denkst dass er das tun würde.


    Wenn du noch einmal hierher kommst und einen Anspruch auf einen Titel
    geltend machen willst, dann beweise mir, dass du wirklich würdig bist.
    Zieh hinaus in die Wildnis und in andere Städte und Länder, komm nicht
    wieder, wenn nicht wenigstens 3 Jahre vergangen sind und bring mir einen
    Beweis für deine Heldentaten mit! Und ich meine keinen Sack voll Gold,
    sondern etwas von wahrem Wert. Tust du das mach ich dich zum Ritter
    Trions und zum Hauptmann der Armee von Padova.


    Und jetzt geh!“


    Immer noch wutentbrannt stürmte Arturus nach Hause und seiner Familie
    und vor allem seinem Vater vom dem Treffen zu berichten. Doch leider
    musste er feststellen, das Dorian recht behalten hatte: Sein Vater war
    voll auf dessen Seite. Schlimmer noch er nahm ihm Geld und seine schöne
    Rüstung weg, ließ ihm lediglich das Schwert, einen einfachen ledernen
    Schutz und ein paar Triontaler und schickte ihn hinaus.

    Die ersten Tage waren die Hölle, doch nach dem ersten erfolgreich
    besiegten Straßenräuber und der angemessenen Feier in der nächsten
    Taverne sah Arturus langsam hoffnungsvoller in die Zukunft. Das Ziel war
    das gleiche geblieben und er hatte nun 3 Jahre und ein Haufen von
    Abenteuern vor sich es zu erreichen.

    Nur was wäre ein angemessener Beweis für wahre Heldentaten?...

    Einst verschlang ich fünf Kontinente. Mein Durst schluckte drei Weltmeere leer. Allein der Himmel vermag sich meiner Herrschaft zu entziehen.
    Wisset, mein Leib nennt nicht Flügel, noch Arm, noch Bein sein eigen.


    Ich bin die Midgardschlange, ich trage den Namen "Jormungand".

  • Eine nette Kurzgeschichte. Ein Junger selbst zufriedener Mann aus reicher Familie dem wohl bislang alles hinter her geschmissen bekommen, denkt er könne einfach so zum offizier aufsteigen. Aber Pustekuchen. Stattdessen wirt er mit einem tritt in den allerwertesten hinausgeschickt um sich erst einmal zu beweisen und dann zurückzukommen. Guter schreibstil und die Szene ist gut eingefangen. Der Charakter wird kurz und knapp beleuchtet, so das jeder sich ein bild von ihm machen. Gerne mehr.

  • Lynx : Warum sollten sie denn NICHT erwünscht sein? Vielleicht hat ja dem einen oder anderen Leser genau DIE Idee gefehlt und er klaut/verbessert/entwickelt die Idee weiter^^ Ich genieße es sehr, Eure Ideen zu lesen (und zu wissen, dass auch meine gelesen werden).

    Einst verschlang ich fünf Kontinente. Mein Durst schluckte drei Weltmeere leer. Allein der Himmel vermag sich meiner Herrschaft zu entziehen.
    Wisset, mein Leib nennt nicht Flügel, noch Arm, noch Bein sein eigen.


    Ich bin die Midgardschlange, ich trage den Namen "Jormungand".

  • Nja, gut, erwünscht war vielleicht auch das falsche Wort. ^^ Sollte eher so in Richtung "willkommen und gern gelesen" gehen. Ich bin wohl noch etwas zu durch von meiner Geschäftsreise. Aber du hast vollkommen Recht, warum eigentlich nicht?