[Aborea] Im dunklen Wald - Spielthread

  • Irgendwann im Laufe des Gesprächs zwischen Myriel und Bronn, kehrte Gwen zu der Gruppe zurück. Den Straßenzauberer hatte sie im Schlepptau und irgendwie strahlte sie einen Hauch von Tatendrang aus.

    "Wenn Ihr Euch dann genug ausgetauscht habt, können wir ja aufbrechen, oder?",

    ihr Blick ging schon in Richtung der Stadttore. Für einen kurzen Augenblick verweilte sie, dann ging sie los.

    "Oder gibt es noch irgendetwas, das Euch aufhält?", fragte sie über ihre Schulter hinweg.

  • Der Weg aus der Stadt hinaus war glücklicherweise nicht schwer zu finden. Sie mussten lediglich der großen Straße folgen und das Stadttor passieren. Jenseits der Mauern war die Richtung klar. Zu ihrer Rechten, also im Süden der Stadt reichte der Fidrios beinahe bis an die schützenden Mauern Sechys‘ heran. Ein Weg zweigte von der Hauptstraße ab und führte genau dort hin.

    „Na wie gut, dass wir den Druiden gefragt haben, wo genau im Wald wir seine Zunftsgenossen finden können“, brummte Gwen und ließ sich ein wenig zurück fallen. Etwas leiser aber immer noch hörbar fügte sie hinzu,

    „Vielleicht sollten wir die todesmutigen Kurzstreckendenker in die erste Reihe stellen.“

  • Xoran


    Der Kleinkünstler ließ sich wie immer hinter die Gruppe fallen, fragte aber dann mal von hinten:,, Und was habt ihr so herausgefunden?"

    Eher weniger, weil er eine Antwort erwartete, sondern eher, weil er bedrückender Stille vorbeugen wollte. Alsbald sank er auch wieder in alte Muster und ließe kleine Lichtblitze durch die Büsche fahren, die natürlich nur in seinem Kopf existierten. Er stimmte ein fröhliches Pfeifkonzert an und lauschte den Antworten und Ergebnissen der anderen Gruppenmitglieder.

  • Da niemand anderes antwortete, erhob Gwen das Wort.

    "Kommt drauf an. Gesagt hat uns der Druide nicht allzu viel. Im Wesentlichen, dass wir hier im Wald Druiden finden werden, die nach ihren eigenen Gesetzen über uns und andere Eindringlinge richten. Und das sie wohl unsere heißeste Spur sind, was die Anschläge angeht. Nichts also, was wir nicht auch anders hätten erfragen können."


    Sie zuckte mit den Schultern und ließ den Blick schweifen. Der kleine Weg führte sie in sanften Schlangenlinien in den Fidrios hinein. Einmal passierten sie eine kleine, verfallene Hütte, die vor langer Zeit vielleicht einmal Holzfällern als Unterkunft gedient hatte. Jenseits dieser Hütte wurde der Weg zunehmend schmaler und überwucherter. Es war ihnen, als würden sie direkt in den Schlund einer grünbraungrauen Bestie hinab steigen. Vielleicht hätten sie Angus noch fragen sollen, wo man die Druiden am ehesten finden konnte. Doch so blieb ihnen momentan nur, dem Weg zu folgen und auf einen Hinweis zu hoffen.

    "Viel interessanter war ohnehin, was Angus nicht gesagt hat", fügte Gwen nach einigen Metern hinzu. Sie führte ihre Gedanken jedoch nicht weiter aus. Und bevor jemand danach fragen konnte, gerieten sie alle ins Stocken.


    Vor ihnen tat sich das Unterholz auf. Der Weg, mittlerweile nur noch ein schwach zu erkennender Trampelpfad, führte sie auf eine kleine Lichtung. Bislang hatte der Wald geisterhaft geschwiegen, doch nun war die Luft von einem unangenehmen Summen und Brummen erfüllt. Vor ihnen offenbarte sich ein Bild des Grauens. Die Lichtung glich einem Schlachtfeld. Das Gras war rot und braun von trocknendem Blut. Einige Leiber verteilten sich darauf, teils zerfetzt, teilweise in Einzelteilen. Wie viele Personen es einmal gewesen waren, ließ sich nicht mehr sagen. Aufgeregte Fliegen hatten bereits damit begonnen, sich um die besten Plätze auf den Leichenteilen zu sammeln. Eine leichte Brise wehte den Geruch des Todes zu den Suchenden herüber und beschwor neben dem Grauen auch noch eine beißende Übelkeit herauf.

  • Myriel


    Auch sie lauscht den Worten, so hoffte sie zu erfahren, ob sie noch irgendwas Interessantes erfahren hatten. Leider war dem nicht so und so lief sie einfach mit den anderen mit. Ihre eigenen Gedanken hingen noch bei den Sprüchen die sie vorhin gelesen hatte und hoffte sie endlich bald einsetzen zu können.

    Manchmal schielte sie zum Magier und fragte sich, was der wohl dachte.

    Als Gwen ihre Frage stellte sah Myriel neugierig zu ihr, die eigentliche Frage nach dem "Was denn?" verschluckte sie aber schnell als sich das Bild vor ihr ausbreitet.

    Zuerst sah Myriel geschockt aus, das änderte sich aber sehr schnell und wurde zu einem sehr neugierigen Blick. Den Rand der Lichtung absuchend, wanderten ihre Augen über die rote Farbe und die zerteilten Leiber. Für einen sehr kurzen Moment huschte ein Grinsen über ihr Gesicht, bevor sie sich schnell die Hand vor Mund und Nase hielt. So verdeckte sie ihre Geste auch schnell vor den anderen.

    Es war ein grausames Bild das sich der Magierin darbot aber sie war von der Gewalt, dem vielen Blut und auch diesem Anblick in einem sonst friedlich vorkommenden Wald sehr zufrieden.


  • Xoran


    Den Zauberer störte die wortkarge Wanderung wenig. Mehr Chancen für ihn in seiner eigenen Welt abzutauchen. Bunte Lichter, Magie und über seinem Kopf stob eine große geflügelte Echse durch eine Wolke.

    Jäh wurde diese Illusion unterbrochen, als sich ihm der Blick auf die Lichtung zeigte, blieb er wie angewurzelt stehen. Ein eiskaltes Schaudern durchfuhr ihn, wähend sich der beißende Geruch in seine Nase brannte. Der Magen des Zauberers drehte sich mit einem Satz um und dieser konnte sich gerade noch von seinen Begleitern wegdrehen. ,,Entschuldigt,“ stammelte er, während er sich mit dem Ärmel etwas provisorisch den Mund abwischte. Er hatte zwar schonmal Tote gesehen, aber von dem Anblick eines solchen Massakers war er bisher verschont geblieben. Mit etwas weichen Knien schob sich der Zauberer nach vorne, zog unbewusst seinen merkwürdigen Dolch und zwang sich mit den Augen die Lichtung abzusuchen.

  • Gwen verzog das Gesicht nur leicht, angesichts des Massakers, das hier stattgefunden hatte. Brons Warnung ignorierte sie bewusst und trat an ihm vorbei auf die Lichtung. Jedoch ging sie nicht weiter als ein, zwei Schritte, bevor sie stehen blieb und den Kopf leicht schief legte.


    Das Unwohlsein rührte nicht nur von seinem rebellierenden Magen her, dessen war Xoran sich sicher. Es fühlte sich an, als wäre ihm ein kühler Hauch über den Nacken gefahren, allerdings nicht natürlichen Ursprungs. Etwas war hier, das konnte er spüren. Wie ein Raubtier schien es die Lichtung zu umkreisen...


    Odoka schien nicht minder beunruhigt zu sein, jedoch rührte das sicherlich vom Anblick der Lichtung her. Der Krieger zog seinen Knüppel, kaum dass er das Schlachtfeld entdeckt hatte. Sein Blick begann etwas unstet zu wandern und seine Schultern spannten sich an.

  • Xoran


    Der Magier drückte sich am Rand der Lichtung entlang und sagte leise:,, Das was die hier umgebracht hat,“ er deutete mit seinem Kristalldolch auf die Leichen:,, Ist noch immer da.“

    Er ließ seine Blicke durchs Unterholz streifen, musste seine Bemühungen aber unterbrechen, als sich sein Magen wieder meldete.

    Er begann, sich auf einen Kampf vorbereitend, zu versuchen sich an den letzten hilfreichen Zauberspruch zu erinnern, den er aufgeschnappt hatte. Der würde zwar nicht funktionieren, aber wenn er den mit genug Selbstbewusstsein sagte, würde er ihnen bestimmt etwas Zeit verschaffen.

  • Alvaro


    Der Dieb nahm sofort ein Tuch vor den Mund, um den halbwegs normal atmen zu können, der Anblick von Toten war nichts neues, doch das hier ist etwas anderes.

    Die zweite Hand legte er sofort an sein Florett, ohne es zu ziehen.

    Er sah sich konzentriert um, vielleicht ist ja noch jemand oder etwas anderes hier...


  • Myriel


    Auf die Worte von Xoran hin wich sie einen Schritt zurück. Es war noch hier? Sie wusste sie war nicht gut im Kampf, jedenfalls noch nicht. Also hielt sie sich im Hintergrund und suchte die Gegend ab.

  • So sehr sich Alvaro und Xoran auch anstrengten, zu sehen war nichts. Dennoch meinten beide deutlich zu spüren, wie etwas die Lichtung und damit auch sie umkreiste. Eine leichte Brise raschelte im Laub der Bäume. Irgendwie hatte der Klang aber nichts sanftes, sondern vielmehr einen schneidenden Unterton.

    Dem Dieb und dem Straßenzauberer kam es so vor, als sei die Temperatur schlagartig um einige Grad gesunken.

  • Bronn


    "Ich schätze für eine Flucht wird es zu spät sein, die meisten Tiere oder was das auch immer war werden schneller als wir sein." Antwortet Bronn. Dabei schaut er sich die zerfetzten Körper um erkennen was das gewesen sein könnte.

    "Od und Alvaro wir sollten versuchen die Anderen zu schützen." Befiehlt Bronn, weiter sagt er sagt er. "Alvaro du kümmerst dich um Myriel und du Od bleibst bei Gwen. Gwen wie gut kannst du dich mit deinem Bein verteidigen?"

  • Myriel


    Sie hob anschließend eine Augenbraue als sie immer noch nichts erkannte. Die anderen sahen wohl etwas, das sie nicht sehen konnte.

    "Ja ich habe einen Plan." Die Worte mehr gemurmelt als zu den anderen gesagt zieht sie ihre Kaputze der Robe auf den Kopf und tief in das GEsicht, das sie kaum noch zu sehen war.

  • Xoran


    Der Straßenmagier fasste den Entschluss, dass er das nächste mal in der Stadt auf jeden Fall eine andere Waffe erwerben sollte. Mit dem Dolch würde er in einem Kampf wenig bewegen. Und wie er die Gruppe so einschätzte schienen Kämpfe in nächster Zukunft wohl etwas öfter vorkommen. Hinter Bronns Rücken flüsterte er:,, Sollen wir es herauslocken?", während er in seinem Umhängebeutel nach etwas hilfreichem suchte.