Spielbericht Alptraum

  • Ein Alptraum, wie er im Buche steht - Bericht eines verzweifelten Spielleiters


    "Nicht die Würfel töten Spieler. Das ist und bleibt MEIN Job!"


    Das ist normalerweise mein Credo als Spielleiter. Aber nicht dieses Mal. Ich habe in meinem Leben als Spielleiter in verschiedenen Systemen die unterschiedlichsten Dinge gesehen, Geschichten über TPK (Total-Party-Kill) gehört und über vom Unglück geplagte Runden. Das mir mein erster TPK nun nach acht Jahren von ein paar Würfeln geklaut wird, generiert von einem kurz vor der Rente stehenden Programm, ist deprimierend.


    Es hätte so einfach sein können: "Geht dort rein", sagte ich, "Geht dort rein und klaut mir ein Boot. Schiff. Wasauchimmerdaschwimmt..." Und damit begann das Elend. Ich habe in meinem Leben noch nicht so viele Fehlschläge gesehen. Beim Schleichen, beim kämpfen, beim laufen, beim verstecken, beim winselnd um Gnade betteln.... Niemals - und damit meine ich N-I-E-M-A-L-S - ging ein Abenteuer würfelbedingt so in die Hose. Und da fragen mich manche, wie ich auf Blogs wie diesen hier komme.

    Das Leiden zog sich etwa eine Stunde und trotz guter Ideen war das letzte, was eine Magierein und ein Prister von der Welt sahen, eine Keule (naja zumindest der Priester, da die Magierin mMn mit dem Gesicht im Dreck lag).



    Ich freue mich bereits auf die beiden Schilderungen des Ganzen. Und ich bekomme noch einen Mitschnitt, Mimic  ;)

    Einst verschlang ich fünf Kontinente. Mein Durst schluckte drei Weltmeere leer. Allein der Himmel vermag sich meiner Herrschaft zu entziehen.
    Wisset, mein Leib nennt nicht Flügel, noch Arm, noch Bein sein eigen.


    Ich bin die Midgardschlange, ich trage den Namen "Jormungand".

  • Klingt ein bißchen kryptisch😉.

    Du hattest also eine gute Runde mit Spielern die gute Ideen hatten und am Ende sind zwei tot. Und schuld waren nur die Würfel? Das macht dich zornig und traurig 😢 weil die Würfel 🎲 das Spiel aus der Hand genommen haben?

    Dann ist aber etwas gründlich falsch gelaufen. Du bist der SL. Leben und Tod der SC's liegen immer in deiner Hand.

    Die Magie ist stark an diesem Ort; viele Elben haben über lange Zeit daran gewirkt." Frank Rehfeld: Zwergenbann

  • Mh, du hast recht: das war missverständlich. Da sind mir wohl die Stilmittel ausgerutscht... Also nocheinmal etwas anders formuliert.

    Wir hatten eine Runde mit 2 Spielern und wollten einen OneShot spielen. Jetzt war es leider so, dass die Spieler permanent 1er warfen und sich (obwohl ich die 1er sehr harmlos ausgespielt habe) immer weiter ins Unglück gestürzt. Ich bin da weder traurig noch wütend drüber, ich kann nur noch immer nicht fassen, wieviel Pech zwei Spieler an einem Abend haben können.


    Und nach den Würfen war der Tod fast unausweichlich im beschriebenen Setting.

    Wir haben das Ganze dann aber dann recht elegant mit der "Panisch aus dem Schlaf hochschrecken"- Methode gelöst, um die beiden nicht auf ewig dem Sensenmann zu opfern :)

    Einst verschlang ich fünf Kontinente. Mein Durst schluckte drei Weltmeere leer. Allein der Himmel vermag sich meiner Herrschaft zu entziehen.
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  • Unauswichlich nicht. Aber wenn der Tod keine mögliche Zukunft darstellt, nehmen die Spieler manchmal das Leben ihrer Charaktere nicht mehr ernst. Und das wär doch schade ;)

    Einst verschlang ich fünf Kontinente. Mein Durst schluckte drei Weltmeere leer. Allein der Himmel vermag sich meiner Herrschaft zu entziehen.
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  • Mein Bericht zu beschriebenem Desaster:


    Irwin, Priester Othils:


    Dachte sich der Elf, als er durch die Gassen des Fischerdorfes am Eismeer lief. Achja der Auftrag erinnerte sich der Priester. Naja dafür wird es aber viel Geld geben müssen. Dafür, dass er sich durch diese Eiseskälte kämpfte. Irwin öffnete die Tür der als Treffpunkt mit den Auftraggebern angegebenen Schenke. Drinnen konnte er direkt sehen wo die Händler saßen, die den Auftrag erteilt hatten. Er konnte auch sehen wie Ixhaza, die Zauberin, versucht sich an den zwei Meter großen Matrosen vorbeizuschieben. Ihm selbst gelang das ohne Probleme. Er stand schon bei den Händlern als sich hinter ihm ein handfestes Gemenge auslöste. Irwin konnte erkennen, dass Ixhaza in der Mitte stand. Neben ihr ein Matrose, der sich die Augen hielt und vor sich hin fluchte. Drumherum mehrere Seemänner, die sich gegenseitig mit Fäusten bearbeiteten. Einen Augenblick später stand die Zauberin direkt neben ihm. Sie hatte es irgendwie geschafft zwischen den Schlägern herzuhuschen.

    Der Mann hinter ihr, den sie scheinbar zuvor geblendet hatte, ließ seinen Blick durch den Raum schweifen. Während er mit den Augen rollte, warf Irwin seinen Umhang um Ixhaza und rief dem Seemann zu:"Die Hexe ist da entlang." Er zeigte mit der Hand auf den Ausgang. Im gleichen Moment bewegte sich auch die Tür. Der Seemann schien die warme Schenke nicht verlassen zu wollen, bestellte sich noch ein Bier und schmollte vor sich hin.

    Die Händler erklärten kurz den Auftrag:

    Einigen Piraten sollte ihr Schiff gestohlen werden.

    Am nächsten Morgen trafen sich die Abenteurer und aufzubrechen. Es sollte kein all zu schwerer unterfangen werden. Irwin nahm zwar an, dass sie es mit einer Überzahl an Gegnern zu tun haben würde, aber sein Glaube an Othil verhalf ihm doch zu Zuversicht. Und zugegebenermaßen war die Zauberin ja auch nicht komplett nutzlos.

    Es ging also los. Nach einem halben Tag Marsch durch den Wald kam die Gruppe an einer Klippe an, in der scheinbar das Versteck der Piraten zu finden war. So zumindest die Inforationen, die von den Händlern gegeben worden waren. Es führte ein kleiner Pfad die Klippe entlang nach unten. Dieser war aber scheinbar gut bewacht, also beschränkten sich Ixhaza und Irwin auf das Absuchen der Umgebung nach einem alternativen Eingang. Ixhaza fand nur eine kleine Senke im Fels. Irwin sucht hingegen im Wald und fand reltaiv schnell eine Falltür, die über eine Treppe mit dem Versteck der Piraten verbunden war. Die beiden konnten hinter einer Holztür Stimmen hören. Irwin entschloss sich zu warten. Irgendwann würden die Piraten schon mal schlafen gehen und dann könnte man ja das Boot stehlen. Ixhaza wurde es schnell zu kalt. Sie verzog sich. Als Irwin ungedulig wurde machte auch er sich auf den Weg nach oben. Hier hatte es mittlerweile angefangen zu schneien und ein starker Wind peitschte die Schneeflocken durch die Gegend. Irwin, der meinte er könne eigentlich alles, kam die Idee, dass das doch das perfekte Wetter war für Piraten um andere Schiffe zu überfallen. Dies teilte er sogleich auch den Händlern und Ixhaza mit, die es sich in einem Zelt in der Nähe gemütlich gemacht hatten. Schnell wurde ihm klar, dass er nur gegen eine Wand redete. Diese Händler hatten ja gar keine Ahnung von Schifffahrt. Und dann auch diese überhebliche Zauberin. Die hatte in ihrem Leben doch noch nie ein Schiff gesehen.


    Während des Schneesturms wurde im Zelt ausgeharrt.

    Als dieser vorbei war machten sich Irwin und Ixhaza auf um endlich dieses verdammte Boot zu stehlen.

    Plötzlich erfüllten den Himmel bunte Polarlichter. Irwin dankte Othil für dieses Zeichen ihrer Macht und schickte Gebete zum Himmel. Lobte die Größe seiner Göttin und wähnte sich in der Gunst Othils.

    "Das ist doch das Werk von Naeroth!", kam von der Zauberin.

    Bei Irwin brannten alle Sicherungen durch. Diese Blasphemie würde er nicht durchgehen lassen. Mit all seiner Kraft schlug er mit seinem Stab nach der Zauberin, die daraufhin bewusstlos zusammensackte.

    Irwin beendete in aller Ruhe sein Gebet. Holte die Zauberin dann wieder ins Bewusstsein und lief die Treppe an der Falltür hinunter.

    Unten angekommen bemerkte er, dass es hinter der Tür etwas leiser geworden war, aber das wars auch. Also wartete er wieder mal ab. Er erschrak als hinter ihm plötzlich Ixhaza auftauchte. Scheinbar hatte sie sich die Treppe hinuntergeschlichen.

    Es folgte ein kurzer Wortwechsel, der natürlich in Zimmerlautstärke gehalten wurde.

    Das ging an den Wachen nicht vobei, die hinter der Tür standen und sich wunderten wer denn da redete. Irwin taumelte die Treppe hoch. Er wusste nicht was mit Ixhaza war, aber das war ihm auch herzlich egal. Oben angekommen rannte er in irgendeine Richtung. Hinter ihm kamen zwei muskelbepackte Männer hervor. Irwin rannte weiter. Und wurde von etwas zu Boden gerissen. Scheinbar ein Pfeil. Einer der Männer sammelte Irwin vom Boden auf. Das wars dachte sich der Elf. Schon seine letzten Gebete an Othil schickend starte er die Piraten an.

    Doch plötzlich wurde alles hell. Irwin wurde fallen gelassen.

    Irwin wurde klar was passiert war. Die Zauberin und ihre Blendzauber. Er krabbelte in irgendeine Richtung, um von den Piraten weg zu kommen. Als er wieder sehen konnte fand er sich einige Meter entfernt von der Klippe wieder. Verfluchte Zauberin und ihre Blendzauber. Als er sich aufgerappelt hatte standen ihm die zwei Männer gegenüber.


    In einem Akt der Verzweiflung hob er den Stab und schrie:,, Spürt die Macht meines Gottes!" Er ließ seinen Stab auf den Boden heruntersausen. Die Männer schauten nur verduzt. Und einige Zeit passierte nichts, bis plötzlich einer der Männer in Flammen aufging und tot umkippte. Der andere rannte in Panik davon, in Richtung der Treppe.

    Aus dem Nichts tauchte plötzlich die Zauberin auf, sprach scheinbar einen weiteren Blendzauber und der Flüchtige fiel geblendet durch die Öffnung der Falltür und polterte die Treppen hinunter.


    Irwin rannte in Richtung Wald und dachte sich hinter einem Baum sicher.

    Und kurz darauf stürmten schon mehrere Piraten aus der Öffnung auf der Suche nach den Unruhestiftern. Als sich Schritte Irwins Versteck näherten, versuchte er etwas zur Ablenkung zu finden, griff eine Maus und war Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, als er einen lauten Schmerzensschrei ausstieß als diese ihm in den Finger biss.


    Danach rannte Irwin um sein Leben. Schnell holten die Piraten auf. Auch sein Versuch auf Diplomatie verlief ins Nichts. Hilflos musste Irwin sich seinem Schicksal hingeben und hauchte mit einem:,,Nimm mich zu dir Othil," sein Leben aus.




    Schweißgebadet wachte der Priester auf. Immernoch mumelnd:,,Nimm mich zu dir Othil." Ein verdutzter Zwerg starrte ihn mit großen Augen an.



    ,,WIE KOMMEN ZWERGE IN DEN HIMMEL?!"

  • Danke für den Text Mimic  :).

    Ein bißchen chaotisch und intuitiv geschrieben. Aber er läßt mich erahnen, warum eure Charaktere beinahe drauf gegangen wären.

    Die Magie ist stark an diesem Ort; viele Elben haben über lange Zeit daran gewirkt." Frank Rehfeld: Zwergenbann

  • Bericht von Ixhaza :

    Geheimes Tagebuch der Zauberin:


    Ich wusste es, auf den Priester, diesen Nichtskönner kann man sich einfach nicht verlassen. Ich weiß, es war alles nur ein Traum aber das zeigt doch nur wieder, wie schlimm es mit ihm ist. Ich kann ihn wirklich nicht leiden, jedes Mal kommt er mit Dämonen und dem ganzen. Was soll das eigentlich bedeuten?

    Nein, das geht so nicht weiter, ich muss irgendwas ändern. Aber das schlimmste war, das ich im Traum wegen diesem Typen gestorben bin. Und das beinahe Mehrfach!

    Nur weil ich so naiv bin und ihm noch helfen will. Ich sollte lernen, ihn einfach seinem komischen Gott zu überlassen, der wird das schon regeln. Ha, als wenn!

    Aber ich sollte mich vor ihn in Acht nehmen, dumme Witze darf ich nicht mehr machen über diesen, ich glaube es war Naeroth oder so. Auch wenn es nur ein Traum war, mein Schädel dröhnt immer noch von seinem Schlag auf den Kopf.

    Dieser Dummbatz!

    Magie ist die Lösung, nicht irgendein Gott. Und wenn dann gibt es für mich nur Seista. Sie ist eine der älteren Göttern und hat die Magie herbeigeführt. Und außerdem ist Magie alles was zählt.

    Ich bin nur froh das es nur ein Alptraum war.

    Aber es hat mich was gelehrt: Laufe niemals dem Priester hinterher um ihn zu retten, dann läuft alles schief!

    Obwohl? Vielleicht gehe ich es ja ganz falsch an. Vielleicht sollte ich Frieden mit ihm schließen und so verhindern das er mir irgendwann noch den Tod bringt...

    Einst verschlang ich fünf Kontinente. Mein Durst schluckte drei Weltmeere leer. Allein der Himmel vermag sich meiner Herrschaft zu entziehen.
    Wisset, mein Leib nennt nicht Flügel, noch Arm, noch Bein sein eigen.


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