Allgemeine Fragen zu Aborea

  • Hallo :)
    Ich hoffe, dass ich hier Antworten auf meine Fragen finde. Ich spiele schon lange DSA bzw. leite Abenteuer in Aventurien. Ich habe gehofft, dass DSA 5 vieles einfacher machen würde. Leider sind mir die Regeln nach wie vor zu komplex. Grundsätzlich steht für mich eine spannende Geschichte im Vordergrund und nicht ein möglichst realistisches Regelsystem. Außerdem ist mir die Welt (Aventurien) zu klein und zu genau beschrieben. Ich möchte viel lieber eigene Regionen und Städte in meinen Geschichten auftauchen lassen.

    Wenn ich es richtig verstanden habe, zielt Aborea genau darauf ab dem Spielleiter solche Möglichkeiten zu geben? Die Welt ist also nur teilweise beschrieben?

    Ist es möglich bzw. vorgesehen, dass man sich eigene Berufe ausdenkt? Im Vergleich zu DSA hat man ja (scheinbar) kaum Möglichkeiten seinen Spielcharakter durch Berufe/Fertigkeiten etc. individuell zu gestalten. Ich habe bis jetzt nur die Kurzregeln überflogen und zumindest diesen Eindruck gewonnen. Ich würde mich über eine andere Sichtweise freuen.


    Insgesamt habe ich den Eindruck, dass sich Aborea wesentlich flüssiger und leichter spielt. Habt ihr mit eurer Gruppe schon Probleme gehabt, weil das Spiel nicht komplex genug war? Ist das Spiel auch für erfahrene Rollenspieler geeignet oder haltet ihr es eher für ein Anfängersystem?


    Vielen Dank schonmal für das Lesen meines Beitrages!

  • Wenn ich es richtig verstanden habe, zielt Aborea genau darauf ab dem Spielleiter solche Möglichkeiten zu geben? Die Welt ist also nur teilweise beschrieben?

    Ja das stimmt soweit, es gibt einen Atlas der dir noch Hilfen zur Verfügung stellt aber nicht so detailreich das man Eingeschenkt ist. Abgesehen davon kann man das ja auch außer acht lassen was einem nicht passt.


    Ist es möglich bzw. vorgesehen, dass man sich eigene Berufe ausdenkt? Im Vergleich zu DSA hat man ja (scheinbar) kaum Möglichkeiten seinen Spielcharakter durch Berufe/Fertigkeiten etc. individuell zu gestalten. Ich habe bis jetzt nur die Kurzregeln überflogen und zumindest diesen Eindruck gewonnen. Ich würde mich über eine andere Sichtweise freuen.

    Das ist natürlich möglich, nur musst du dir im klaren sein das es schwer werden wird das Balancing nicht zu zerstören. Es werden noch einige Klassen kommen und es gibt auch schon ein paar die du hier unter dem Punkt "Neue Berufe" finden kannst. Diese sind auch von Spielern gemacht, also man sieht es ist möglich.


    Insgesamt habe ich den Eindruck, dass sich Aborea wesentlich flüssiger und leichter spielt. Habt ihr mit eurer Gruppe schon Probleme gehabt, weil das Spiel nicht komplex genug war?

    Naja die Probleme kann man immer haben, egal wie komplex das System ist, es gibt einfach zu viele unterschiedliche Menschen die unterschiedlich handeln um alles abzudecken, da ist aber dann die Spielleiterrische Finesse gefragt. Allgemein finde ich das es genug Regeln gibt damit man flüssig spielen kann aber auch genug Freiraum für Kreativität.


    Ist das Spiel auch für erfahrene Rollenspieler geeignet oder haltet ihr es eher für ein Anfängersystem?

    Sowohl als auch, für Anfänger ist es super weil sie nicht viel Lernen müssen und nicht viel Regeln kennen müssen, für erfahrene Rollenspieler bietet es damit auch viele Möglichkeiten sich selbst zu verwirklichen.


    Ich hoffe ich konnte dir so schon weiter helfen :)

    PS: ich hasse die BBCodes von WBB!

  • Moin!


    Erst mal schön, dass du hergefunden hast.


    Ja, du hast das schon ganz richtig mitbekommen, die Welt ist nur teilweise beschrieben. Die Weltkarte hast du schon einmal gesehen? Da sind sehr viele Regionen und Länder drauf - also reichlich Platz um sich auszutoben. Im Atlas sind sie alle aber nur grob und vor allem ohne Werte beschrieben, sodass man ein Gefühl dafür bekommt, jedoch nicht eingeengt wird. Zu einem der Reiche, Trion, ist eine Box in Arbeit, in der es mehr Material gibt. Aber ansonsten heißt es wirklich: Schau auf die Karte, sieh dir die Namen der Orte dort an, die mutmaßliche Landschaft und werde kreativ.


    Dass es vorgesehen ist, eigene Berufe zu erschaffen, würde ich jetzt nicht unbedingt sagen. Aber es ist möglich. Welche Frage sich mir persönlich dabei immer stellt ist: Ist es auch nötig? Oder deckt einer der Berufe nicht eigentlich schon das ab, was man will? Besonders im Hinblick auf die knackig kurzen Regeln könnte sich der ein oder andere neue Beruf so wieder erübrigen. Zudem sind die Berufe ja weit gefasst und schränken die Fertigkeiten nur in ihren Kosten ein.

    Kleines Beispiel: Auch wenn der Dieb in seinem Beruf eben Dieb heißt, kann man aus ihm einen tollen Einbrecher, aber auch einen Banditen oder einen Trickser bauen. Das sind dann einfach Facetten, die sich durch anders verteilte Fertigkeitspunkte, Hintergrund und Spielweise definieren aber weniger neue Rahmenbedinungen in puncto Werte brauchen.

    Aber hey, das ist meine eigene, furchtbar unkomplizierte Herangehensweise. Lass dich davon bloß nicht abhalten selber was zu erschaffen. Und wenn du es tust, lass uns daran teilhaben! ;)


    Ich selbst mag genau den Punkt, den du da nennst: Es ist flüssig, leicht und nimmt so den Fokus von dicken Regelwerken. Das Problem, dass es nicht komplex genug war, hatte ich in meiner Heimrunde bislang nicht. Allerdings muss ich auch ganz ehrlich dazu sagen, dass wir auch gerne mit reiner Logik über eventuelle Regellücken drüber bügeln. Meine Gruppe ist bei diesem Thema super entspannt.

    Wir sind übrigens gemischt zusammengesetzt, sowohl mit freiheitsliebenden, alten Hasen, als auch mit einem Anfänger (als wir damals angefangen hatten). Bei uns funktioniert Aborea also wunderbar für beide Arten von Spielern.

  • Wenn ich es richtig verstanden habe, zielt Aborea genau darauf ab dem Spielleiter solche Möglichkeiten zu geben? Die Welt ist also nur teilweise beschrieben?

    Ja, das ist tatsächlich auch so gewollt. Fest steht bislang nur, dass es zu Trion eine umfangreiche, auch mit Spielwerten versehene Erweiterung geben wird. Die kann man dann verwenden oder eben auch nicht. Man sollte sich hier nicht vom bösen Kanon verunsichern lassen. Wir hetzen keinem SL die Rollenspielpolizei auf den Hals, nur weil er offizielles Material nicht verwenden möchte ;) Vor einem alles erdrückenden Metaplot musst Du Dich also nicht fürchten.


    Ist es möglich bzw. vorgesehen, dass man sich eigene Berufe ausdenkt? Im Vergleich zu DSA hat man ja (scheinbar) kaum Möglichkeiten seinen Spielcharakter durch Berufe/Fertigkeiten etc. individuell zu gestalten. Ich habe bis jetzt nur die Kurzregeln überflogen und zumindest diesen Eindruck gewonnen. Ich würde mich über eine andere Sichtweise freuen.

    Ja, es ist möglich und wegen der wenigen Parameter auch relativ leicht. Die Frage zur Schwierigkeit der Ausbalancierung gegenüber den anderen Berufen wurde ja bereits aufgeworfen. Hierzu gehört natürlich etwas Erfahrung, allerdings ist man auch nicht gezwungen, eigene Berufe "glatt zu bügeln".


    Die Individualisierung von Charakteren erfolgt designbedingt eher über weiche Faktoren (zB Hintergrund) und kreative Anwendung der Regeln statt. Man kann einen Beruf trotz der wenigen Parameter durchaus individuell gestalten. Eigentlich steht jedem Beruf jeder erdenkliche Pfad der Entwicklung offen: Kriegerzauberer, Barbarendiebe, Gladiatoren, Zauberdiebe, Ninjas uvm sind bereits mit den bestehenden Berufen möglich.


    Würde man mehr Regeln zur Individualisierung einbauen, dann würde das Spiel auch wieder komplexer. Hier ist ABOREA mE ein guter Kompromiss gelungen. Vom Detailgrad liegt es ungefähr bei DSA1 + Ausbau-Spiel, allerdings "in modern".


    Habt ihr mit eurer Gruppe schon Probleme gehabt, weil das Spiel nicht komplex genug war?

    Nur einer meiner Spieler hat mal gemosert, dass ihm das System zu einfach wäre. Das liegt vielleicht einfach daran, dass wir in der Vergangenheit mehr komplexe RPGs gespielt haben, als einfache. Selbst DSA4, Pathfinder, Shadowrun oder "The Mother of Hartwursting" (Rolemaster) hat keinen in unserer Runde bislang geschockt. Ich persönlich (besonders als SL) mag einfachere System sehr.


    Ist das Spiel auch für erfahrene Rollenspieler geeignet oder haltet ihr es eher für ein Anfängersystem?

    Wie schon oben geschrieben ist die Antwort: sowohl als auch.


    ABOREA wurde in Bezug auf die Vermittlung der Spielregeln mit dem Rollenspielanfänger im Fokus entwickelt. Durch seine Vollständigkeit und Modularität ist es aber auch für Veteranen ein geeignetes System, insbesondere für solche, die die Nase voll haben von Regelschwergewichten.


    Manchmal liest man, ABOREA sei nur ein Light- oder Einstiegsregelwerk. Das impliziert, dass es nicht vollständig sei und man damit nur eine begrenzte Zeit spielen könne. Das ist VÖLLIGER UNSINN! Das Regelwerk ist vollständig und deckt alle relevanten Teile des Spiels ab. Was nicht explizit als Regel festgelegt wurde, zB weil es viel zu selten Anwendung findet, lässt sich aufgrund des Regeldesign sehr schnell improvisieren. Stundenlanges Regelblättern entfällt so zugunsten eines schnellen, interessanten Spiels.


    So, jetzt aber rasch die Box geholt und losgespielt 8)

  • Vielen Dank für eure Antworten! Ich bin ja begeistert wie schnell das ging :P


    Ich habe mir solche Antworten erhofft und finde, dass sich das alles echt gut anhört.


    Die Spielbox und der Atlas sind jetzt bestellt und hoffentlich bald da. Ich bin gespannt.

  • Mal eine ganz andere Frage: Ich bin gerade mal wieder auf der Homepage gewesen, um ein bißchen (Lese)Zeit in Aborea zu verbringen. Mir fallen immer wieder diese sehr stimmungsvollen Landschaftsbilder ins Auge (die ich auch im Wechsel als Desktophintergrund verwenden). Welcher Künstler, welche Künstlerin zeichnet dafür verantwortlich?

    Die Magie ist stark an diesem Ort; viele Elben haben über lange Zeit daran gewirkt." Frank Rehfeld: Zwergenbann