[Kreatur] Der Behemoth

  • Der Behemoth



    Die Expedition, erklommen gerade eine weiteren der Berge in den Kronbergen. Es war Sommer und trotz der kalten Wind die von Süden her kamen, war es unerträglich heiß. Erneut Fragte ich mich, wen ich in der Akademie von Lovanio so verärgerte hatte, das mir diese Mission zu geteilt wurde. Sicher, ich hatte das ewige Bücherwälzen satt. Und Tag ein, Tag aus irgendwelche alten Texte abzuschreiben, war auch nicht das was man den Rest seines Lebens tun wollte.


    Aber einem Mythos hinter herzujagen?! Ja richtig. Ich sollte den Behemoth finden. Eine Kreatur, groß wie ein kleiner Berg, mit blutroten Augen, braunem Fell, viergliedrigen Hände mit Krallen. Die, laut der alten Texte, die Länge von Bäumen hatten und dazu zwei zweigliedrige Füße. Es war alles einfach nur blanker, durch nichts zu beweisender, Unfug was über sie geschrieben worden war. Und von dem ganzen Unsinn den die Bauern erzählten ganz zu schweigen. Aber trotzdem sollte ich eben eine dieser Kreaturen finden und Studieren.


    Ich wischte meine Gedanken bei Seite. Schließlich, machte die ganze Expedition, an geeigneter Stelle halt. Mich auf einem Felsen ausruhend und einen Schluck Wasser aus meinem Schlauchbeutel nehmend, sah ich auf einen Hügel aus Geröll, im Tal unter mir. Die Spitze, erinnerte mich irgendwie an einen Rückenbuckel. Ich schüttelte den Gedanken ab. Die Sonne schien mir nicht zu bekommen, dachte ich bei mir, als ein unvorstellbarer lärm aus dem Tal unter uns heraufdrang. Alle waren sofort auf den Beinen, die Soldaten hatten die Waffen gezogen. Doch wir alle waren vor Angst gelähmt, als wir sahen was sich unter uns gerade erhob.

    - Auszug aus dem Tagebuch des Theodorus, Doktor für Botanik- und Bestienforschung an der Universität von Lovanio



    Von allen Kreaturen die Palea bewohnen, ist der Behemoth wohl eine der seltensten. Seit wann es ihn gibt ist unklar. Jedoch wirkt er mitunter, wie ein Relikt aus einer Zeit, als selbst Elfen und Zwerge, Palea noch nicht bewohnten. Wie nicht wenige andere Geschöpfe, trägt diese Kreatur viele Namen. Bei den Elfen heißen sie die Einsamen, als Anspielung darauf das sie ab einem bestimmten Alter alleine durch die Welt ziehen. Die Zwerge nennen sie die Felsenbrecher, weil sie aufgrund ihrer körperlichen Stärke, mühelos Gestein zum zerbersten bringen können. Die Menschen nennen sie je nach lokaler Zugehörigkeit anders und bei sowohl Gnomen als auch Halblingen, werden sie einfach nur die gefräßigen genannt. Warum? Dazu kommen wir später.


    Kommen wir nun dazu, ein paar Vorurteile und Mythen aus dem Weg zu räumen. Behemoths sind nicht grundsätzlich aggressiv. Es gibt viele Erzählungen und Legenden die von den entsetzlichen Dingen erzählen, welche diese Kreaturen anrichten. Es gibt Orte, in denen sie werden sie regelrecht als Strafe der Götter angesehen, weil sie in ihrem Zorn ganze Städte niederreißen. In alten Glaubensvorstellungen wurden sie sogar, als Götter der Zerstörung angesehen. Wenn man allerdings den Ehrgeiz hat, sich diesen Geschichten genauer anzuschauen und ihre Quellen zu studieren, wird einem schnell folgendes klar. Entweder die Geschichten sind frei erfunden oder aber der betreffende Behemoth wurde provoziert. Ein weiterer Faktor, ist jedoch auch der, das die Kreatur einfach nur Hunger hatte und nicht darauf geachtet was oder wen sie gerade verspeist.


    Dieser Punkt, bringt uns nämlich zu einer weiteren Eigenschaft dieser Kreatur. Ihre fehlende Intelligenz. Behemoths sind nicht viel intelligenter als Tiere. Das ist keine Behauptung mit der ich sie in irgendeiner Weise herabwürdigen will, sondern Tatsache. Obwohl ihre Schädel wie der Rest ihres Körpers massig wirken, zeigen Skelettfunde, das die Schädelknochen sehr dick und hart sind. Auch die das riesige Maul nimmt viel Platz ein. So bleibt für ein so komplexes Organ, wie ein Gehirn, nicht viel Platz. So können die Märchen von sprechenden oder intelligenten Behemoths ruhig, als Märchen abgetan werden. Sie sind und bleiben eben Tiere, mit der Intelligenz von bestenfalls Hunden, wenn es auch unmöglich ist sie abzurichten.


    Doch wenn sie nicht intelligenter als Hunde sind, warum bringen sie so viel Zerstörung mit sich und gelten mitunter als Naturgewalt? Nun die Antwort auf diese Frage hat zwei wesentliche Faktoren. Zum einen der Umstand, dass ein Behemoth nie aufhört zuwachsen. Diese Kreaturen, wachsen ein Leben lang. In Folge dieses Wachstumsprozesses brauchen sie eine Unmenge an Nahrung. So kommt es, das diese Wesen sich von restlos allem ernähren was sie finden können. Von Tieren, Pflanzen, Obstheinen, Dörfern und je nachdem wie groß sie geworden sind, von ganzen Städten. Daher kommt der Name den ihnen die Gnome und Halblinge gegeben haben: Die Gefräßigen. Das führt allerdings auch dazu, das diese Geschöpfe sehr viel Dung zurück lassen und dann und wann kann man, in besagtem Dung auch unerwartete Reichtümer finden.


    Woher dieses Wissen stammt? Nun zum einen aus verschiedenen Aufzeichnungen welche als verlässlich eingestuft werden und zum anderen aus Beobachtungen. Wie am Anfang dieses Textes beschrieben, sind diese Kreaturen in der Regel sehr friedfertige Wesen. Wenn man ihnen also mit gebührendem Abstand folgt und sie nicht angreift, ist es ein Leben und leben lassen. Zudem ist es nicht schwer ihnen zu folgen, da sie sich nie an vorgegebene Wege halten sondern sie sich selber machen. Bis sie auf was essbares stoßen und dort so lange bleiben, bis sie sich satt gefressen haben. So konnte eine Expedition der Universität von Lovanio, Monate lang einem Behemoth Folgen, ohne dass dieser sie angegriffen hat. Wobei dazu erwähnt werden muss, das es sich bei diesem speziellen Vertreter seiner Art wohl, um ein bereits sehr alten Behemoth gehandelt haben muss. Ein seltener Glücksfall für die Forschung, da derart riesige Exemplare, eher die Ausnahme als die Regel sind.


    Wie schon berichtet, wachsen Behemoth ihr Leben lang. In den meisten Geschichten, werden sie als Haushohe ungeheuer mit gewaltigen Pranken mit roten Augen und Braunem Fell dargestellt. Das mit dem braunen Fell trifft aber nur für die Jungtiere zu. Je älter und somit größer, ein Behemoth wird ergraut das Fell immer mehr. Hat ein Behemoth eine bestimmte Größe erreicht, ist sein Fell einfach nur Aschegrau. Wie der geschätzte Doktor Theodorus aufgeschrieben hat, sei das Exemplar was er über längeren Zeitraum beobachtet habe, ganze Siebzehnmeter groß gewesen.


    Bei allem was man über den Behemoth weiß, gibt es noch viele Fragen. Zum Beispiel, wie vermehren sich diese Kreaturen. Ohne Zweifel gibt es unterschiedliche Geschlechter, jedoch konnte Theodorus nicht fest stellen, ob er ein Männchen oder ein Weibchen verfolgte. So fehlen signifikante Hinweise zur Geschlechterunterscheidung.


    Auch eine Frage ist, warum diese Kreaturen in einen Winterschlaf verfallen. Theodorus ist, nachdem er die Verfolgung des Behemoth aufgrund von Krankheit in seiner Mannschaft abbrechen musste, zum Schlafplatz zurück gekehrt und ist nach eingehender Prüfung des Ortes zu dem Schluss gekommen, das die Kreatur dort über mehrere Jahre, wenn nicht Jahrzehnte geschlafen haben musste. Doch warum sie das getan hatte, konnte er nicht herausfinden.



    Hinweise für den Spielleiter



    Stärkewerte


    Junger Behemoth (Braunes Fell)

    Größe: 2,5 - 3 Meter

    TP 35 / Ini +2 / Krallen / Schaden +0 / KB 5 / Rüstung 1


    Wenn ein Behemoth alt und somit groß genug ist, das seine Mutter ihn nicht mehr tragen kann, bleibt er noch eine Weile bei ihr, bis er sich von alleine auf die Suche nach Nahrung macht. Doch wie erkennt man, was man essen kann und was nicht? Ganz einfach, man probiert von allem was. Egal ob es sich bewegt oder nicht.



    Älterer Behemoth (Braunes Fell, mit ersten Anzeichen von Grau)

    Größe: 5 - 10 Meter

    TP 70 / Ini +0 / Krallen / Schaden +1 / KB 7 / Rüstung 3 / Zauberresistenz +1 / Schatz C


    Der Behemoth hat seinen ersten Winterschlaf hinter sich. Er ist nun erfahren und weiß in etwa welche Nahrung sich wehrt und welche nicht. Da nimmt man doch lieber die Nahrung die sich entweder gar nicht bewegt oder die man nur einfangen muss. Doch wenn der Winterschlaf zu lange war oder der Hunger zu groß ist, sieht die Sache schon wieder anders aus.



    Alter Behemoth (Graues Fell)

    Größe: 15 - 20 Meter

    TP 150 / Ini -2 / Krallen / Schaden +3 / KB 9 / Rüstung 6 / Zauberresistenz +3 / Schatz D


    Er hat bereits mehrere Winterschlafperioden hinter sich. Seine Sehkraft hat nachgelassen, doch seine restlichen körperlichen Kräfte sind gewachsen. Sein Hunger allerdings auch. Also sucht er sich seine Nahrung und bring Tod und Verwüstung. Vielen bringt er den Ruin. Doch nicht allen. Erinnert euch an die Geschichte vom armen Bauern, der am Morgen Behemothkot auf seinem Feld verstreute und am Abend der reichste Mann des Landes war.

  • Hallo,


    die Vorstellung in den Bergen zu Wandern und plötzlich kommt ein "Felsen" auf mich zu und will mich fressen, ist sehr beunruhigend:)

    Mir gefällt der Behemoth, da es ähnlich wie ein Bär ist aber auch wie ein Bärg8o


    Wie gesagt, mir gefällt es sehr! Vorallem, da er trotz seiner Größe öfters unbemerkt bleiben kann.


    :thumbup:


    Arek

    "Des Zwerges rotes wildes Haar, sein Alter ist knapp hundert Jahr,
    der Humor durchbricht des Trauers Leid,
    die Stärke weckt des Menschens Neid"

  • Ich bin zufällig auf deine Beschreibung des Behemoths gestoßen! Finde ich super!

    Da wir einen angehenden Bestienforscher in unserer Gruppe haben. Ist meine Frage ob ich auf den von dir erwähnten Doktor Theodorus verweisen dürfte?!?!?

    Ich finde es amüsant und interessant Geschichten, die ich hier im Forum lese, in unser Abenteuer einzustreuen^^

    Ich hoffe ich bekomme die Erlaubnis :)

  • ich glaube, niemand wird dich davon abhalten :) mach einfach und schreib hinterher, wie es angekommen ist :D

    Einst verschlang ich fünf Kontinente. Mein Durst schluckte drei Weltmeere leer. Allein der Himmel vermag sich meiner Herrschaft zu entziehen.
    Wisset, mein Leib nennt nicht Flügel, noch Arm, noch Bein sein eigen.


    Ich bin die Midgardschlange, ich trage den Namen "Jormungand".