Tödlichkeit von Aborea für Anfängerrunde

  • Hallo,


    ich (Daniel) bin hier neu im Forum, daher hoffe ich, dass die Frage hier richtig platziert ist. Ich habe in den 1990er begeistert u.a. MERS und ROLEMASTER gespielt, dann startete ich zu Zeiten der Pandemie erneut wieder eine Runde - mit einem Haufen Kids (meiner und Freundeskreis) des Alters 6+. Wir haben fast 6 Jahre lang begeistert ÄVENTYR gespielt (ein schwedisches Rollenspiel mit leicht kindlicherem Design, aber kompletten modernen Regeln) und wollten nun in ein "größeres" System wechseln, da die Mädels und Jungs inzwischen zwischen 11 und 13 sind.


    Ich habe mich dann nach einigem hin und her für ABOREA entschieden, da ich das kompakte Regelwerk und die liebevolle komplette Box mochte (und gegen D&D 5e, was meine Kinder ja aus Stranger Things kennen und das jetzt alleine deswegen in deren Umfeld massiv populär ist ^^). Eine Frage stellt sich mir nun vor dem Spielen der ersten beiliegenden Abenteuer bei der Vorbereitung:


    Von der Mathematik her scheint mir das W10-System mit den nach oben offenen Würfen ja noch "tödlicher" zu sein als bei MERS/ROLEMASTER, da die entsprechende Wahrscheinlichkeit dafür ja bei 10% liegt. Das ist an sich cool, aber ich möchte Frust bei den Kids in den ersten Sessions möglichst vermeiden oder zumindest antizipieren.


    Daher meine Frage an die erfahrenen Spieler: Wie hoch ist die Gefahr toter Charaktere oder gar eines Total Party Kill bei den Einstiegsabenteuern einzuschätzen? Lässt sich die Gefahr durch bedachtes Spiel minimieren (die Kids haben recht viel Erfahrung), oder macht es im Zweifel Sinn, etwas anzupassen, sei des bei dem Verlauf oder bei den Regeln?


    Vielen Dank im Voraus :-)

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  • Hallo und willkommen im Forum!


    Also grundsätzlich steht und fällt die Tödlichkeit mit den Würfeln und der Vorgehensweise. Erstere kann man natürlich nicht beeinflussen, aber ich denke, dass ABOREA nicht unbedingt tödlicher für Charaktere der Stufe 1 ist, als z. B. bei D&D oder Pathfinder. Um ein allzu frühes Ableben zu vermeiden, könnte man die Regeln etwas anpassen, sodass beispielsweise ein SC nicht so ohne Weiteres stirbt, wenn seine TP unter 0 sinken. Stattdessen scheidet der Charakter nur temporär aus, was schon Strafe genug ist. Das kann man z. B. über die Göttlichen Punkte Regeln, wobei man die dann ggf. etwas größzügiger verteilen muss. Oder lass den Spielern die Wahl, ob sie ihren Charakter sterben oder gegen einen "Preis" überleben lassen wollen. Wichtig ist da zwischen zufälligem Tod (Würfel sind doof gefallen) und Tod durch Dummheit (Blödes Verhalten der SC) zu unterscheiden. Letzterer sollte immer einen höheren Preis haben, damit Sterben nicht nur ein Randthema wird und seinen Schrecken verliert.


    Auch magische Heilung schon zu Beginn (notfalls durch genug Heiltränke) können Wunder wirken.

    Zu guter Letzt kannst Du die Spieler auch einfach auf Stufe 2 beginnen lassen, damit sie mehr wegstecken können.


    Ansonsten würde ich mir keine allzu großen Sorgen machen, was die Tödlichkeit angeht. Das ist durchaus vergleichbar zu anderen Systemen.


    Viel Spaß beim Spielen!

  • Vielen Dank für die rasche und ausführliche Antwort!


    Wenn es im Mittel auch nicht tödlicher ist, dann sollte alles gut sein (ich denke dann aber gegebenenfalls über deine anderen Vorschläge nach). Solche Sachen lassen sich im Vornherein bei einem neuen System immer recht schwer abschätzen, ungeachtet der statistischen Gegebenheiten, wenn man die allgemeine Spieldynamik noch nicht selbst erlebt hat :-).

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  • Ich spiele seit Jahren mit Kindern und kenne das Problem. Aber zum einen hast du als Meister ja hinter deinem Schirm die Möglichkeit, allzu schlechte Würfelergebnisse zu manipulieren (vergebt mir dieses Sakrileg) oder auch gute hilfreiche Ergebnisse/Helfer erscheinen zu lassen. Zum anderen kannst du auch beim erreichen einer 0 den Spieler zusammenbrechen und die Mitspieler helfen lassen. Zum Beispiel hat einer mit seiner Armbrust bei mir zugeschlagen und einen unverschämt hohen Wert dabei erreicht, sodass von den Trefferpunkten jeder tot wäre, aber ich habe für mich entschieden, dass das Ding ihn eben am Kopf so heftig getroffen hat, dass der Spieler ausgenockt wurde und die Mitspieler eben eine Chance hatten, ihn wieder zu beleben. Finde ich fair und ist für Kids spannend genug. Kann man ja auch variieren je nach Volk und so glaubhaft rüber bringen. Oder, was mir selbst passiert ist, kann ein Mitspieler dich durch Opfer, Gebete und Wunderbitten über Tage einfach durch Sturheit wiederbeleben, wenn der Gott gewillt ist. Als Meister ist dir alles möglich, du musst nur Ideen entwickeln.

  • Och, man könnte sich ja auch ganz gut mal für die nicht weggeräumten Teller auf dem Tisch rächen und durchziehen :-P


    Nein, Scherz beiseite und vielen Dank, das sind generell gute Tipps, auch wenn meine Frage sogar eher auf den allgemeinen "Erwartungswert" von ABOREA für Beginner-Stufen zielte. Interessanterweise habe ich ja sogar in den letzten Jahren die Erfahrung gemacht, dass die Kinder-/Teenager-Runden oft besser funktionierten als diejenigen mit Erwachsenen, was das immersive Rollenspielen angeht. Aber gerade beim Umstieg auf ein unbekanntes System ist man dann doch etwas nervös, weil man auch sehr ungefiltertes Feedback bekommt (gerade von den eigenen Sprösslingen).

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