Rollenspiel vs Rollenspiel

  • mad_eminenz : Einschreiten am Tisch versuche ich komplett zu vermeiden. Würde den Spieler wahrscheinlich auch nur den Spielspaß rauben. Der Grundgedanke hinter dieser Matrix ist ja auch, dass sie von den Spielern kommt. Am Ende der Session gibt´s dann natürlich bei den Rollenspiel-Punkten Abzüge wenn ein Spieler sich gar nicht mehr an seinen selbst!! ausgearbeiteten Charakter hält.
    Wobei diese Matrix jetzt auch ganz neu bei uns ist und ich mal sehen muß wie sich alles angeht.


    Einfacher wird die Sache wenn ich einen Charakter habe mit einer Selbstdisziplin von 27 der an sich immer aus der Haut fährt und zuschlägt. Dieser aber zufälligerweise bei einem mächtigen (im Sinne von hochleveligen) NPC nicht macht. Das gibt dann ggf auch Rollenspielpunkt-Abzüge

  • Ja das ist eine wirklich gute Idee ich werde das in der nächsten Runde auchmal machen. Es muss ja nicht gleich einen Punktabzug mitsichführen, aber die spieler werden sich vieleicht mal darauf besinnen was sie eigendlich wollten! Wie sie eigendlich sein wollten.
    nochmal zu dem neuen Thread soweit ab vom Thema fand ich das alles garnicht da die Frage lautete Wieviel Exp. werden vergeben und die hängt meiner Meinung stark im zusammenhang mit dem wie gespielt und wie das spiel gewertet wird.
    Aber du hast ja recht ein euer Thread ist besser.

  • Zumindest ist es wichtig, dass sich jeder Spieler darüber Gedanken macht, wie sein Charakter denn nun sein soll, mit seinen Ansichten, Habitus, Sozialisation und allem drum und dran. Mehr oder weniger zumindest, denn eine komplette Simulation ist nahezu unmöglich. Aber genau wie ein guter Schauspieler seine Figuren so komplett darstellt, das sie authentisch wirken, sollte das auch ein guter Rollenspieler. Ich selber arbeite das bei meinen Figuren schriftlich aus, aber nur für mich. Das liegt aber daran, das ich in unseren Runden der einzige bin, der sich so viel Arbeit macht. Wenn das alle machen würden, wäre das toll...

    Ignorance is not a crime, it's just a shame.


    Warren Sapp, former DT, Tampa Bay Buccaneers

  • Ich denke auch das man es nicht von jedem Spieler verlangen kann. Aber es macht auf jeden Fall Sinn seinen Charakter schriftlich auszuarbeiten. Und wir haben festgestellt das es wirklich viel zur Atmosphäre beiträgt wenn der Charakter einen vom Spieler definierten NPC in der Charakterentstehung irgendwann in Laufe der Kampagne wiedertrifft.

  • Ich denke das es vielleicht schon ausreicht wenn der Spieleiter einen Fragebogen erstell, auf dem Charakterzüge des Spielers festgehalten sind.


    Sowas wie "Ist dein Char Geldgierig?"
    oder "Ist dein Char neugierig?"


    Man könnte ja mal hier im Forum eine Liste von Charakterzügen zusammenstellen, die ein Spielleiter direkt interessieren. Ich meine damit die wichtigsten nicht sowas wie " Wie verhält sich dein char, wenn er Magenta farbene Unterwäsche trägt?"

  • Gerade einen Fragebogen würde ich nicht nutzen wollen,
    da die Charaktere dann ja wieder vom Fließband kommen und gerade das ist doch zu vermeiden.


    Der Spieler soll sich ruhig ein paar Gedanken zu seinem Charakter machen.
    Dann wird der Charakter etwas ganz spezielles oder gar ein wirkliches Individuum, mit allen Ecken und Kanten.
    Wenn du eine solche Gruppe hast, wo jeder seinen Charakter gut vorbereitet hat, sollte das Spiel viel besser laufen.


    Wenn die Spieler jedoch in einem Fragebogen einfach nur ankreuzen müssen, werden die Charaktere sich zu ähnlich. Sie bauen alle auf der gleichen Basis auf. Als ob sie aus einer Familie kommen und sich von dort in verschiedene Richtungen gewand haben. Allerdings bekommt man Menschen, Zwerge, Elben und Halblinge recht schlecht in einer Familie unter. Und ein Paladin und ein Dieb in einer Familie sind auch recht selten.

  • Also gerade was die Ausgestaltung von Charaktereigenschaften angeht finde ich auf S. 35, Tabelle: Charaktereigenschaften T-2.12/ Eigenschaften der Persönlichkeit sehr nützlich.


    Man wählt dort 3-6 Eigenschaften in einer genehmen Ausprägung aus, denkt sich dann aus, wieso der Char so ist, und hat ruckzuck einen individuellen Char.


    Auch die Tabelle mit der Motivation des Chars leistet genug Hilfestellung um selbst mir, der ich früher immer Probleme hatte einen Hintergrund zu erstellen genug Ansätze. Somit ist m.E. die Möglichkeit für die Ausgestaltung des Charakters gegeben. Ich habe diese Unterstützung auch schon für Charaktere in anderen Rollenspielen angewandt, weil es verständlich und einleuchtend ist. Wem das nicht weit genug geht muss sich ja nicht dadurch einschränken lassen ;)

  • Gerade einen Fragebogen würde ich nicht nutzen wollen,

    Also ich _liebe_ den kurzen knackigen Fragebogen aus Cyberpunk 2020. Und gerne nerve ich meine Spieler, egal welches System, mit genau diesen Fragen bei der Charaktererschaffung. Ich selber benutze es fast immer als Basis, wenn ich mir einen SC erschaffe. Es handelt sich um fünf kurze und knackige Fragen (auf die man wenn man o.g. System spielt auch würfeln kann... SCs von der Stange, aber mit Style...). Here we go:
    1.) Wie bist du?
    2.) Was ist dir wichtig?
    3.) Wer ist dir wichtig?
    4.) Was hältst du von anderen Menschen?
    5.) Dein wichtigster persönlicher Besitz?


    Und betreffs EP für gutes Rollenspiel, so belohne ich das gerne, aber nur für herrausragende Beispiele. Also normalerweise nur für den "besten". Wenn alle gut waren, sorry folks.... Der schöne Abend war dann Belohnung genug. IMHO ist es gutem Rollenspiel schädigend, wenn man es zu sehr beachtet und belohnt (macht es noch Spaß mit seinem Mitspieler inplay zu agieren wenn man im Hinterkopf hat daß man dafür Erfahrungspunkte kriegt?).

  • Ich würde da auch eher Alex zustimmen. Die fünf Fragen aus Cyberpunk allerdings sind schon sinnig. Gut finde ich auch die Richtlinien aus den Vampire-Regeln. Die sind auch darauf ausgelegt, einen sehr tiefen und individuellen Charakter zu erschaffen.

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    Warren Sapp, former DT, Tampa Bay Buccaneers

  • Ich finde die Sache mit dem Fragebogen interessant. Mir geht es darum das die spieler und auch die Meister sich besinnen was wollte ich eigendlich und wie.
    Ich denke die meisten Gm´s machen das so wie ich nach der Char. erschaffung min 1 Solo abenteuer zu spielen das sich ausschließlich mit dem Werdegang des Char. beschäftigt also genug infos woher er gommt, soziales Umfeld, wenn er kennt, warum er weggegangen ist usw. Ich denke das ist nicht das probl.
    und die meisten Spieler machen sich auch am Anfang gedanken wie sie ihn spielen wollen oder müssen! Aber das geht mit der zeit verloren. Die kleinen Ticks, oder abneigungen gegenüber völker oder auch so details wie ist kein fleisch usw.Diese Dinge die dem Rollenspiel farbe geben.
    So ein zusammenfassender Bogen am Besten Stichpunktartig wäre schon ganz gut. Der sowohl beim GM als auch bei den SC vorliegt.
    Auf diesen kann sich dann der GM sowohl als auch der SC berufen.
    Eine Matrix für den GM wie das verhältniss untereinander ist und wie das verhältniss der gruppe zur aussenwelt ist finde ich auch ganz toll.
    Denn meist vergessen die Spieler kleine nicklichkeiten wie " der hat mir mal ein Mädel ausgespannt" mit der Zeit. Oder der Dieb hat mich als wir uns noch nicht so gut kannten mal bestohlen.usw.

  • Die fünf Fragen sind nicht schlecht.


    Aber stellt euch mal vor, ihr müsstet euch selbst in fünf Fragen charakterisieren.
    Da gehen doch extrem viele Aspekte eurer Persönlichkeit verloren.


    Ähnlich stelle ich mir das auch bei PCs vor.
    Optimal, aber kaum möglich, wäre es ja, wenn ein PC einem realen Menschen so weit wie möglich entspricht. Er soll ihm nicht gleich oder ähnlich sein. Aber der Charakter des PC sollte doch ebensoviele Facetten besitzen. Eine solche Vielfalt kann man mit fünf Fragen nicht erreichen. Wenn der Spieler nun einen eigenständigen Text zu seinem Charakter erstellt, kann der SL neben Informationen aus dem reinen Sachinhalt auch viele Informationen zwischen den Zeilen lesen.


    Welche Schwerpunkte setzt der Spieler?
    Mit Welchen Themen tut er sich schwer?
    Was wurde einfach weggelassen?
    Wo sind seine Aussagen uneindeutig?
    Welche Beziehung hat der Spieler zum PC?


    Hier muss der SL dann etwas interpretieren. Was sich ja als weiterer vorteilhafter Aspekt herausstellen könnte, da die Interpretationen von Spieler und SL ja abweichen können/werden und der SL von etwas ausgeht was nicht so ist und der Spieler, wenn er um seinen PC bemüht ist, dem SL im Rollenspiel klarmachen muss, dass es sich anders als gedacht verhält. Hierfür muss natürlich klar sein, dass die Beschreibung des PC nur eine Richtlinie ist, von der in Maßen und mit Begründung abgewichen werden kann.
    Ein Heiler, der zum Hexenmeister wird, wäre zum Beispiel nicht drin. Aber das allseits bekannte Thema, wo sich ein Krieger sich wie ein Paladin verhält und der SL überlegt, ihn einfach zum Paladin zu machen, wäre ein gutes Beispiel für eine solche Abweichung im großen Stil.


    Kleine Abweichungen sollten immer drin sein, ansonsten könnten wir auch ein multiplayerfähiges Online Rollenspiel spielen.


    mad_eminenz


    Die kleinen Details, die du gerade angesprochen hast, sind doch eigentlich das wichtigste oder?
    Bei einem Kumpel von mir, hatte eine böse Gruppe in einem Wirtshaus Quartier bezogen. Und diese Gruppe hatte die kleinen Details nicht vergessen. So führte das kleine Detail, dass böse Charaktere kaum jemanden trauen (wird wohl häufig vergessen) dazu, dass die Gruppe die gesamte Session in ihrem Zimmer verbrachte und sich fast gegenseitig umgebracht hat, weil sie sich über eine Kleinigkeit gestritten haben und sich das hochgeschaukelt hat, bis sich fünf PCs mit bezückten Waffen oder vorbereiteten Zaubersprüchen gegenüberstanden.
    (Bei einem Feuermagier mit nem Flächenspruch kann das böse enden.)

  • Die kleinen Details, die du gerade angesprochen hast, sind doch eigentlich das wichtigste oder?
    Bei einem Kumpel von mir, hatte eine böse Gruppe in einem Wirtshaus Quartier bezogen. Und diese Gruppe hatte die kleinen Details nicht vergessen. So führte das kleine Detail, dass böse Charaktere kaum jemanden trauen (wird wohl häufig vergessen) dazu, dass die Gruppe die gesamte Session in ihrem Zimmer verbrachte und sich fast gegenseitig umgebracht hat, weil sie sich über eine Kleinigkeit gestritten haben und sich das hochgeschaukelt hat, bis sich fünf PCs mit bezückten Waffen oder vorbereiteten Zaubersprüchen gegenüberstanden.
    (Bei einem Feuermagier mit nem Flächenspruch kann das böse enden.)


    Großartig, so ist eben Rollenspiel. Wenn dich das als meister stört hättest du ja auch einschreiten können, oder? Mal einen ihrer Erzfeind in den Türrahmen stellen können der nur belustigt der Situation zuschaut und sich freut das seine Feinde sich selbst zerfleischen. Vieleicht hätte die Gruppe sich dann darauf besonnen das sie ja eigendlich zusammen aggieren müssen. Du solltest mal mit dieser Gruppe Paranoia spielen da lehren sie obwohl sie sich alle gegenseitig den tot an den Hals wünschen, trotzdem miteinander zu agieren!
    Oder vieleicht eskalierte die Situation weil die SC zu sehr sich selbst gespielt haben!? und private Meinungsverschiedenheiten am Tisch ausgetragen haben, kommt übrigens häufiger vor als man denkt.

  • Einschreiten wäre eine Möglichkeit gewesen, allerdings hat es die Gruppe ja auch so überstanden.
    Selbst wenn die Gruppe im Kampf draufgegangen wäre, das wäre echtes Rollenspiel gewesen!


    Keine Ahnung ob da persönliche Sachen ausgetragen wurden, kommt in meiner Gruppe ab und zu auch vor.
    Das finde ich auch nicht so schlimm. Ein Spieler kann zum Beispiel keine bösen Charaktere spielen.
    Er streubt sich einfach, das zu tun.


    Der nächste Spieler spielt, egal welcher Beruf, immer Charaktere, die gerne mal die Grenze zwischen Gut und Böse wechseln, ohne dabei zum Meuchelmörder oder ähnlichem zu werden.
    Er kann es einfach nicht anders.


    Hier treffen sich die beiden Menschen als Charaktere im Rollenspiel und können einfach mal einen Schlagabtausch abhalten.
    Das ganze sorgt dann auch für aktives Rollenspiel, was bei uns leider ein bisschen spärlich gesäht ist, sich aber mit den neuen Charakteren hoffentlich verbessern wird.

  • Hier treffen sich die beiden Menschen als Charaktere im Rollenspiel und können einfach mal einen Schlagabtausch abhalten.


    Hierfür gibt es in Ars Magica eine geniale Lösung. Wenn du es nicht kennst spielt auf der Erde (meist früh oder mittelalter)aber mit allen Mystischen Sachen die man so kennt. Die Helden sind alle Magier. Wenn diese eine meinungsverschiedenheit haben rufen sie einen sog. Certamen aus. Das ist ein wettstreit unter Magieren nach ganz bestimmten regeln, der auch mal tödlich enden kann. in der regel aber nicht. Hier dürfen sich die SC mal offi. die Fresse einschlagen. Wer verliert muss in dem strittigen Punkt klein bei geben. Ist ganz lustig sollte man auch mal für Rolemaster einführen.

  • Certamen für Rolemaster?


    Ich weiß nicht ist eben bei der unterhaltung mit Alex entstanden.
    Man müsste diese Sache leider Settingbezogen machen. Also irgendwie mit den Magieschulen verbinden.
    Dann wird ein Kreis gezogen und jeder der beiden Streithähne bestimmt die Art der Waffen (also feuer, eis, illusion usw.)
    Dann gehts los??? aber es soll ja nicht immer tödlich enden?? also könnte mann die schon viel besprochenen Ausdauerpunkt da mit einbeziehn!? (irgendwie)
    Ne das ist alles blöd. Bei kämpfern ist das einfach, das ganze mit nicht-tötlichem schaden und Ausdauerpunkten usw. Aber bei Zauberer???
    Ist ne gute Frage wie könnte man das umsetzen???

  • An sich keine schlechte Idee.


    Mir stellt sich jedoch die Frage, ob man das umsetzen will.
    Übertrieben gesagt, könnte es dazu führen, dass Meinungsverschiedenheiten nur noch durch Certamen gelöst werden und damit geht das Rollenspiel flöten und das Powergaming kehrt zurück, da der Charakter ja immer im "Recht" ist, wenn er im Certamen gesiegt hat. Also muss er immer stärker als die anderen sein. Und wer schon große Macht hat, muss mehr Macht anhäufen.


    Es könnte sogar soweit gehen, dass die anderen Spieler die Lust verlieren, weil sie sich immer dem stärksten Charakter beugen müssen. Als Dieb, Heiler oder ähnliches kommt man im direkten Kampf (so stelle ich mir das Certamen vor) nicht gegen einen Krieger oder Magier an. auch der Kampf Krieger gegen Magier könnte komisch werden. Wenn der Magier den Feuerstrahl/blitz (weiß nicht genau wie es heißt...) als Instantzauber wirken kann und der Krieger durch einen Krit benommen ist, ist der Kampf doch schon gelaufen. Der Krieger hat einen dicken Malus, muss möglicherweise für zwei Runden parieren und bekommt immer wieder den Feuerstrahl/blitz um die Ohren geworfen. Da ist Ende im Gelände.

  • Duelle kann man auch mit nicht-tödlichen Waffen und überwältigungstreffern spielen also z.B. Holzwaffen - wenn die Gegner sich einig sind das sie sich nicht töten wollen.


    Wo der Krieger seine Kraft hat hat der Magier seinen interlekt, warum sollte sich ein Magier auf ein Duell einlassen das er sowieso nur verlieren kann? Da wird er lieber vorher Nachgeben und irgendeine fiese Aktion aus dem Hinterhalt vorbereiten.