Größenordnungen

  • Städte, in denen sich die Spieler häufig aufhalten, arbeite ich ebenfalls so detailliert wie möglich aus, wobei das natürlich ein fließender Prozess ist. Als Vorbild dienen mir dabei bis zu einer gewissen Größe die Cities of Harn, die wahnsinnig stimmig und toll ausgearbeteit sind, wenn auch sehr klassisch mittelalterlich (was keine Kritik sein soll).


    Geht die Stadtgröße deutlich über 20000 Einwohner, zeichne ich nur noch die Hauptwege und Plätze sowie die wichtigen Gebäude. Ausgearbeitet ist dann aber trotzdem alles detailliert. Die letzte Stadt, die ich auf diese Art erschaffe habe, hatte über 50000 Einwohner; das war dann schon eine Menge Arbeit.

    Ignorance is not a crime, it's just a shame.


    Warren Sapp, former DT, Tampa Bay Buccaneers

  • ich tendiere auch ehr zu kleineren orten.
    da kann man leichter kontakt zu den bewohnern aufnehmen. die kennen sich idr untereinander, zumindest grösstenteils.
    die bekommen namen und zuständigkeiten, wie das auch auf dörfern üblich war.


    die anonymität von großstädten ist ehr hinderlich.
    man kann zwar schnell jemanden fragen, bekommt aber auch ehr kurze und knappe aussagen, während das interesse und häufig auch die hilfbereitschaft an den fremden in kleinen orten sehr viel grösser ist.
    bei problemen kriegerischer art ist es auch naheliegend die helden durch die autorität (dorfältesten, bürgermeister, kirchenvorsteher u.ä.) zu erbitten.
    die haben waffen, sind kräftig und die können das vielleicht.
    ich bin auch kein sonderlicher fan von stadtabenteuer, auch wenn die auf den lowleveln sehr sinnvoll sind. da würde ich auch ehr die stadtwache um hilfe bitten.


    die punkte, wie schon berichtet, warum sind die da, welchen zwecken haben/hatten die, was machen die bewohner und warum. sind für MICH sehr wichtig.
    es gibt oder sollte immer einen grund geben warum etwas da ist.


    so können orks die in dem dungeon leben erst den wald leer geräubert haben und nun bei den bauern kühe, hühner usw stehlen.
    die leben in einem dungeon um vor der witterung geschütz zu sein.
    der liegt zwischen A-Dorf und B-Dorf mal gehen sie nach A-dorf, dann wieder lange Zeit nach B-dorf.
    einfach dorthin, wo einfacher aus ihrer sicht ist.


    ich mag überdimensionierte orte nicht, sofern sie keinen besonderen zweck erfüllen.
    minas tirith mit ihren pelenorfedern sind natürlich eindrucksvolle gebilde in der landschaft. so werden sie auch sicherlich von den spielern wahrgenommen. die versorgung, infrastrukturplanung u.ä. interesiert die spieler selten.
    ein befreundetet biologe hat die existenzberechtigung der pelenorfelder ausschliesslich der kriegsführung zugeschrieben.


    ich/wir nutzen übersichtliche detailierte karten aus dem ME büchern. solche detailierten karten wird es vermutlich im 3ten zeitalter auf ME nicht mehr geben - zumindest nicht für "helden".
    die dienen der orientierung und zum bestimmen der ungefähren reisezeit usw.
    [anderes thema, hatten wir auch schon in einem anderen tread]


    ich möchte nicht unnötig verkomplizieren.
    um sich eine räumliche vorstellung zu bekommen finde ich karten gut, um genau die rechenkästchen zu zählen um daraus dann mathematische berechnung durchzuführen finde ich ehr nervig, da es dann, wie von anderen auch schon kritisiert, das ganze zu strategisch angegangen wird.
    aus meiner sicht sind die gänge nicht immer total gerade und gehen artig (tolles wort) in die himmelrichtungen.
    wenn dem so wäre würde ich es nochmal deutlich betonen, da es aus meiner sicht dann etwas sehr besonderes ist.
    ich finde auch gänge sind häufig sehr viel breiter in den büchern als ich das wahrnehme.
    typisch sind 3m, da dann 2 personen neben einander kämpfen können.
    klassische D&D, da braucht jeder 1,5m (5feet) platz.


    der flur auf meiner arbeitsstelle ist keine 3m breit.
    der in schlössern, welche ich besucht habe ist teilweise 5m breit.
    IBON

    Mühsam nährt sich das Eichhörnchen


    Die Zensur ist die jüngere von zwei schändlichen Schwestern, die Ältere heißt Inquisition.

  • Ich habe angefangen zu zeichnen, ohne grosse Hintergedanken und mittlerweile denke ich das die Stadt die ich vor mir habe übermässig gross sein muss. zuerst dachte ich 1.5km auf 1.5km ist nicht sehr Gross, doch wenn ein Haus eine Seitenlänge von 8 Metern hat uff.
    Momentan glaube ich dass ich nochmal von Vorne beginne( 10 h für nix) und die 300 auf 300 Meter wegwerfe.

  • Nehmen wir mal an wir möchten mit 4 Spielern auf der zweiten Stufe ein Abenteuer konstruieren.
    Wenn sie in irgendeiner Provinz am Arsch der Welt mit einer Burg die nur aus Bergfried, 2 Gebäuden und Ringmauer besteht sind geht das recht einfach, wenn sie aber in der Hauptstadt eines Imperiums sind mit Kilometergroßer Palastanlage und stehender Armee von 50000 Mann, dann sind sie doch nur Schütze Arsch aus der vorletzten Reihe...



    Jo, sehe ich genauso. Eine kleine übersichtliche Szenerie ist sicherlich tiefergehend und genauer zu spielen als eine große, dem Überblick der Spieler eigentlich gar nicht möglichen Szenerie, die immer Gefahr läuft oberflächlich im Spiel zu wirken.





    Genau! Was nützt eine Stadt mit 1 Milion Einwohnern und 200 000 Gebäuden wenn der Spieler nur einen Bruchteil davon zu sehen bekommt. Ich habe lieber kleine dafür sehr ausgearbeitete Siedlungen in der (fast) jeder NPC und jedes Gebäude eine Funktion haben.


    Und da Ich mich normalerweise auch sehr an Mittelerde Orientiere sind Städte mit 10000 Einwohnern das absolute Maximum.

    Die Waldläufer des Nordens kennen keine Furcht,
    sie kämpfen bis kein Blut mehr in ihren Adern fliesst,
    ihre Gegner rauchen sie bis zum letzten Mann!

  • Bei großen Städten muss (und kann) ich natürlich nicht alles detailgetreu ausarbeiten - abr das wurde schon früher geschrieben.


    Ein schönes Beispiel für das, was ich meine, kam neulich übrigens im Fernsehen bei Phoenix, über eine ägyptische Grabanlage eines Schreibers namens Padiaménopé. Sehr spannend und lehrreich

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    Warren Sapp, former DT, Tampa Bay Buccaneers