Charaktererschaffung auf Cons

  • Mein erster Rolemaster- Support liegt nun schon ein bißchen hinter mir. Beide Runden habe ich mit vorgefertigten Charakteren geleitet. Nun ist aber die Charaktererschaffung in ihrer Vielseitigkeit ein besonderer Leckerbissen bei Rolemaster. Gleichzeitig dauert sie aber auch recht lange. Und bei Neulinge noch länger.


    Wie macht ihr das auf Cons? Erschafft ihr gemeinsam Charaktere? Hat vielleicht jemand eine Kurzversion zum Thema? Wie führt ihr in die Charaktererschaffung ein?


    Danke für Eure Tipps.

    Die Magie ist stark an diesem Ort; viele Elben haben über lange Zeit daran gewirkt." Frank Rehfeld: Zwergenbann

  • Ich benutzt immer das Excel Charakterblatt am Notebook, dadurch lässt sich schon sehr viel Zeit gewinnen und der weniger spaßige Teil der Charaktererschaffung fällt weg.


    Die meiste Zeit geht auch verloren wenn die Leute noch keine vorstellung haben was sie genau Spielen wollen und dann stundenlang Spruchlisten und Berufe wälzen um dann am ende sowieso das zu spielen was der SL ihnen am Anfang vorgeschlagen hat...


    Ein andere Aspekt sind natürlich die Attribute die man bei RMFP ja nicht auswürfelt, hier kann man sich auch Stundenlang beschäftigen, studieren wie man die meisten Punkte rausholen kann...


    Dann kommen noch die Hintergrundoptionen - ohne Charakterhandbuch natürlich kaum ein Problem - mit könnte es dann schon eins werden und die Ausbildungspakete nicht vergessen da könnte auch einiges an Zeit verloren gehen.


    Für eine CON würde ich wirklich eher vorgefertigte Charakter anbieten aus denen man sich dann welche aussuchen kann, am besten bereits mit Hintergrundgeschichte und vieleicht Sogar einer Zeichnung - zumindest wenn man wirklich eine Runde direkt spielen will.
    Wenn man die Charaktere direkt erstellen und dann damit losspielen will wird warscheinlich wenig Zeit zum Spielen bleiben - außerdem muss man dann ja auch länger überlegen wie man die Charakter in sein vorgefertigtes Szenario bringen will.


    Wenn man sich natürlich auf das GRW beschränkt und eventuell hier für die Berufe die Attribute schon vorgibt und primär die typischen Ausbildungspakete benutzt geht es vieleicht, wenn man erfahrene RM-Spieler dabei hat geht es vieleicht auch einfacher... oder viel schwerer wenn man die unterschiede von RM 2.0 zu RMFP erklären muss.


    Mit mehr als 2-3 Leuten gleichzeitig würde ich auch keine Charaktererschaffung machen, 2 Personen geht ganz gut alles was mehr wird artet dann schnell in Stress aus. Wenn man sehr viel erklären muss sind 2 Personen auch schon zu viel. Erfahrenere Spieler brauchen auch teilweise sehr wenig betreuung - und grundsätzlich könnte man wenn man ein GRW hat auch einen zuhause vorgefertigten Charakter mitbringen das wäre auch eine Möglichkeit.

  • Aus der Vergangenheit war dies immer eine Frage des "Was will ich erreichen mit meiner Demo?". So habe ich für mich vorher festgelegt was ich den TN meiner Runde vermitteln möchte - ist es die Funktionsweise des Regelwerkes? Ist es die Stimmung der Hintergrundwelt? Oder eine Kombination aus beidem?
    In ersterem Fall spiele ich für gewöhnlich garnicht. Da setze ich mich mit der Gruppe hin und spreche über den Aufbau der Regeln, ihre Vor- und Nachteile und Ähnlichkeiten mit anderen Systemen um Bezüge herzustellen. Darüber hinaus versuche ich einige Regeln wie zB die Charaktererschaffung, Fertigkeitsbenutzung und Kampf an ein paar einfachen Beispielen zu veranschaulichen. Gerade in letzterem Fall bietet es sich an ein paar vorgefertigte "Charaktere" auszuteilen um die Spieler selbst ihre Erfahrungen machen zu lassen. Diese Charaktere bestehen dann aber nur aus den relevanten Kampfdaten und nichts weiter. Solch eine Runde dauert für gewöhnlich irgendwo zwischen einer halben und maximal 2 Stunden. Das ganze hat mehr den Charakter eines sehr detailierten Beratungsgespräches. Je nach Umfang kann man davon gut und gerne eine Hand voll pro Tag machen. Um das Regelwerk von Rolemaster zu präsentieren ist das ideal.
    Im Fall der Hintergrundwelt bereite ich ein Abenteuer vor welches ein oder zwei klischeehafte aber für die Hintergrundwelt typische Aspekte herausarbeitet und in den Vordergrund stellt. Hier versuche ich einfache, relativ Stereotype und wieder für die Hintergrundwelt klassische Charaktere zur Verfügung zu stellen. Nach Möglichkeit etwa die 1 1/2fache Anzahl Helden zu Spielern sodass letztere wenigstens ein bischen Auswahl haben. Die Helden sind dann komplett fertig, inkl. kurzer Geschichte (etwa ein Absatz lang, inkl. Motivation), Name und Ausrüstung. Hier erläutere ich Regeln immer erst dann wenn sie auftauchen. Also ergibt sich alles aus dem Spiel heraus. Um eine Hintergrundwelt zu präsentieren die nicht vom, durch und mit dem Regelwerk lebt, ist das ideal. Skyrealms of Jorune würde ich auf die Art einem Neuling beibringen. Oder Dune.
    Solch eine Runde dauert idealerweise nicht länger als 3 Stunden sodass man an einem guten Tag auch etwa drei Runden schaffen kann und die TN nicht überfordert.
    Im letzteren Fall brauche ich vor allem eines das man auf Cons selten hat: Zeit. Auch wenn die Spieler wie im Beispiel oben auch hier fertige Charaktere vorgesetzt bekommen möchte ich das Spiel ganzheitlicher darstellen und erkläre über das Spiel hinaus die grundlegende Funktionsweise des Spiels und mache vereinzelt tiefergehende Beispiele.
    Diese Herransgehensweise funktioniert zB auf dem Feencon noch ganz gut, ist aber für zB .die Spiel oder die RPC gänzlich ungeeignet. Eine solche Runde dauert planmäßig zwischen 5 Stunden und "der ganzen Nacht" und erfordert sehr gute Vorbereitung. Mehr als eine solche Runde pro Tag ist nicht zu schaffen. Dies wäre ein Ansatz um die Shadow World Neulingen näher zu bringen.

  • Absolut. Wir haben da ja schon mal drüber gesprochen. Die Idee würde den Arbeitsaufwand erheblich reduzieren - zumindest wenn man plausible Charaktere nutzen möchte. Vorraussetzung ist natürlich das man sich auf einen gewissen Standard einigt und für die Charaktere auch recht allgemeine Hintergrundgeschcihten konstruiert welche passend für ein breites Spektrum an Abenteuern wären. Das gilt natürlich auch für ihre Fähigkeiten usw.


    Und in meinem Fall könnte ich darüber hinaus natürlich nur RM2/RMC Charaktere beisteuern.


    OFF TOPIC: Ach...da fällt mir ein das ich das RMC Creatures&Treasures noch nicht habe. Habt ihr das schon im Programm???

  • Darüber hinaus versuche ich einige Regeln wie zB die Charaktererschaffung...an ein paar einfachen Beispielen zu veranschaulichen.


    Danke, Storm, für deine sehr hilfreichen ausführlichen Antworten. Kannst Du das obige Konzept noch etwas erläutern? Es klingt so, als wäre es genau das was ich suche.


    Ich vermittel Regeln sehr gerne während des Spiels, deshalb sind vorgefertigte Charaktere hilfreich. Aber ich würde gerne auch einmal zeigen ( kurz und übersichtlich ), wie vielseitig das Charaktererschaffungssystem ist.


    Ich nehme an, ihr erstellt eure Charaktere alle mit dem PC?


    Danke, Thondras. Auf die vorgefertigten SC's zum Download freue ich mich schon.

    Die Magie ist stark an diesem Ort; viele Elben haben über lange Zeit daran gewirkt." Frank Rehfeld: Zwergenbann

  • Danke, Storm, für deine sehr hilfreichen ausführlichen Antworten. Kannst Du das obige Konzept noch etwas erläutern? Es klingt so, als wäre es genau das was ich suche.


    Danke für die Blumen. Wie oben schon gesagt wäre so ein Beispiel der erwähnte Kampf. Man kopiert einfach die Kampftabellen für drei oder vier Standardwaffen aus dem Kampfhandbuch, inkl. der dazugehörigen kritischen Treffer-Tabellen. Und spielt damit einen kurzen Kampf durch. Ohne Magie, versteht sich. Und ohne Fernkampf. Bei beiden sind die grundlegenden Mechanismen ja identisch wie beim Nahkampf. Alles andere sind schon einfach zu viele Details.
    Für die Charaktererschaffung nimmt man sich zB eine simple Charakterklasse wie zB einen Krieger. Zeigt wie man die Attribute erstellt anhand eines einzelnen Attributes. Dann welche Folgen dieses Attribut hat. Nehmen wir Stärke. Man berechnet den Stärkebonus. Dann "kauft" man von den EP Beispielhaft eine Fertigkeit in einer Fertigkeitsgruppe. Nehmen wir zB Schwerter im Nahkampf. Hier zeigt man wie das Attribut mit rein spielt. Fertig ist der Charakter. So ungefair. Ist natürlich immer eine Frage wie viel Zeit man hat. Entsprechend könnte man dann noch mal erläutern wie man zB Sprachen und Spruchlisten kauft. Aber mehr gibt es zu RM eigentlich schon nicht mehr zu sagen. Alles andere würde ich dem "Kunden" überlassen - wenn er konkrete Fragen zu bestimmten Dinge stellt kann man da entsprechend gesondert darauf eingehen. Oder man fragt nach was einem bei anderen Spielen besonders gefällt oder fehlt und kann WERTUNGSFREI die passende RM-Lösung dazu vorstellen. In dem Augenblick wo in so ein Gespräch eine Wertung einfließt hat man verloren. Simple Psychologie.

    Ich nehme an, ihr erstellt eure Charaktere alle mit dem PC?


    Nope. Aber bei RM2 ist der Aufwand auch noch nicht "ganz" so groß. Alles eine Frage der Vorbereitung. :thumbdown:


    Im übrigen würde ich die recht komplexen "Miniaturen"-Regeln im Kampf zwar erwähnen aber ansonsten weglassen. Zu kompliziert. Und wenn jemand wirklich "nur" auf Minis steht spielt er eh D&D. Und in diesem Bereich kann RM einfach nicht anstinken.

  • Gibts dazu auch noch die Fertigkeitsgruppen Bogen und den Bogen mit den Fertigkeiten?


    Ich raff z.b. nicht wie der 3 st. Magier auf einen wert von 31 in Gesetz des Wasser kommt nur so als Beispiel!


    Wäre schön :-)


    oder irgendjemand anderes der mir mal diesen Wert zusammenrechnet!