Neue "Problem"-Begriffe des englischen Traveller (Karrieren bei Traveller Söldner)

  • Wenn es einen deutschen, allgemein verständlichen Begriff gibt, den jeder Leser auf den ersten Blick erfasst und genau erkennt, was gemeint ist, dann sollte man schon einen verdammt guten Grund haben, statt dessen einen ziemlich obskuren, erst auf den zweiten Blick verständlichen Begriff zu verwenden.
    "Klingt halt militärischer" und "klingt halt so ähnlich wie das Original" zählen da für mich nicht.

  • "Trifft zu" reicht auch nicht?


    So abgedreht ist der Ausdruck nun auch wieder nicht. Mir war er zumindest geläufig, und in dem Kontext ist er auch eindeutig. Es würde mich sehr verwundern, wenn jemand dadurch zu sehr verwirrt werden sollte.


    Aber noch eine weitere Frage. Eine andere Karriere, die man als Söldner einschlagen kann, ist die des WARMONGERS, vielleicht ganz gut mit "Kriegsgewinnler", "Kriegsprofiteur" umschrieben. Zumindest die ersten beiden Spezialisierungen, also abgesehen vom etwas dubiosen Revolverhelden. Aber Kriegstreiber ist vielleicht doch etwas unschön, vielleicht gibt es ja bessere Vorschläge?



    WARMONGER - KRIEGSTREIBER
    Da sie den Kriminellen ebenso nahe wie den Söldner stehen, werden Vertreter dieses Berufszweiges von den meisten Mitgliedern der Gesellschaft als unerwünschte Personen betrachtet. Trotzdem werden sie gerne von Regierungen und deren Behörden beauftragt, wenn es darum geht notwendige, wenn auch schmutzige Aufgaben zu erledigen
    Laufbahn: Wählen Sie eine der Folgenden

    • Waffenschieber: Sie schmuggeln Waffen über die Grenzen, um die zahlreichen kriegsführenden Parteien der Galaxie zu versorgen.


    • Waffenhändler: Sie sind Mitglied einer privaten Vereinigung, die jede Form von Rüstungsgütern an jeden verkauft, der dafür bezahlen kann.


    • Revolverheld: Skrupellose Glücksritter, die von Schlachtfeld zu Schlachtfeld ziehen, und Ihre Freude aus dem Gemetzel um sie herum beziehen.

  • "Trifft zu" reicht auch nicht?


    Du bist der Übersetzer; ich hab nur mein gesundes Sprachempfinden und Wolf Schneider. ;)


    Quote


    Aber noch eine weitere Frage. Eine andere Karriere, die man als Söldner einschlagen kann, ist die des WARMONGERS, vielleicht ganz gut mit "Kriegsgewinnler", "Kriegsprofiteur" umschrieben. Zumindest die ersten beiden Spezialisierungen, also abgesehen vom etwas dubiosen Revolverhelden. Aber Kriegstreiber ist vielleicht doch etwas unschön, vielleicht gibt es ja bessere Vorschläge?


    "Kriegsgewinnler" trifft den Sachverhalt m.E. etwas besser als "Kriegstreiber"; das sind ja eher Politker, Generäle, Lobbyisten und Journalisten. "Kriegstreiber" klingt aber besser. ;)


    Wenn die Frage allerdings lautet: "Welche dieser Karrieren passt nicht zu den übrigen?", dann wähle ich den Revolverhelden!

  • Den "Revolverhelden" halte ich, gelinde gesagt, für Mumpitz! Im Original steht zwar auf S. 31 neben Gun Runner und Arms Dealer der Gun Slinger, allerdings passt die Beschreibung nicht zur Bezeichnung. Es handelt sich wahrscheinlich um einen Fehler, denn in der Übersicht auf S. 15 sind zwar auch Gun Runner und Arms Dealer aufgeführt, jedoch hat die dritte Laufbahn die Bezeichnung Soldier-of-Fortune, also Glücksritter. Das passt eindeutig besser.

  • Ich glaube sogar das wir grundsätzlich einer Meinung über die (überflüssige) Verwendung von Fremdwörtern in deutschen Texten, und vielleicht auch Übersetzungen haben, und Deine ursprüngliche Bemerkung (Pyromancer):


    Wenn es einen deutschen, allgemein verständlichen Begriff gibt, den jeder Leser auf den ersten Blick erfasst und genau erkennt, was gemeint ist, dann sollte man schon einen verdammt guten Grund haben, statt dessen einen ziemlich obskuren, erst auf den zweiten Blick verständlichen Begriff zu verwenden. (klassisches Copy&Paste, ähem Kopieren und Einfügen)


    ist grundsätzlich der richtige Ansatz, und wird von viel zu Wenigen, zu selten im Hinterkopf behalten.


    Aber der Begriff "Kader" ist mir als Synonym für "Führungskräfte" u.ä., besonders innerhalb ausgeprägt hierarchischer Strukturen (militärisch, ideologisch, wasauchimmer) durchaus vertraut. Manchmal darf man ja auch einen Bildungsauftrag für sich in Anspruch nehmen, und zur Not Wissen verbreiten. Was in diesem Fall sogar "spielerisch" leicht daher kommt. Alles halb so wild, und dabei klingts auch noch krasser :evil: !


    Ich habe auch weiterhin, oder vielleicht gerade dadurch Vertrauen in Dein Sprachgefühl, in diesem Fall jedoch, habe ich ein Anderes.


    Der Revolverheld passt meines Erachtens auch nicht so ganz zu den anderen beiden, aber jetzt ist er nun mal da, und vom Kriegstreiben profitieren tut er ja in jedem Fall. Der heißt übrigens Gun Slinger auf Englisch.


    Grüße bbob

  • Ich halte den "Soldier-of_Fortune" für einen Druckfehler, da genau dieser Begriff im Buch häufig genug als Synonym für Söldner im Allgemeinen verwendet wird. Aber da wollten wir eh noch mal bei Mongoose nachfragen, was denn jetzt richtig ist. Denn für die Beschreibung der Spezialisierung ist "Glücksritter" wohl ziemlich euphemistisch (beschönigend, verharmlosend ;) )

  • aber doch nicht vorrangig, oder? ich dachte immer die motivation eines glücksritters wäre vielleicht, sagen wir mal, etwas allgemeiner oder unbestimmter, und nicht so finster...vielleicht in einzelfällen...


    die erläuterung war nur ein scherz, wegen der nicht zwingend erforderlichen verwendung von fremdwörtern. damit hab ich mich quasi selbst auf den arm genommen. da rollenspieler im allgemeinen dazu neigen viel zu lesen usw. weiß ich, dass die meisten geläufigen fremdwörter als bekannt vorausgesetzt werden können

  • Es handelt sich wahrscheinlich um einen Fehler, denn in der Übersicht auf S. 15 sind zwar auch Gun Runner und Arms Dealer aufgeführt, jedoch hat die dritte Laufbahn die Bezeichnung Soldier-of-Fortune, also Glücksritter. Das passt eindeutig besser.


    Na ja, im "soldier of fortune" steckt ja der dreckige, gemeine, fiese und ungewaschene Soldat drin, dem es nur ums Geld geht, während der "Glücksritter" nicht nur den Ritter in strahlender Rüstung vorweisen kann, sondern auch noch das Glück, das wesentlich positiver konnotiert ist als das englische "fortune".

  • Aber es geht doch auch nicht um den allgemeinen Glücksritter, sondern um den der Kategorie "Kriegstreiber" / "Kriegsgewinnler".


    Apropos: Zwar wird "warmonger" heute i.d.R. als "Kriegstreiber" übersetzt, ursprünglich handelt es sich aber wohl eher um einen "Händler des Krieges", zumindest wenn man dem Wiktionary glauben kann. "Kriegsgewinnler" halte ich deshalb ebenfalls für den präziseren Begriff.

  • Hmm, wörtlich also "Kriegshändler" ...


    sehr kompetentes forum hier, vielen dank, für heute werde ich mich zwar zur ruhe setzen (und wahrscheinlich trotzdem drüber nachdenken), aber schön so interessierte leute zu treffen


    bis bald


    bbob

  • Na ja, im "soldier of fortune" steckt ja der dreckige, gemeine, fiese und ungewaschene Soldat drin, dem es nur ums Geld geht, während der "Glücksritter" nicht nur den Ritter in strahlender Rüstung vorweisen kann, sondern auch noch das Glück, das wesentlich positiver konnotiert ist als das englische "fortune".


    Das sehe ich etwas anders. In Meiner Vorstellung existieren neben den guten Glücksrittern eben auch noch die von der üblen Sorte. Und was "den Ritter in strahlender Rüstung" angeht: Niemand wird einen Raubritter für einen strahlenden und guten Helden halten, nur weil das Wort auf "-ritter" endet. Ritter waren auch nicht alle gut. Minnedichtung und Heldenepen präsentieren schließlich nur ein Idealbild des Ritters.


  • Das sehe ich etwas anders. In Meiner Vorstellung existieren neben den guten Glücksrittern eben auch noch die von der üblen Sorte. Und was "den Ritter in strahlender Rüstung" angeht: Niemand wird einen Raubritter für einen strahlenden und guten Helden halten, nur weil das Wort auf "-ritter" endet. Ritter waren auch nicht alle gut. Minnedichtung und Heldenepen präsentieren schließlich nur ein Idealbild des Ritters.


    Du hast natürlich vollkommen Recht. Aber sieh es mal so: "Ritter" und "Glück" rufen (zumindest bei mir) andere Bilder im Kopf hervor als "Soldat" und "ein Haufen Geld". ;) So funktioniert Sprache nunmal.

  • Ich halte "Glücksritter" auch für positiv vorbelegt.


    Vielleicht weil der, der Glück hat auch immer "gut" ist? Oder andersrum, wir dem "Guten" auch immer Glück wünschen und meinen, dass es ihm zustünde? Auf der anderen Seite ist Glück mit Risiko verknüpft - denn das geht der Jäger nach dem Glück ständig ein... also ein "Draufgänger"... was widerrum auch negativ belegt ist. Aber ich bleib dabei - auc bei mir schwingt da immer was "Positives" mit.

  • Revolverheld: Skrupellose Glücksritter, die von Schlachtfeld zu Schlachtfeld ziehen, und Ihre Freude aus dem Gemetzel um sie herum beziehen.


    Dann sollte man diese Passage aber noch einmal überdenken, denn da steht ja auch "Glücksritter" drin, allerdings mit dem Zusatz "skrupellos", was die negative Bedeutung klar machen sollte. Wie auch immer. "Revolverheld" würde ich aber in jedem Fall ändern, da es vollkommen unpassend ist. Revolverhelden sind ausschließlich eine Erscheinung des "Wilden Westens" und haben mit Schlachtfeldern rein gar nichts zu tun, weshalb man sie dort auch nicht antreffen wird. Wie wäre es mit "Freischärler", wenngleich diese i.d.R. nicht wegen "Spaß am Krieg" an selbigem teilnehmen. "Desperado", "Draufgänger" oder "Haudegen" sind weitere Möglichkeiten, wobei sie vom Gefühl her wieder eher in Richtung Glücksritter tendieren."Brigant" wäre vielleicht nicht ganz unpassend, denn dieser Begriff steht eher mit den dunkelsten Seiten des Krieges (Brandschatzung, Plünderung etc.) in Verbindung, als mit den romatisch verklärten.

  • Zitat von Blitzbob:


    "Revolverheld: Skrupellose Glücksritter, die von Schlachtfeld zu Schlachtfeld ziehen, und Ihre Freude aus dem Gemetzel um sie herum beziehen."


    Ich finde in dem Kontext Brigant wirklich am Besten.. Es passt zu dem Absatz .."Freude aus dem Gemetzel ..." ;).
    Revolverheld durch Brigant zu ersetzen erscheint mir eine gute Übersetzung.



    Die Kategorgie würde ich mit "Kriegstreiber" übersetzen. Klingt doch sehr viel eingängiger als Kriegsgewinnler. Wenn vielleicht auch nicht soooooo korrekt.


    Aber wenn man will dann würde ich sagen die Übersetzung wäre: Bellizist .. Jemand der zum Erreichen seiner Ziele eher die Mittel des Krieges und der Gewalt einsetzt. Gegenteil von Pazifist.

  • Mit "Kriegstreiber" kann ich auch gut leben. Schließlich ist es ja auch eine Form der Kriegstreiberei, wenn man Waffen schmuggelt bzw. verhökert und aus Spaß an Schlachten teilnimmt.


    "Bellizist" halte ich für keine gute Wahl, da dieser analog zum Pazifisten, aus einer politischen/ethischen Grundhaltung heraus handelt, während die unter der Karriere "Warmonger" aufgeführten Laufbahnen, persönliche und wirtschaftliche Ziele (Geld verdienen, Spaß haben) verfolgen.

  • Ich halte "Glücksritter" auch für positiv vorbelegt.


    Vielleicht weil der, der Glück hat auch immer "gut" ist? Oder andersrum, wir dem "Guten" auch immer Glück wünschen und meinen, dass es ihm zustünde? Auf der anderen Seite ist Glück mit Risiko verknüpft - denn das geht der Jäger nach dem Glück ständig ein... also ein "Draufgänger"... was widerrum auch negativ belegt ist. Aber ich bleib dabei - auc bei mir schwingt da immer was "Positives" mit.

    Da hätten wir doch einen BEgriff, der alternativ zum Glücksritter verwendbar wäre...


    Und auch "Desperado", der Vorschlag von Prometheus, gefällt mir sehr gut.

  • Also, der vorläufige Stand ist:


    Der "Warmonger" kann weiterhin als "Kriegstreiber" sein Unwesen treiben, auch wenn die Bezeichnung etwas ungenau, bzw. irreführend ist.


    Der "Revolverheld" ist ein Spezialfall, der noch einmal, mit Hilfe von Mongoose überprüft werden muss, da zumindest ein Druckfehler vorliegt.


    (Wobei ich die Wild-West-Assoziation garnicht so schlecht finde. Der Typ bringt ja auch eine Wild-West-Mentalität mit.)