Posts by Pyromancer

    Ich selbst spiele auch sehr canon-nah. Ich ändere schon Details so, wie ich sie brauche, aber das große Ganze verändere ich so wenig wie möglich. Deine Kampagnenvorstellung würde ich so lösen:


    Ich würde ein System nehmen, in dem das Spiel spielt. Eine große Stadt auf einer dicht besiedelten Welt als Hauptschauplatz und Dreh- und Angelpunkt der Kampagne, wo die meisten NSCs sitzen, und in der sich die Spieler/SCs irgend wann wie in ihrer Westentasche auskennen sollen. Für Abwechslung, sorgen andere Städte oder Schauplätze in exotischen Regionen des Planeten (Dschungel, Wüsten, Gebirge, eisige Pole, ...), Weltraum-Habitate, ein paar besiedelte Monde um die Hauptwelt, ein paar besiedelte Monde um die Gasriesen des Systems, Asteroiden, vielleicht eine zweite, weniger gemütliche Welt am Rand der habitablen Zone. Ein größerer Stützpunkt der Imperialen Raumflotte. Ein Planet ganz weit draußen, der Sperrzone ist und auf dem angeblich Artefakte der Alten gefunden wurden.


    Da können sich die Spieler jahrelang austoben, überall Kontakte zu NSCs aufbauen, und können den meisten eine Video-Nachricht schicken und innerhalb von ein paar Stunden eine Antwort erhalten. Und eine Reise im inneren System dauert im Extremfall ein paar Tage.


    Und ganz gelegentlich würde ich dann auch Ausflüge in Nachbarsysteme einbauen, mit den Standard-Traveller-Reisemöglichkeiten. Da kann man dann auch wirklich schön den Kontrast darstellen, dass die Gruppe auf einmal von sämtlichen Kontakten abgeschnitten ist, das Verstärkung frühestens in zwei Wochen eintreffen kann, und man wirklich auf sich alleine gestellt ist und man ohne Netz und doppelten Boden operiert. Das erhöht die Spannung, und die Gruppe wird froh sein, wenn sie wieder "zu Hause" ist.

    Ansonsten hat Rouven von staatlich geprüften Übersetzern gesprochen, was, wenn du nun unbedingt Studenten erfinden willst, eher die Zielgruppe der Translationsstudenten sein dürfte. Und auch gerade für die ist Umgangssprache nie ein Problem, da ihr Niveau meistens sehr hoch ist. Probleme macht eher später die Spezialisierung in Richtung Fachwortschatz, speziell juristischen. Also daher find ich deine Vermutung etwas sehr weit hergeholt.


    Bei anderen deutschen Verlagen, die englische Regelwerke übersetzen, ist man froh, wenn man einen Anglistik-Studenten findet, der übersetzt, an sonsten macht das nämlich ein Informatik-Student oder ein Maschinenbauer. Profi-Übersetzer mit Profi-Gehaltsforderungen (und die sind, gemessen an anderen Berufen, schon ziemlich niedrig), kann sich in der Branche schlicht niemand leisten.

    Zudem sind etwa 30% der Siedler Auf Selbstversorgung umgestiegen. (Rings um die Siedlung gibt es Bauernhöfe die sich auf Tierhaltung Spezialisiert haben.)
    Es leben etwa 7000 Personen in der Hauptsiedlung. Eine Zerstörung der Treibhäuser oder eine Ausfall der Landwirtschaft würde eine Hungersnot mit sich bringen.


    Wie wird die Siedlung sich wohl von 940 bis 1120 weiter entwickeln?


    Die Einheimischen und die verbleibenden Kolonisten werden die zurückgelassene Infrastruktur (Reaktor, Gewächshäuser) weiter nutzen. Da die Siedlung mit 7.000 Einwohnern die einzige Stadt des Planeten ist, bleibt sie ein Handelszentrum für die weite Umgebung. Das vorhandene Know-How verbreitet sich, und während das Tech-Level der Siedlung selbst immer weiter sinkt, steigt das TL der Umgebung langsam an.


    Der Kontakt zu den Sternen ist nicht abgerissen, aber sonderlich attraktiv ist die Welt auch nicht, da es keine wirklich lohnenden Export-Güter gibt. Alle paar Jahre mal kommt aber trotzdem ein Freihändler vorbei, der Dinge wie einheimische Kunst, einheimische Früchte oder Felle, die es nur auf diesem Planeten gibt, gegen zivilisatorischen Kleinkram wie Antibiotika, Munition, Solarpanels, Nägel etc. eintauschen.


    Nach 100 Jahren ist von der ursprünglichen Siedlung nicht mehr viel übrig. Strom kommt aus eingekauften Solarzellen oder Wasser- und Windgeneratoren. Die Siedlung ist auf 25.000 Bewohner angewachsen und ist die Hauptstadt eines Reiches, das sich 100km in jede Richtung erstreckt. Steuern in Form von Naturalien stellen die Lebensmittelversorgung der Hauptstadt sicher, und die Herrschaft wird mit Hilfe eines alten Grav-Gleiters und einem Dutzend Sturmgewehre notfalls mit Gewalt durchgesetzt. Regierungsform ist eine technokratische Ratsherrschaft, deren Mitglieder sich aus den Nachkommen der Siedler zusammensetzt. Der Lebensstandard in der Hauptstadt liegt dank der spärlichen Importe etwa auf dem Niveau der 1850er (mit höherem Luxus nur für die kleine Herrscher-Kaste), im Umland durch verbesserte Methoden der Landwirtschaft etwa auf dem Niveau des Spätmittelalters.

    Was ist eigendlich mit der "Klassischen" Traveller Energiequelle, dem Wasserstoffraktor? Auf Raumschiffen bleibt er Jahrzehnte lang im dauerbetrieb und muss regelmäßig höchstleistung für den Sprungantrieb bringen.


    Bei der monatlich nötigen Wartung des Raumschiffes werden natürlich auch beim Reaktor Verschleiß-Teile ausgetauscht und Bauteile neu kalibriert.


    Quote


    Auf einer Welt die theoretisch unbegrenzte Wasserstoffvorräte haben kann müste ein T12 Reaktor doch Generationen lang genug energie liefern. Besonders Bergbaugesellschaften haben sicher leistungsfähig Reaktoren um Erz verhüten zu können. (bis der Reaktor irgendwann alle umbringt)


    Ich denke mal, dass eine halbwegs findige Bevölkerung mit den üblichen, eingelagerten Ersatzteilen ein Großkraftwerk noch 1-2 Generationen weiterbetreiben kann, nachdem der Kontakt zu den Sternen abreißt - natürlich mit ständig sinkender Energieausbeute. Irgendwann fällt das Ding halt zusammen.

    Autarkie ist teuer und aufwändig, und erst aber einer bestimmten Bevölkerungsgröße überhaupt mit einem gewissen Lebensstandard (=auf einem gewissen TL) möglich. D.h. 100.000 Menschen können autark vielleicht den Lebensstandard des 19. Jahrhunderts halten, für UNSEREN (frühes 21. Jahrhundert) Lebensstandard braucht es schon ca. 1 Milliarde Menschen, die mitmachen. Und das wird mit steigendem Tech-Level immer schlimmer, so dass ich davon ausgehe, dass eine TL-15+-Zivilisation sich überhaupt nur interplanetar/interstellar halten kann, weil man dafür ein paar hundert Milliarden Menschen braucht. Das heißt auch, dass bei Traveller viele Welten überhaupt nicht autark sein KÖNNEN, weil die Bevölkerung zu klein ist, um das TL zu halten, das zum Überleben auf der Welt nötig ist.


    Und mal im Ernst: Warum soll eine Bergbau-Kolonie mit einer Million Menschen Geld und Energie investieren, um vielleicht in 20 oder 100 Jahren autark zu werden? Da kommen JETZT täglich riesige Frachter, die das Erz (oder was auch immer) abtransportieren, da wäre es doch Verschwendung, sie LEER hinfliegen zu lassen, an statt sie mit billigen Lebensmitteln und Konsumgütern zu füllen.

    bei dem "projekt" geht es um einen waffenkatalog:
    dieser soll hochwertige abbildungen aller waffen, waffennamen, unterschiedliche werte "gleicher" waffen haben etc.


    Den Ausrüstungskatalog kennst du aber, oder?


    Zur Frage: In meinen Gruppen gab es bisher immer eine recht bunte Mischung, am häufigsten sind wohl Säbel, Körperpistolen, Automatik-Pistolen, Schrotflinten und Gauss-Gewehre. Kaum benutzt werden Laser-Waffen, wahrscheinlich, weil ich immer so auf dem Batterie-Rucksack herumreite. ;)


    (Da frage ich mich auch immer: Wie sollen bei Traveller Schiffe mit einem Manöver 1 Antrieb überhaupt "Mal so eben" in die Atmosphäre eines Gasriesen eintauchen, ein wenig Wasserstoff Tanken und so mir nicht dir nichts einfach wieder rausschwenken und weiterfliegen? Oder ist der "Gravitatonsantieb" auf jeder Stuffe in der Lage sich aus einem Gravitationsfeld abzusetzen??? )


    Nein, ist er nicht. Wenn man mit einem 1G-Antrieb auf einem Planeten mit einer höheren Gravitation als 1G landet, dann kann man nicht senkrecht nach oben abheben. Dafür ist der Antrieb halt einfach zu schwach. Aber Passagierflugzeuge erzeugen auch nicht 1G Schub, und fliegen trotzdem.


    Bei den Gasriesen ist es sogar noch einfacher, weil man da nicht landet, sondern in einer Umlaufbahn bleibt, die halt so tief ist, dass man die obersten Atmosphärenschichten streift. So lange man aufpasst, dass die "Luftreibung" nicht zu groß wird ist es überhaupt kein Problem, wieder in einen höheren Orbit zu wechseln - und im Extremfall wird aus der Ellipse eben eine Hyperbel.


    Quote


    Auf der Andern Seite müssten Schiffcrews bei Traveller ihre Graviton ja eigentlich neu Minimal höher einstellen um nach und nach alle Körper wie Arnold Schwarzenegger zu besten Conan zu bekommen...


    Es gibt sicher einige Crews, die das genau so machen. Wobei ich da aus physiotherapeutischer Sicht aufpassen würde. Eine höhere Gravitation führt nicht zwangsläufig zu mehr Muskeln, sondern, wenn man das Ganze nicht als 24/7-Ganzkörperübung betrachtet und sich entsprechend bewusst und kontrolliert bewegt, eher zu mehr Haltungsschäden und Verletzungen.

    Danke für den Hinweis!


    Vielleicht verarbeite ich diese Informationen in meinem nächsten Abenteuer :) Ich liebe so etwas.


    Dass reine Protonenfusion möglich ist, sieht man schon an der Sonne, die macht das nämlich ständig. Das große Problem dabei ist, dass das ohne die Hilfe der Gravitation entsetzlich aufwändig ist.


    Für solche hard-sf-Fragen empfielt sich auch immer Project Rho, da werden auch andere Fusionsarten behandelt:
    http://www.projectrho.com/public_html/rocket/fusionfuel.php

    Ich leite seit Jahren nur mit dem Grundregelwerk. Den Ausrüstungskatalog hab ich zwar, aber noch nie im Spiel benutzt, und das einzige, was ich gelegentlich aus dem Schrank hole ist Raumflotte, wegen der paar mehr Optionen beim Raumschiff-Bau - das ist aber Privatvergnügen und hat mit Spielleiten nichts zu tun. ;)

    Muss nicht sowieso einer sich Opfern um die Kryokammern zu bedienen? Ich dache sich selbst einfrieren ist nicht möglich bzw quasie selbstmord weil ja jemand -vorzugsweise bei Bewustsein- die Kammer bedinen und den Vorgang überwachen muss?


    Das ist jetzt meine persönliche Interpretiation der Kälteschlaftechnik bei Traveller:
    Prinzipiell gibt es bei mir zwei extreme: Langsam und vorsichtig einfrieren, damit man hinterher schnell und aufwandslos auftauen kann. Die "kalte Wache" auf Kriegsschiffen ist bei mir so eingefroren, da muss dann in der Schlacht nur noch jemand auf den "Reverse auftauen"-Knopf drücken, und eine halbe Stunde später hat man ein gefechtsbereites Bataillon mehr - mit vertretbaren Verlusten.
    Das andere Extrem ist schnell und aufwandslos einfrieren, langsam und vorsichtig auftauen. Die Kälteschlafkammern haben bei mir innen einen "Noteinfrieren"-Knopf, für eben genau diese Fälle, wo man sich mal selbst einfrieren muss. Dabei geht dann natürlich in der Regel viel kaputt im Körper, und wenn da einfach jemand später auf den "Notauftauen"-Knopf drückt, dann sind bleibende Schäden oder gar der Tod sehr wahrscheinlich. In einer Klinik, unter dem wachsamen Auge eines Teams von Cryospezialisten ist das Risiko aber beherrschbar, und auch der Hausarzt auf einem Raumschiff kriegt das mit etwas Glück mehr oder weniger gut hin.


    Irgendwo mittendrin ist das "normale" Einfrieren, wie es z.B. für die Billig-Passagiere auf Raumschiffen gemacht wird. Da wird unter ärztlicher Aufsicht ohne Zeitdruck eingefroren und auch wieder aufgetaut, und im Idealfall wird auch die gesamte Kälteschlafdauer überwacht. Das ist Routine und ziemlich risikolos.

    Hilferuf lossenden, Raumschiff in die richtige Richtung drehen, beschleunigen und sich selbst einfrieren ist wohl in 99,9% der Fälle das einzige, was man da machen kann. Im Spiel hat man dann einen Zeitsprung von etlichen Jahren und mal eben ein paar Hand voll neue Abenteueraufhänger.
    Blöd wird es halt, wenn man nicht genug Kälteschlafplätze für alle hat. Da bietet es sich dann an, auf die 0,1% der Fälle zurückzufallen, wo eben doch ein brauner Zwerg, wandernder Planet, Piratenstützpunk o.ä. in der Nähe ist.

    Es gibt zwei Möglichkeiten:
    Entweder, der Verbrecher hat ein Verbrechen gegen das Imperium verübt, dann wird er vom Imperium bestraft, und dann wird die Verbüßung der Strafe in den imperialen Akten zu finden sein.


    Oder es war ein Verbrechen gegen lokale Gesetze, dann wird der Prozess und die Verbüßung der Strafe auch lokal auf dieser Welt stattfinden. Der kluge Verbrecher wird sich also nach seiner Tat auf eine Welt zurückziehen, die kein Auslieferungsabkommen hat, dort ist er dann relativ sicher - nur bei wirklich schweren Verbrechen, z.B. gegen einen Großkonzern, wird dieser evtl. eine illegale Extraktion in Auftrag geben - Abenteuerfutter für die SCs.


    Dann frage ich mich noch immer, was ist wenn ich zugang zu einem Schiff habe das Schneller Springt als der Durchschnitt... ... wenn man es clever anstellt und ein paar Papiere Fälcht muss man doch super einfach seine Identität ändern und Untertauchen können wenn man schlimmes im Sinn hat?


    Ich meine selbst in einer Großstadt kann man Untertauchen, aber wie will man jemdanen Aufspüren der in einem Ganzen Universum Untertaucht???


    "Super einfach" und "Zugang zu einem Schiff, das schneller springt als der Durchschnitt" schließen sich gegenseitig aus.


    Aber auch so ist es relativ einfach, unterzutauchen, ja. Das ist ungefähr so, als wenn jemand, der im 18. Jahrhundert im Fürstentum Lippe ein Verbrechen begeht und dann mit dem Schiff nach Südamerika flieht. Der Aufwand, den zu finden, ist so groß, dass man sich diese Mühe im Normalfall nicht macht.


    Da ja solche dinge nicht verändert werden bin Ich etwas Überrascht wie lange die Übersetzungen dauern.


    Ich vermute, das liegt daran, dass der deutsche Rollenspiel-Kunde nicht gewillt ist, professionelle Vollzeit-Übersetzer zu bezahlen. Sowas wird dann halt zum Freundschaftspreis oder gar für Umsonst nach Feierabend gemacht.


    Zumindest läuft es so bei anderen Verlagen.