Posts by Sukram

    Nachdem Jorand sich eine frische Brezel gönnte und auch zu dem frisch gebackenen Brot nicht nein sagen könnte, ging er zurück zu dem alten Kloster, in das er untergekommen war. Er war kein Freund davon, im stehen oder gar im laufen zu essen, aber diese Brezel roch so gut, dass der Hügler nicht wieder stehen konnte und aß sie auf dem Weg zu seiner Unterkunft halb auf. Auch die Vorstellung das frische Brot mit ordentlich Schmalz zu bestreichen und mit guter Rauchwurst oder Hartkäse, oder besser noch mit beidem, zu belegen, bewegte den den jungen Schamanen etwas schneller zu gehen.

    Er hoffte inständig Walburga anzutreffen, damit er ihr von dem geheimnisvollen Schatten berichten könnte, ein Bad wollte er ja auch noch nehmen und den neuen Focus zu besprechen war ein weiterer Punkt auf seiner Liste. Zudem wollte noch Vorbereitungen treffen wohin er nun weiterziehen wolle. Für ihn sollte Leet nur ein kleiner Zwischenstopp werden, der sich aber nun schon sehr lange hinzog. Es gab also noch viel zu erledigen.

    Walburga ist doch auch Pflanzenkundig vielleicht weiß sie mehr schoß es ihm durch den Kopf.

    Und dann stand er vor der Klosterpforte und betrat das alte Gemäuer.

    Jorand begutachtete die Waren kurz, hielt sich die Hemden nacheinander an seinen ran, um zu schauen, ob diese ihm passen könnten, hielt sie mit ausgestreckten Armen weit ausgebreitet von sich entfernt, um den Schnitt zu begutachten und zu guter letzt, legte er die Hemden auf den Tresen und begutachtete ihre Qualität. Dann faltete er sie wieder ordentlich zusammen. Jorand nickte freundlich." Sie scheinen zu passen. Ich nehme sie." Antwortete er knapp. Er kramte aus seinem Leinenbeutel einen kleinen hellbraunen Lederbeutel heraus und öffnete diesen. Viele Münzen beinhaltete der Beutel nicht mehr. Geschickt entnahm er diesem 2 silbrige Geldstücke und legte sie dem Krämer auf den Tresen und schob sie ihm entgegen.

    Der Hügler nahm seine neuen Errungenschaften, verstaute sie ordentlich, verabschiedete sich von Aaron. "Habt Dank und euch noch einen schönen Tag, Herr Aaron."

    Jorand freute sich auf ein schönes Bad, konnte es kaum erwarten, eines der neuen sauberen Hemden anzuziehen, sich der Haar und Koteletten pflege hinzugeben. Doch zuvor nahm er den Umweg über die Backstube um sich für seine bevorstehende Unternehmung noch zu stärken.

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    Jorand marschierte zum Krämer Aaron, als die Stimme von Djadi ihn aus seinen Gedanken riss. Kurz blickte er sich um, entdeckte den Priester. Er winkte dem Freund kurz zu und ging weiter.

    Bei Aaron angekommen, stand der kräftige, mittvierziger, bärtige Eigentümer des Ladens hinter dem Tresen und sortierte gerade ein paar seiner Waren ein. Ein kleine Glocke, die durch das öffnen der Türe, ein klingeln von sich gab, verriet Aaron, dass Kundschaft zugegen war.

    "Sei mir gegrüßt werter Herr Aaron." Der Krämer grüßte zurück und konzentrierte sich nun voll und ganz auf den hereintretenden.

    "Ich bräuchte bitte Nadel und Faden, eine Angelschnur mit Haken und wenn ihr habt, 2 neue Leinenhemden für mich. Ein paar Bolzen für eine Armbrust wären noch gut."

    Der Hügler blickte den Krämer erwartungsvoll an und hoffte, dass die gewünschten Sachen nicht sein Budget überstiegen.

    Müde und erschöpft verlies der Hügler die Zelle, vorher räumte er noch alles wieder zurück, wie er es vorgefunden hatte und stapfte in den Schlafsaal zurück um sich auszuruhen. Er lies sich auf sein Bett plumpsen und schloss kurz die Augen und genoss die stille in diesem Raum. Vor seinem geistigen Auge sah er sein Dorf, die Wohnhöhlen, die Blumen und Insekten, die Tiere, die sie sich hielten, die Hügler, die ihrem Tagwerk nachgingen. Freudig sah er sich um, atmete tief ein und aus und genoss die warme Sonne in seinem Gesicht, welches er, um sich ein wenig zu wärmen, Richtung Sonne streckte. Hier war es so friedlich. Er winkte Alyessa zu die den Weg herunter kam im freudigen Hopsalauf und auch sie winkte dem Hügler zu und rief etwas, dass Jorand nicht verstand. Sie trug ein grünes Kleid, dass bis zu den Knöcheln runter ging, ihre Füße trugen keine Schuhe und ihre Haar waren nach hinten zu einem Zopf geflochten in denen einzelne Blumen eingesteckt waren. Schmetterlinge tanzten fröhlich um sie herum. Sie war gerade dabei ihre Hände zu einem Trichter zu formen um lauter zu rufen, als plötzlich ein riesiger schwarzer Insektenschwarm hinter ihr auftauchte. Jorand zeigte mit dem Finger hinter das Mädchen um sie zu warnen, aber sie bemerkte den Schwarm nicht. Jorand rannte auf sie zu, aber kam nicht vorwärts und immer wieder rief er, dass sie weglaufen solle. Alyessa verstand nicht und blieb stehen. Der Schwarm umhüllte das Mädchen. Nun erkannte Jorand, dass es kein Insektenschwarm war, sondern ein schwarzer zäher Schatten.

    Jorand öffnete abrupt die Augen. Schweiß stand auf seiner Stirn. Er brauchte einen Moment um sich zu orientieren. Mit Erleichterung und Entäuschung musste er feststellen, dass er nicht zu Hause war, sondern sich immernoch im Heilerhaus befand.

    Jorand stand langsam, noch leicht benommen auf, rieb sich mit beiden Händen über das Gesicht.

    Sein Hab und Gut entleerte er auf seinem Bett und sortierte seine Habseeligkeiten, erstellte gedanklich eine Liste an Dingen, die er noch braucht oder ersetzen wollte.

    Nadel und Faden, eine Angelschnur mit Haken, 2 neue Hemden, ein paar Bolzen für die Armbrust. Seine Kleidung musste auch gereinigt werden. So konnte er doch nicht weiterhin im Dorf umherlaufen.

    "Nun denn auf zum Krämer und dann ein zweites Frühstück einnehmen. Wie lange habe ich denn jetzt hier bloß gelegen" sprach er zu sich selbst und machte sich auf den Weg.

    Jorand bedankte sich bei der alten Walburga, räumte die Reste seines Frühstückes weg und ging in den Schlafsaal um einige seiner Materialien für das Ritual zusammen zu sammeln. Anschließend zog er sich in die Krankenzelle, die ihm Walburga zugewiesen hatte zurück und verschloss die Tür. Er wollte und durfte jetzt nicht mehr gestört werden. Er sah sich kurz um. Auf der Stirnseite des kleinen Raumes gab es ein Fenster. Rechts und links längs der Wand stand jeweils ein Bett an deren Kopfenden sich ein einfacher Holzstuhl befand. Zwischen beiden Betten war gerade so viel Platz, dass zwei Personen gerade so nebeneinander stehen konnten. Hinter "Es wird wohl reichen müssen" sprach der Hügler zu sich selbst. Hinter den Betten war noch ein wenig Platz bis zur Wand an dem sich die Tür befand, die sich zum Flur hin öffnen ließ. Über der Tür befand sich, mit Kreide aufgemalt, ein Halbmond, ähnlich wie er es auf Djadis Anhänger gesehen hatte und ein paar Ähren. Er musste unwillkürlich lächeln. Ist ihm doch dieser verschrobene Mensch irgendwie ans Herz gewachsen. Jorand stellte die Stühle auf die Betten und schob die Betten zur Tür hin um so etwas mehr Platz zu generieren.

    Zunächste hieß es aber den Raum zu säubern. Er musste ihn von allen Geistern und negativen Einflüssen befreien die hier noch hausten. Nichts durfte das anschließende Ritual verunreinigen. Somit zeichnete er mit Kohle ein Pentragramm auf den Boden, dann nahm er sich eine der Schüsseln tat von den getrockneten Kräuter, eine Mischung aus Andorn, Eisenkraut und Farn, herein und enzündete diese. Den Rauch, den die entzündetetn Kräuter abgaben wedelte er mit dem rechte Handrücken in den Raum wärend er mit der linken die Schale hielt.

    "Ich bitte das große göttliche Paar INSA und ELM, die Elelemente der Ewigkeit im Himmel und tief in der Erde und ihr Geister der Natur, reinigt diesen Raum vor allem unreinen." Dabei läuft der Schamane um das Pantagramm und wedelt den Rauch ins innere des Schutzzeichens. "Geht fort, geht fort von hier. Entschwindet durch diese Tür." Jorand läuft weitere zwei male um das Pentagramm. Dann hielt er inne, lauschte. Er stellte die Schüssel auf den Boden, streckte seine Arme aus und lief sich drehend im Raum herum. Er versuchte somit zu erspüren, ob sein Werk gelungen war. Er war zufrieden. Aus der Schale stieg weiterhin Rauch auf. Dies sollte weitere Geister davon abhalten den Raum zu betreten. Nun verschloss er die Tür, in dem er das Pentragramm schnell wegwischte und einen neuen Schutzkreis auf den Boden malte. Dabei summte er eine Melodie um sich für das Riual in Stimmung zu bringen. Dann setzte er sich im Schneidersitz innerhalb des Kreises. Zuvor legte er Feder, Rauchschale und Messer hinein. Er schloss die Augen und bewegte seinen Oberkörper langsam im Takt seines summens. Erst langsam, dann immer wilder wurde das summen und auch die Bewegungen die dann in ein zucken überging. Plötzlich hielt er inne. Schweiß lief ihm von der Stirn herunter. Der ganze Körper war nass vom Schweiß. Er nahm die Feder vorsichtig mit beiden Händen auf als würde sie jeden Moment zerbrechen. "Diese Feder, von der tapferen Eule Bagoly, soll mir als Fokus dienen. Bagoly, wenn dies auch dein Wunsch ist, setzte ich mit dem Ritual fort." Sprach er leise, murmelnd vor sich hin. Er wartete einen Augenblick in dieser Haltung. Die Feder bewegte sich nicht. Langsam, bedacht griff er zum Messer und streckte es in die Höhe und senkte es langsam herab zu seiner linken Hand. Er schnitt sich in den Zeigefinger eine kleine Wunde. Es ließ nicht lange auf sich warten bis der rote Lebenssaft langsam aus dem Finger quoll.

    Drei Tropfen Blut ließ er auf die Feder tropfen." Mein Blut und deine Feder sollen uns vereinen und an mich binden." Er blieb noch so eine Weile sitzen bis er sicher war, das dieses Ritual geglückt war und sowohl die GROßE MUTTER, der GROßE VATER als auch die Elemente und Geister der Natur zufrieden waren. Er selbst war es und es bedeutete ihm viel diese Feder nun tragen zu dürfen.

    Jorand blickte den Krieger abschätzend an. "Guten Morgen. Nun, geschlafen habe ich gut. So ein Bett ist dann doch schon was anderes als ein fester Boden im Wald." Er schmunzelte leicht. "Nach den 3 Bieren wurden die Augen schon recht schwer. Die letzten Tage waren für mich sehr anstrengend. Ich bin nur froh, dass dieses Erlebnis zuende ist und wir wieder hier sein dürfen."

    Nach dem Frühstück musste der junge Schamane Walburga aufsuchen. Just in diesem Augenblick betrat die Alte die Küche und begrüßte den Hügler und den Krieger freundlich wie je her. "Dir auch einen guten Morgen" begann Jorand. "Ich hoffe du konntest gut schlafen. Der Frühling scheint nun endgültig über den Winter zu triumphieren. Wie geht es Alyessa und dem Jungen?" Jorand stand auf und ging zu der Heilerin und stellte sich etwas verschüchtert vor sie. "Nun habe ich eine weitere bitte an dich." Jorand blickte ihr nun fest in die Augen und sprach weiter. "Als wir auf der Suche nach Alyessa waren, mussten wir einem Freund helfen. Dabei habe ich meinen Fokus geopfert. Nun ist es an der Zeit einen neuen herzustellen. Dafür bräuchte ich einen Ort, einen Raum, an dem ich mich für längere Zeit zurück ziehen könnte." Erwartungsvoll schaut Jorand Walburga weiter an.

    Jorand schlief tief und fest. Auch wenn er während seiner Ausbildung Tage außerhalb einer festen Behausung oder in einer Felsenhöhle verbracht hatte, war ein Bett stets vorzuziehen. Als er erwachte war es schon hell draußen. Leicht schlaftrunken stieg er aus dem Bett; wollte doch der Hügler doch den Tag gut nutzen. So wollte er sich um einen neuen Talisman kümmern, neue Kleidung und Ausrüstung zulegen und seine eigene Ausrüstung kümmern und pflegen. Dann wollte er noch nach Alyessa sehen und schauen wie es ihr geht und mit Walburga reden, wie man das Mädchen heilen kann beziehungsweise herausfinden wer oder was ihre Magie unterdrückt vielleicht auch gestohlen hat. Doch zunächst war ein gutes Frühstück fällig.

    Jorand ging mit Djadi zum Heilerhaus. Er schwieg den Weg lang. Das was er in den letzten Tagen erlebt hatte musste er nochmal Revue passieren lassen. Nachdem sie am alten Kloster angekommen waren und betraten, verabschiedete sich Jorand von Djadi. "Ich wünsche dir eine gute Nacht, mein Freund." Er schmunzelte beim letzten Wort.

    Auf dem Weg in sein Zimmer, begegnete der Hügler Walburga, die nocheinmal nach dem Jungen sah. "Wie geht es ihm" bei der Frage deutete er auf das Zimmer des Jungen. "Der wird schon wieder" war die knappe und müde Antwort der Alten.

    "Ich würde ganz gerne noch ein paar Kräuter auf mein Zimmer nehmen, wenn du nichts dagegen hast." Walburga nickte müde mit einem fragenden Blick. "Danke, geh nun schlafen, Walburga, ich werde sie schon finden und viel brauche ich auch nicht. Wenn ich dir morgen helfen kann, zögere bitte nicht mich zu fragen."

    Der Hügler besorgte sich die Kräuter und Schälchen was er für das morgige Ritual brauchte. Lief in sein Zimmer, nahm noch sein Nachtmahl zu sich und legte sich schlafen.